Während am höchsten Berg der Welt ein Gipfelansturm erwartet wird, gab es am Kangchendzönga bereits die ersten Erfolgsmeldungen. Noch letzte Woche musste eine kommerzielle Expedition kurz vor dem Gipfel des 8000ers umdrehen.

Wie Experte Stefan Nestler auf seinem Blog abenteuer-berg.de schreibt, wurden die ersten Gipfelerfolge vom Kangchendzönga (8586 m) gemeldet, dem dritthöchsten Berg der Erde. Laut Nestler war erst letzte Woche eine kommerzielle Expedition kurz vor dem Gipfel zur Umkehr gezwungen.

Die Anzahl der Besteiger:innen ist wohl noch offen. Nach Nestlers Informationen nannte de nepalesische Expeditionsveranstalter "Seven Summit Treks" zunächst sechs Namen, u. a. die 31-jährige nepalesische Fotografin Purnima Shrestha. Nestler zufolge war es ihr fünfter Achttausender mit Flaschenstoff.

Über den Kangchendzönga

Der unter Bergsteiger:innen oft Kantsch genannte Berg ist der östlichste Achttausender. Über seinen Gipfel verläuft die Grenze zwischen Nepal und Indien (Sikkim). Bis zum Jahr 1852 nahm man an, dass der Kangchendzönga der höchste Berg der Erde sei. Die Erstbesteigung erfolgte am 25. Mai 1955 durch die Briten George Band und Joe Brown.

Broad Boy ebenfalls am Gipfel

Wohl ebenfalls mit Atemmaske bestieg der 20 Jahre alte Pakistaner Shehroze Kashif, als erster Pakistaner überhaupt, den Gipfel des Kangchendzönga. Auch für ihn war es der fünfte Achttausender. Nestler zufolge bestieg er zuvor bereits Mount Everest und K2.

Kashif ist in seiner Heimat als "Broad Boy“ bekannt – bereits mit 17 Jahren stand er auf seinem ersten Achttausender, dem Broad Peak.

Niederländische Expedition ohne Flaschensauerstoff scheitert (vorerst)

Die Niederländer Wilco van Rooijen und Cas van de Gevel wagten sich ohne Flaschensauerstoff an den Kangchendzönga, mussten jedoch ihren Gipfelversuch auf 7800 Metern abbrechen, wie Nestler in seinem Blog schreibt.

Van Rooijen bestieg laut Nestler bereits fünf Achttausender ohne Atemmaske: Shishapangma (1998), Mount Everest (2004), Broad Peak (2006), K2 (2008) und Cho Oyu (2016). Außerdem schaffte er wohl den "echten" Explorers Grand Slam: die Seven Summits aller Kontinente und Nord- und Südpol vom Festland.

Gipfelwelle am Everest

Aufgrund eines stabilen Schönwetterfensters am Dach der Welt wird eine Gipfelwelle erwartet. Nestler gibt Berichte aus dem Basecamp wieder, wonach das Fixseil-Team um Everest-Rekordhalter Kami Rita Sherpa am 7. oder 8. Mai den Gipfel anvisiert. Für den 52-Jährigen wäre es das 26. Mal (!) auf dem Everest.

Die erste Gipfelwelle der kommerziellen Teams wird, so Nestler, für den 9. bis 11. Mai erwartet.

David Göttler: Versuch #3

Unter den Bergsteiger:innen, die auf Flaschensauerstoff verzichten, ist auch David Göttler. Wann der 43-Jährige einen Gipfelversuch anpeilt, ließ er bisher unkommentiert. Für ihn ist es der dritte Everest-Versuch: 2019 war er auf 8650 Metern umgekehrt, 2021 – gemeinsam mit dem Spanier Kilian Jornet – am Südsattel auf knapp 8000 Metern.

Über 300 Genehmigungen am Everest

Das nepalesische Tourismusministerium stellte nach wohl 316 Permits für den Mount Everest aus, 92 weniger als im Vorjahr. 2021 vergab die Regierung trotz der Corona-Pandemie die Rekordzahl von 408 Permits.

 Im Basislager soll es laut Nestler 2021 rund 150 Corona-Fälle gegeben haben, die jedoch bis heute vom Tourismusministerium totgeschwiegen werden.

Weitere Aussichten an Makalu und Dhaulagiri

Wegen des Schönwetterfensters wird auch an Makalu (8485) und Dhaulagiri (8167 m) für Anfang der Woche mit Gipfelerfolgen kommerzieller Teams gerechnet.

Tolle Bilder vom Dach der Welt gibt's hier:

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