Zu viele Tote und Vermisste

Mount Everest: Neue Regelung für Bergsteiger

Schon lange ist der Mount Everest nicht mehr nur Ziel von Extrembergsteigern. Die Kommerzialisierung macht auch vor dem höchsten Berg der Welt nicht Halt. Wer das nötige "Kleingeld" hat, kann sich – auch ohne alpinistische Erfahrung – bei einem Expeditionsanbieter einbuchen. Mit Folgen: Jede Saison gibt es am Dach der Welt zahlreiche Vermissten- und Todesfälle. Nun reagieren die nepalesischen Behörden mit einer neuen Maßnahme.

Neue Regelung für Bergsteiger am Mount Everest
© IMAGO / Pond5 Images

Neue Regelung für Bergsteiger am Mount Everest

Jedes Jahr werden mehr Bescheinigungen (Permits) für den Everest erteilt. 2023 waren es 478 allein von nepalesischer Seite. Trotz des horrenden Preises von 10.000 Euro boomt das Geschäft mit dem geführten Höhentourismus. Doch der Massenandrang führt neben Stau in der Todeszone zu mehr Unfall-, Todes- und Vermisstenmeldungen. Bergung oder Suche nach den Verstorbenen sind allerdings äußerst aufwendig, teuer und gefährlich. 

Nun reagierte die nepalesische Regierung mit einer neuen Regelung, die ab dem Saisonstart 2024 gelten soll: Alle Bergsteigerinnen und Bergsteiger, die von der nepalesischen Seite aufsteigen, müssen einen GPS-Chip mit sich führen. Zahlreiche Expeditionsanbieter würden die Tracker bereits nutzen, erklärte ein Sprecher der Tourismusbehörde gegenüber CNN.

Laut offiziellen Informationen werden die Chips 10 bis 15 Dollar (ca. 9 bis 13 Euro) kosten und sollen in die Jacke eingenäht werden. Nach der Expedition werden sie wieder entfernt und zurückgegeben. Die Behörde erhofft sich von der Maßnahme, dass verunglückte Bergsteiger schneller gefunden und Vermisstenfälle aufgeklärt werden können.

Strengere Regelungen am Everest: Tracking-Chips & Kotbeutel

Die Regelung scheint überfällig: Mehr als 600 Menschen sollen in der Frühjahrssaison 2023 von der nepalesischen Südseite den Gipfel des höchsten Bergs der Erde erreicht haben. Was Experten bei diesem hohen Menschenaufkommen vorausahnten, wurde traurige Gewissheit: 17 Personen verloren am Berg ihr Leben, zahlreiche weitere gelten als vermisst.

Nepal versucht zudem mit einer neuen Regelung, dem Müllproblem am Everest Herr zu werden. Denn der höchste Berg der Erde ist gleichzeitig die höchstgelegene Müllhalde des Planeten. Ab der beginnenden Saison sollen Alpinisten in Kotbeuteln ihre Exkremente selbst entsorgen.

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Andreas

Die Kotbeutelpflicht sollte auch im Wetterstein und für die Watzmann-Überschreitung eingeführt werden.