Der Einstieg ins Skitouren gehen ist ganz schön kompliziert: Die notwendige Ausrüstung; die Bedienung von Tourenschuhen und Bindung, LVS-Gerät, Schaufel und Sonde; die Lawinenproblematik; das Wetter und dazu noch die passende Tourenwahl. Bei all diesen Themen sind wir euch gerne behilflich: heute mit einer Auswahl leichter und relativ lawinensicherer Einsteiger-Skitouren in den Bayerischen Alpen.

Rossfeld: Leichte Skitour im Berchtesgadener Land

Die Berchtesgadener Alpen sind nicht unbedingt bekannt für einfache Skitouren. Die bekannteste Tour, die Große Reibn rund um den Königssee, erfordert in zwei Tagen Tour den ganzen Skibergsteiger: Kondition, Erfahrung, Schnee und Wetter. Alles muss hier passen.

Ganz anders dagegen die Skitour auf das Rossfeld. Eine gemütliche Skitour für Anfänger und Genießer, die sich für (fast) alle Wetter- und Schneeverhältnisse geeignet. Auf rund 6 Kilometer Wegstrecke macht man zwischen Oberau und dem Gipfel rund 750 Höhenmeter.

Das Dürnbachhorn: Skitour für Einsteiger im Chiemgau

Das Dürnbachhorn: Skitour für Einsteiger im Chiemgau

| © IMAGO / imagebroker

Leichte Skitouren im Chiemgau: Dürnbachhorn und Hochries

Etwas weiter westlich findet man im Chiemgau zahlreiche Skitouren für Einsteiger. Unsere Favoriten: Das Dürnbachhorn vom Seegatterl und die Hochries bei Sachrang.

Während man vom Dürnbachhorn nach knapp 1.000 Höhenmetern einen schönen Ausblick auf das Skigebiet der Winklmoosalm und der Steinplatte werfen kann, ist man an der Hochries in einem reinen Skitouren-Paradies unterwegs.

Neben dem eigentlichen Gipfel gibt es mit dem Abereck (oder Aberg) und dem Predigtstuhl noch Verlängerungsmöglichkeiten mit perfekt geneigten Abfahrten. Wer sich bei der Abfahrt von der Hochries im Bereich der Aufstiegsroute bleibt, ist größtenteils lawinensicher unterwegs.

Klassiker am Spitzingsee: Die Brecherspitz

Klassiker am Spitzingsee: Die Brecherspitz

| © Thomas Harrer

Brecherspitz: Einsteiger-Skitour zwischen Schliersee und Spitzingsee

Am Spitzingsee gibt es mit der Rotwand-Reibn, Stolzenberg und Rosskopf und dem Taubenstein viele klassische Skitourenziele. Für Einsteiger bestens geeignet ist die Tour auf die Brecherspitz.

Idealerweise reist ihr mit der Bahn bis zum Bahnhof Neuhaus an und nehmt den Bus bis zum Spitzingsattel. Dann bietet sich bei guten Schneeverhältnissen die Möglichkeit, die Abfahrt über die Freudenreich-Almen bis zurück nach Neuhaus zu verlängern. 

Für Skitouren-Einsteiger ist am Brecherspitz-Vorgipfel das Aufstiegsziel erreicht. Profis wählen bei guten Verhältnissen den Weg über den Grat bis zum Hauptgipfel und anschließend die Abfahrt über die Ankel-Alm zurück nach Neuhaus. Aufstieg: 2:30 h, 550 Hm.

10 im Winter geöffnete Alpenvereinshütten für Skitouren-Wochenenden stellen wir euch hier in der Galerie vor:

Klassiker über dem Tegernseer Tal: Der Hirschberg

Eine Einsteiger-Skitour mit Verkürzungsoption ist der Hirschberg bei Kreuth am Tegernsee. Vom Start an den Hirschbergliften kann man gleich auf der Piste starten oder mit dem Schlepplift die ersten 1000 Meter Wegstrecke oder 45 Minuten Gehzeit abkürzen. Danach geht's ins freie Gelände und hinauf zum Gipfel des Hirschbergs mit Aussicht auf den Tegernsee. Aufstieg: 3 h, 900 Hm.

