Der geplante Zusammenschluss der Skigebiete Ötztal und Pitztal schlägt wegen der dafür angedachten massiven Eingriffe in die sensible Hochgebirgslandschaft weiter hohe Wellen.

In unserer derzeit laufenden ALPIN-Kontrovers-Debatte zur geplanten "Gletscherehe" haben sich schon hunderte beteiligt, von denen die meisten ihre Ablehnung für das Projekt zum Ausdruck gebracht haben. Für das Vorhaben sollen unter anderem drei Seilbahnen, ein Skitunnel, ein Speichersee und neue Pisten auf rund 64 Hektar Fläche entstehen, wovon etwa 58 Hektar auf Gletschergebiet liegen.

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Vor Ort fanden am vergangenen Wochenende Kundgebungen gegen das geplante Projekt statt. Aktivist*innen von "Extinction Rebellion" demonstrierten zunächst am Innsbrucker Flughafen, wo man sich einer Pressemitteilung der Organisation zu Folge durch den Skigebietszusammenschluss eine Erhöhung des Flugverkehrs verspricht. 

Danach ging es in Sölden weiter, wo Demonstrierende unter den Gondeln der Giggijochbahn Schnee-Engel produzierten. "Wir möchten mit den Schnee-Engeln ein friedliches Zeichen setzen und Aufmerksamkeit auf bedrohte Tierarten im Gletschergebiet lenken", erklärte Aliena Knappe von Extinction Rebellion. Zudem wurden am Sonntag im Gletschergebiet mehrere Banner entrollt. "Stoppt den Ausverkauf der Alpen. Naturräume erhalten!!" war darauf zu lesen.

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Ihre Hoffnungen richten die Gegner*innen des Projekts auf die am 22. Januar für drei Tage anberaumte Umweltverträglichkeitsprüfung, in deren Rahmen auch das Umweltverträglichkeitsgutachten für den Skigebietszusammenschluss diskutiert wird.

Das UVP-Gutachten des Landes Tirol ist über 2.000 Seiten stark und liegt bereits öffentlich zur Einsicht aus.

Einem Bericht von kurier.at zu Folge sieht das Gutachten für die Bauphase, für die Betriebsphase und insgesamt zum Teil "untragbare Auswirkungen" bei Mensch und Landschaft.

Auch die Naturschutzorganisation WWF Österreich berichtet auf ihrer Webseite, dem Gutachten nach brächte das Mega-Projekt "untragbare" Folgen für Landschaftsbild und Erholungswert sowie das Schutzgut Mensch und würde zudem Tiere sowie Pflanzen und deren Lebensräume "wesentlich beeinträchtigen".

Und die Tiroler Tageszeitung zitiert aus dem Gutachten: "Von den Prüfgutachtern wurden zum Teil sehr hohe verbleibende Auswirkungen festgestellt, die im Sinne des Naturschutzgesetzes 2005 massivste, nachhaltige, irreversible Zerstörungen in einer sehr sensiblen ursprünglichen Gletscher/Berggipfel-Landschaft bedingen."

Insgesamt zeichnet der Bericht jedoch ein differenziertes Bild des Inhalts des Gutachtens. Die Konsequenzen des Projekts auf die Bereiche Boden, Wasser, Luft, Klima, Sach- und Kulturgüter sowie Verkehr werden dem Artikel zu Folge in der Gesamtbeurteilung als geringfügig bis vertretbar eingestuft.

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1 Kommentar

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Florije Sabani - Brunner auf Facebool

Wäre es nicht so weit weg ,würde ich auch dort auch sein und zeigen das ich gegen den zusammenschluss bin.Danke an die jenigen die dort vor ort sind.