Alleingang am 8.000er

Manaslu im Alpinstil und ohne Flaschensauerstoff: Gipfelerfolg außerhalb der Saison

Außergewöhnliche Besteigung am Manaslu (8163 m): Ohne Sauerstoff, Fixseile oder Hochlager erreichten der Ukrainer Alexandr Moroz und der Russe Mark Ablovacky den Gipfel außerhalb der normalen Besteigungssaison. Einer der beiden erreichte schließlich allein den Gipfel.

Allein unterwegs am Manaslu (8163 m): Der Aufstieg im Frühjahr verlangt Eigenständigkeit
© Instagram (@moroz_mountains, @markablovacky)

Einsam statt überlaufen: Manaslu im Frühjahr

Während der Manaslu im Herbst zu den meistbestiegenen 8000ern zählt, präsentierte sich der Berg im Frühjahr 2026 nahezu menschenleer. Laut ExplorersWeb waren der Ukrainer Alexandr Moroz und der Russe Mark Ablovacky die einzigen Alpinisten mit Genehmigung am Berg.

Die beiden entschieden sich bewusst für eine Besteigung außerhalb der Saison – ohne kommerzielle Infrastruktur, ohne vorbereitete Route und ohne Unterstützung durch Hochträger oder Sherpas.

Minimalistisch unterwegs: Kein Basislager, keine Fixseile

Statt eines klassischen Basislagers nutzten die beiden das Dorf Samagaon als Ausgangspunkt. Von dort stiegen sie jeweils zum Berg auf. Die Ausrüstung reduzierten sie auf das Nötigste, deponierten lediglich einen kleinen Materialvorrat auf etwa 5800 m. 

Nach eigenen Angaben benötigten sie insgesamt 15 Tage von Kathmandu bis zum Gipfel. Die Besteigung erfolgte vollständig im Alpinstil.

Am 27. April erreichten beide Alpinisten Lager drei auf rund 6800 m. Starker Wind erschwerte den weiteren Aufstieg. Ablovacky entschied sich nach eigenen Angaben aufgrund drohender Erfrierungen zum Umkehren: "Ich erkannte, dass ich ein ernsthaftes Risiko für Erfrierungen hatte und wollte dieses nicht eingehen." Moroz setzte den Aufstieg allein fort.

Offenes Biwak und Solo-Gipfel

Ohne Zelt verbrachte Moroz eine kurze Rast in einem offenen Biwak auf etwa 7450 m, bevor er gegen Mitternacht zum Gipfel aufbrach. Am 28. April erreichte er gegen 08:00 Uhr den höchsten Punkt des Manaslu. Kurz unterhalb des Gipfels nutzte er stellenweise alte Fixseile aus der Vorsaison.

Während des Abstiegs verschlechterte sich das Wetter deutlich. Innerhalb eines Tages fielen laut den Alpinisten bis zu 60 Zentimeter Neuschnee. Die beiden mussten sich vorsichtig durch lawinengefährdetes Gelände bewegen. Dabei sicherten sie sich mit einem 30-Meter-Seil und gingen teilweise mit erhöhter Vorsicht vor. Fünf Tage nach dem Aufbruch aus Samagaon, kehrten die beiden Bergsteiger wohlbehalten ins Dorf zurück.

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