Behörden verlangen Überarbeitung der Planungsunterlagen aus dem Jahr 2016.

Die für 22. bis 24. Januar angesetzte mündliche Verhandlung im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung ist - auf Bitten der Skigebietsbetreiber - auf unbestimmte Zeit vertagt worden. 

Damit liegt das Genehmigungsverfahren für den geplanten Zusammenschluss der beiden Gletscherskigebiete Ötztal-Pitztal vorerst auf Eis. Das Land Tirol hatte moniert, dass die Planungsunterlagen aus dem Jahr 2016 den aktuellen Gegebenheiten nicht mehr Rechnung tragen würden. 

So müsse unter anderem berücksichtigt werden, dass die beiden Gletscher in den vergangen Jahren im Projektgebiet stark an Länge verloren hätten - und in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter verlieren werden. 

"Es ist uns insbesondere ein Anliegen, die absehbaren Veränderungen durch den Gletscherrückgang transparent zu beschreiben. Allerdings verlangen die benötigten neuen Unterlagen einer grundlegenden Erörterung der Projektdetails mit Fachplanern und Fachgutachtern. Dazu ist eine neuerliche, fundierte planerische Annäherung an wesentliche Teile unseres Vorhabens nötig. Das macht auch weitere Vor-Ort-Besichtigungen im Frühjahr notwendig. Aus diesem Grund haben wir beim Land Tirol eine Vertagung der mündlichen Verhandlung im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung beantragt", heißt es in einer öffentlichen Erklärung der beiden Gletscherbahn-Geschäftsführer Eberhard Schultes und Walter Siegele.

Alpenvereine begrüßen die Entscheidung

"Wir begrüßen diesen Schritt und sehen uns in unseren Argumenten bestätigt. Gletscherlandschaften sind hochsensible nicht regenerierbare Lebensräume, die besonderem Schutz bedürfen", betont Andreas Ermacora, Präsident des Österreichischen Alpenvereins.

DAV-Präsident Josef Klemmer ergänzt: "Nach dieser Absage ist nicht nur mit einer massiven Verzögerung zu rechnen, sondern das gesamte Vorhaben ist damit in Frage gestellt."

Die beiden Alpenvereine sind sich einig in der Einschätzung,dass die angesprochenen weiteren Erhebungen vor Ort zeigen werden, dass aufgrund des fortschreitenden Gletscherrückgangs derartige Projekte nicht zukunftsfähig sind.

Das sehen die Projektbetreiber anders. An dem geplanten Zusammenschluss der beiden Skigebiete soll grundsätzlich festgehalten werden 

"Wir werden nun die beantragten Unterlagen ausarbeiten und beim Land Tirol einbringen. Anschließend kann die zuständige Behörde über einen neuerlichen Termin für eine mündliche Verhandlung befinden", so Schultes und Siegele in ihrem gemeinsamen Statement.

7 Kommentare

Kommentar schreiben
Bschlabs

Lieber Manni, die Natur und seine Schönheit gehört nicht dem Pitztal allein, sondern auch den Österreichern und den Deutschen... Und und und... Uns allen. Darum reden wir alle mit.

Heike Friebel auf Facebook

"Liegt vorerst auf Eis" . Gott seid Dank.....wenn ihr euch nicht beeilt gibts nix mehr wo ihr eure Pläne sonst noch hinlegen könntet

Manni Graiss auf Facebook

Ich frage mich warum ganz Österreich und ein Teil Deutschlands hier mitreden wollen. Lasst doch die Pitztaler und Ötztaler entscheiden, was sie mit Ihrem Grund und Boden machen. Wir reden hier 64,4 ha Gletscherfläche , was 0,6 Prozent der gesamten Gletscherfläche der beiden Gemeinden entspricht.
Es werden über die Medien falsche Fakten verbreitet, die einen glauben lassen, die halben Alpen werden zerstört

Käthe

Bitte den Steinbock im Logo des Pitztals durch einen Liftmast ersetzen!
Dass überhaupt über eine Umweltverträglichkeit verhandelt werden muss, ist ein Witz.
Allein die Bauzeit von nicht weniger als 6 Jahren schreckt soviele Touristen ab, dass sich die Baukosten nicht amortisieren werden. In 6 Jahren haben so viele Menschen mehr ein Bewußtsein für ein unverfälschtes Landschaftsbild, dass sie das Ergebnis davon abhält, in diese Region zu fahren.
Und hier wird ernsthaft darum geworben, Touristen mit dem größten Gletscherskigebiet anzulocken.
Die Projektbewerber und die Initiative "Lebensraum Pitztal" sind extrem kurzsichtig und jammern auf ganz hohem Niveau.

Frank Begiebing auf Facebook

@Matthias Werschnig: Mich würde sehr interessieren, ob die zu erwartenden positiven Effekte bereits simuliert und berechnet wurden. Gibt es dazu irgendwelche Quellen, also wie sich das Projekt auf den Tourismus auswirken würde?

Matthias Werschnig auf Facebook

Für die Region Pitztal wäre der Zusammenschluss sehr wichtig und gut.

Nila

Eine gute Nachricht!