Die beiden Bergsteiger Karl Egloff und Nico Miranda stiegen am 8. Mai direkt vom Basislager auf 5700 m zum 8485 m hohen Gipfel auf. Das Besondere am Push ist nicht nur der Start vom Basislager: Keiner der beiden Alpinisten griff auf die Unterstützung von Flaschensauerstoff zurück.

Speed-Climber Egloff und Seilpartner Miranda starteten den Gipfelversuch in der Nacht zum 8. Mai. Nach 17 Stunden und 18 Minuten, um 21:15 Uhr Ortszeit, erreichten die Alpinisten den Gipfel des 8485 m hohen Makalu. Ihren Angaben nach ein neuer Weltrekord!

Nach weiteren acht Stunden kamen die Bergsteiger wieder im Basislager an; die Gesamtzeit beträgt demnach 25 Stunden und 48 Minuten.

Damit schafften die Bergsteiger die schnellste offizielle Begehung des fünfthöchsten Bergs der Erde. Der bis dahin gültige Rekord des Franzosen Marc Betrad ist mit 18 Stunden angegeben und stammt aus dem Jahr 1988.

Wetterfenster machte Mammutprojekt möglich

Neben akribischem Training war das lang ersehnte Wetterfensters entscheidend. Laut Informationen auf dem Instagram-Kanal von Ex-Mountainbikeprofi Karl Egloff hatten sie bewusst einen windarmen Tag für den Push gewählt.

Egloff und Miranda warteten bewusst, bis die kommerziellen Expeditionen ihre Besteigungen abgeschlossen hatten, so konnte sich die ecuardorianisch-schweizerische Seilschaft deren Infrastruktur ohne "Stau" zunutze machen.

Alles zu den höchsten Bergen der Erde könnt ihr in unserer Bildergalerie der 14 Achttausender nachlesen:

Bilanz: 3000 Höhenmeter auf 25 km

"Das Schwerste, was wir je in unserem Leben getan haben. Zweifellos ist es ohne Sauerstoff in dieser Höhe ist anstrengend und jeder Schritt dauert ewig. Aber zweifellos war es eine der tiefgreifendsten und emotionalsten Erfahrungen, die wir jemals gemacht haben," resümiert Karl Egloff auf Instagram.

Insgesamt bewältigten die beiden Alpinisten 25 Kilometer und knapp 3000 Hm.

Über Karl Egloff

Egloff ist ein ecuadorianisch-schweizerischer Extrembergsteiger und ehemaliger Profi-Mountainbiker. Geboren in Quito wurde ihm das Bergsteigen in die Wiege gelegt: Sein Vater war Schweizer Bergführer. Bereits mit 15 Jahren arbeitete Egloff selbst als Bergführer.

Er hält die Geschwindigkeitsrekorde an drei der Seven Summits aller Kontinente: seit 2014 am Kilimandscharo (5895 m), seit 2015 am Aconcagua (6962 m) und seit 2017 am Elbrus (5642 m). 2019 sicherte sich der Sportler den Rekord am höchsten Berg Nordamerikas, dem Denali (6190m).

Über die Szene hinaus bekannt wurde Egloff, als er innerhalb kürzester Zeit zwei Geschwindigkeitsrekorde des Spaniers Kilian Jornet (der zuletzt ein eigenes Outdoor-Label gründete) knackte. 2014 bezwang er den Kilimandscharo in 6 Stunden und 42 Minuten, 32 Minuten schneller als Jornet. Ein halbes Jahr später bestieg er den Aconcagua in 11 Stunden und 52 Minuten – eine ganze Stunde schneller als der Spanier.

Schneller als Jornet? Das schafft so schnell keiner, wie ihr in unserer Fotogalerie nachlesen könnt:

Der Makalu

Die Schneekrone des Himalaya, so wird der Makalu auch genannt, stellte lange die letzte große Herausforderung im Himalaya-Gebirge für das Höhenbergsteigen in der Wintersaison dar.

Viele namhafte Bergsteiger scheiterten, u.a. Renato Casarotto, Jean-Christophe Lafaille (vermisst seit Versuch 2005/2006) und Nives Meroi.

Am 15. Mai 1955 durch die Franzosen Lionel Terray und Jean Couzy erstbestiegen, gelang die erste Winterbesteigung erst 2009 durch Denis Urubko und Simone Moro.

1 Kommentar

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Hans auf Facebook

Schön dass es noch Bergsteiger gibt ohne Sauerstoff Doping. Tolle Leistung!