Saison-Start mit Zwischenfällen

Turbulenter Auftakt am Everest: Rettung im Khumbu-Eisbruch

Am Mount Everest (8849 m) hat die Frühjahrssaison 2026 mit Verzögerung begonnen – nun nimmt der Betrieb deutlich zu. Gleichzeitig kam es bereits zu mehreren Zwischenfällen im Khumbu-Eisbruch, darunter eine Rettungsaktion nach dem Einsturz einer Schneebrücke. Trotz Lawinen und Stürzen blieben bislang alle Beteiligten am Leben.

Sherpas im Khumbu Eisbruch am Mount Everest
© SPCC

Rettung nach Einsturz einer Schneebrücke

Im Khumbu-Eisbruch hat sich laut Instagram-Kanal everest.live am frühen Morgen des 05. Mai 2026 ein schwerer Zwischenfall ereignet. Zwei Bergsteiger wurden verletzt, nachdem eine Schneebrücke eingebrochen war.

Rettungsteams aus Nepal sowie Helikopterbesatzungen brachten die beiden Alpinisten innerhalb weniger Stunden in medizinische Versorgung. Nach aktuellen Angaben seien beide stabil und auf dem Weg der Besserung.

Hoher Andrang im Khumbu-Eisbruch: Serac-Gefahr und schwierige Spaltenpassagen

Nach wochenlangen Verzögerungen hat sich die Situation am Everest zuletzt deutlich verändert. Hunderte Sherpas und Träger bewegen sich aktuell durch den Khumbu-Eisbruch in Richtung Lager eins und zwei. Wie Explorersweb berichtet, benötigen erfahrene Höhenarbeiter rund fünf Stunden vom Basislager bis Lager eins. Die Route gilt grundsätzlich als geöffnet, weist jedoch weiterhin Gefahrenstellen auf.

Die Sagarmatha Pollution Control Committee (SPCC) warnte insbesondere vor einem großen instabilen Serac im oberen Abschnitt des Eisbruchs. Dieser Bereich müsse mit besonderer Vorsicht passiert werden. Auch Spaltenzonen bleiben kritisch: Ein Sherpa stürzte laut Berichten beim Überqueren einer Leiterkonstruktion in eine Gletscherspalte, konnte jedoch durch Sicherungsseile gehalten und von seinem Team gerettet werden.

Zusätzlich löste sich eine Lawine an den Flanken des Nuptse. Die Staubwolke erreichte Teile der Route im Khumbu-Eisbruch und erfasste mehrere Sherpas. Verletzt wurde nach bisherigen Informationen niemand.

Trotz der Zwischenfälle schreiten die Arbeiten an der Route voran. Materialtransporte erreichen bereits Lager zwei, und der Aufbau von Lager drei steht offenbar kurz bevor. Expeditionsteams bereiten sich derzeit auf ihre erste Rotationsphase vor, während Sherpas weiterhin Ausrüstung in höhere Lager bringen.

<p>Die Icefall Doctors vor ein paar Tagen bei der Arbeit</p>

Die Icefall Doctors vor ein paar Tagen bei der Arbeit

© SPCC

Drohnenverbot sorgt für neue Verzögerungen

Kurz nach dem Start der intensiven Arbeiten kam es zu einem weiteren Rückschlag: Die Behörden entzogen kurzfristig die Genehmigung für den Einsatz von Lastendrohnen. Diese hatten in den vergangenen Tagen eine wichtige Rolle gespielt, etwa beim Transport von Ausrüstung durch den gefährlichen Eisbruch. Laut Angaben von Betreibern und Expeditionen führte das Verbot zu Frustration im Basislager. Als Begründung nannten die Behörden unter anderem regulatorische und sicherheitsrelevante Bedenken.

<p>Die neuen Drohen können bis zu 50 Kilogramm Material vom Base Camp zu Camp 1 auf 6000 Meter höhe befördern</p>

Die neuen Drohen können bis zu 50 Kilogramm Material vom Base Camp zu Camp 1 auf 6000 Meter höhe befördern

© Airlift Technologies

Parallel dazu wird über mögliche Helikoptertransporte diskutiert, um die logistischen Engpässe zu entschärfen. Genehmigungen dafür stehen jedoch weiterhin aus. Damit bleibt der Materialtransport weiterhin stark von den Sherpas abhängig und damit auch von deren Risiko im Khumbu-Eisbruch.

Die Ereignisse der ersten Tage zeigen, wie anspruchsvoll und risikobehaftet der Zugang zu den Hochlagern am Everest trotz moderner Logistik und Infrastruktur ist.

Mount Everest: Erfolge und Tragödien
Aus der Besteigungsgeschichte des höchsten Bergs der Erde
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