Nur ein Team am Berg
Am 8163 m hohen Manaslu sind derzeit nur zwei Alpinisten unterwegs. Aleksandr Moroz und Mark Ablovacky haben nach eigenen Angaben als einzige eine Genehmigung für diese Saison.
Am Manaslu beginnt die Saison für gewöhnlich erst im Herbst, wenn stabile Wetterfenster und geringeres Lawinenrisiko die Bedingungen berechenbarer machen. Umso ungewöhnlicher ist es, wenn zwei Bergsteiger bereits im Frühjahr zum Gipfel aufbrechen: mehr Schnee, heiklere Verhältnisse und deutlich weniger Betrieb am Berg
Viele andere Expeditionen konzentrieren sich aktuell auf den Everest. Am Mount Everest verzögert sich aktuell der Aufbau der Normalroute durch den Khumbu-Eisbruch. Grund ist ein riesiger, instabiler Serac oberhalb der geplanten Linie, der ein erhebliches Risiko darstellt.
Minimaler Stil am Achttausender
Die beiden verzichten bewusst auf die übliche Expeditionslogistik. Sie tragen ihre Ausrüstung selbst, nutzen keine Fixseile und richten keine klassische Lagerkette ein. Ihr Ansatz orientiert sich eher an alpinen Unternehmungen als an kommerziellen Expeditionen. Bei ihrer ersten Rotation kamen sie bis auf etwa 6100 m. Der Aufstieg wurde durch tiefen, nassen Schnee und unübersichtliche Verhältnisse im Eisbruch erschwert.
Die aktuell hohen Temperaturen sorgen für weichen Schnee und erhöhen die Lawinengefahr. Die beiden gehen entsprechend vorsichtig vor und warten auf stabilere Bedingungen.
Solche Besteigungen sind selten geworden. Ohne Infrastruktur und Spurarbeit wird der Aufstieg deutlich anspruchsvoller. Ob der Versuch erfolgreich sein wird, bleibt offen.
Gleichzeitig zeigt der Blick auf andere Regionen des Himalaya, wie unterschiedlich sich der Bergsport entwickelt: Während kleine Teams wie am Manaslu bewusst auf Eigenständigkeit setzen, stehen andernorts organisierte Strukturen und kommerzielle Abläufe in der Kritik – etwa im Zusammenhang mit umstrittenen Helikopter-Rettungen im Trekkingtourismus.


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