Zwieselberg: Skitour für Einsteiger bei Lenggries

Der Zwieselberg ist ein typisches Tourenziel bei schlechtem Wetter oder bei hohem Lawinenrisiko: Auf rund 10 Kilometer Wegstrecke gilt es nur 635 Höhenmeter zu überwinden. Die Anforderungen an Kondition und Technik sind dementsprechend gering und bei vernünftiger Routenwahl ist die Unternehmung ziemlich lawinensicher. 

Vom Parkplatz bei der Waldherralm folgt man zuerst kurz einem Fahrweg, bevor es am Waldrand und auf freien Wiesenhängen hinauf geht. Nach einem steileren Aufstieg im Bergwald folgt man dem Anstieg bis zum Blomberghaus und erreicht über einen Rücken das Gipfelkreuz auf dem Zwiesel. Aufstieg: 2:30 h, 635 Hm.

Leichte Skitour mit Bahn-Anreise: Das Seekarkreuz

Direkt am Lenggrieser Bahnhof startet die Tour auf das Seekarkreuz. Die Anreise mit der Bahn ist also ausdrücklich empfohlen. Nach einem kurzen Fußmarsch ins Hirschbachtal werden die Tourenski angeschnallt. Eine breite Fahrstraße führt nun über die flachen Wiesen hinein in den waldigen Hirschbachgraben. Bald geht es deutlich steiler bergauf bis man über einen baumfreien Gratrücken zum höchsten Punkt gelangt. Aufstieg: 4 h, 920 Hm.

Skitour auf den Wank: Ausblick auf die Zugspitze

Skitour auf den Wank: Ausblick auf die Zugspitze

| © IMAGO / argum

Zugspitzblick und Wetterstein-Panorama: Skitour auf den Wank

Fernab des Jubels und Trubels der Garmischer Skigebiete liegt der Wank auf der Ostseite des Garmischer Talkessels. Seit das Skigebiet vor Jahren stillgelegt wurde, erobern die Skitourengeher den Berg zurück. Genial an der Tour ist das Ziel mit Aussicht und Einkehr: Das Wankhaus am Gipfel lädt zum Verweilen und Staunen ein, den es bietet sich eine beeindruckende Aussicht vom Karwendel im Osten über das Wetterstein bis hinüber zur Zugspitze. Wer mit dem Wohnmobil unterwegs ist, kann im Winter direkt vom Bett auf Tour starten. Der Wohnmobilstellplatz an der Wankbahn liegt praktisch direkt am Startpunkt der Tour. Aufstieg: 3 h, 950 Hm.

Auf Skitour in den Ammergauer Alpen: Die Scheinbergspitze

Auf Skitour in den Ammergauer Alpen: Die Scheinbergspitze

| © Andreas Erkens

Scheinbergspitze: Leichte Tour in den Ammergauer Alpen

Durch lichten Wald und über einen ausgeprägten Rücken führt die Tour auf die Scheinbergspitze. Selbst bei schlechtem Wetter ist der Weg zum Gipfel und zurück ins Tal wegen der farbigen Markierungen gut zu finden. Zudem ist die Tour oft begangen und dementsprechend die Aufstiegsspur nicht zu verfehlen. Am Gipfel bietet sich dann eine geniale Aussicht hinüber zur Hochplatte, auf die Große Klammspitze und nach Süden hinüber zum Daniel und zur Zugspitze. Aufstieg: 3:30 h, 960 Hm.

Pfrontener Hausberg: Breitenberg und Osterlerhütte

Der Breitenberg ist der Hausberg Pfrontens. Der Aufstieg für Skitourengeher und Rodler startet jedoch nicht in Pfronten, sondern an der Straße nach Grän im Tannheimer Tal. Von hier folgt man der Rodelbahn praktisch bis zum Gipfel des Breitenbergs und zur Einkehr auf der Ostlerhütte. Aufstieg: 2:30 h, 800 Hm.

Bei der Vorbereitung eurer nächsten Tour darf etwas Humor nicht fehlen - mit den besten Skitouren-Cartoons von Georg Sojer:

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