Die Corona-Zwangspause am Achttausender sah der Bergsteigerverband Nepals als einmalige Chance. Jetzt wurde die Everest-Putzaktion aber auf unbestimmte Zeit verschoben.

+++ Update vom 04.05. +++

Tausende Bergführer und Träger im Himalaja hatten gehofft, in dieser Saison mit Müll sammeln im Everest-Gebiet etwas Geld zu verdienen, wenn schon keine Touristen den höchsten Berg der Welt besteigen können. 

Eine geplante Reinigungsaktion am Mount Everest (siehe urprüngliche Meldung) ist nun wegen der Corona-Epidemie aber auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Der Chef des nepalesischen Tourismusministeriums, Yogesh Bhattarai, sagte der Deutschen Presse-Agentur, es sei unklar, wann und ob überhaupt geputzt werden soll. 

Am und um den Everest liegt tonnenweise Müll, den erschöpfte Bergsteiger liegen gelassen haben. Zudem liegen auf und neben den Aufstiegsrouten Leichen von Bergsteigern, die schwer zu bergen sind. 

+++ Ursprüngliche Meldung vom 25.03. +++

Die Corona-Krise hat längst auch die Himalaja-Region erreicht. Nachdem die chinesischen Behörden bereits Anfang März die nördliche Aufstiegsroute am Everest gesperrt hatten, zog Nepal ein paar Tage später nach

Das erlassene Besteigungsverbot beschränkt sich nicht nur auf den höchsten Berg der Welt, sondern gilt generell für alle Berge des Landes. Da gleichzeitig auch sämtliche Permits annuliert wurden, kam der Expeditionsbetrieb binnen weniger Tage komplett zum Erliegen.

Der nepalesische Bergsteigerverband sieht in dem Stillstand auch eine "einmalige Chance für die Regierung", so Everest-Rekordhalter Kami Rita Sherpa gegenüber der "The Kathmandu Post". 

Denn die Zeit und frei gewordene Kapazitäten könnten jetzt dazu genutzt werden, Leichen von dem Achttausender zu bergen und sich weiter um das Müll-Problem zu kümmern. 

"Die Everest-Aufräum-Kampagne kann mindestens 25 Prozent oder 3.000 Bergführer und Träger einstellen, die nun ihre Jobs verloren haben", ist sich der 50-Jährige sicher. 

Schätzungen zufolge sollen sich noch rund 200 Leichen am Everest befínden. 

"Wir können nicht vorhersagen, wie viele Leichen gefunden werden. Aber nachdem für Höhenexperten kein Druck besteht, auf ein Schön-Wetter-Fenster zu warten, dürfte dies eine Chance sein, die es in Zukunft nicht häufig geben wird", so Kami Rita Sherpa.

Auch Yosemite Park geschlossen

Die Corona-Pandemie befindet sich auch in den USA weiter auf dem Vormarsch. Zum Schutz von Besuchern, Mitarbeitern und Anwohnern ist nun auch der weltberühmte Yosemite Nationalpark in der kalifornischen Sierra Nevada geschlossen worden.

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