Tödliches Lawinenunglück in Tux

Lawine fordert zwei Menschenleben: Verschüttete erst nach Stunden gefunden

Im Gemeindegebiet von Tux/Lanersbach im Zillertal sind am 28. Februar 2026 zwei Skitourengeher nach einem Lawinenabgang ums Leben gekommen. Die beiden Männer im Alter von 44 und 47 Jahren wurden am Tamlspitz (2608 m) von einer Lawine verschüttet. Aufgrund extremer Lawinengefahr und schlechter Sicht musste die Suche mehrfach unterbrochen werden.

Auch wenn sich die Lawinenlage seit dem letztem Schneefall etwas beruhigt hat, bleibt die schwache Altschnee erhalten. Mit den steigenden Temperaturen kommt zusätzlich eine Nassschnee-Lawinengefahr dazu. 
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Zwei Skitourengeher am Tamlspitz vermisst gemeldet

Am 28. Februar 2026 gegen 20 Uhr wurden ein 44-jähriger und ein 47-jähriger Österreicher bei der Polizei als abgängig gemeldet. Die beiden Männer hatten an diesem Tag eine Skitour auf den Tamlspitze (2608 m) im Gemeindegebiet von Tux/Lanersbach im Zillertal unternommen und waren nicht zurückgekehrt. Umgehend leiteten Suchtrupps der Bergrettung Tux und Mayrhofen eine Suchaktion ein. 

Doch bereits in der Nacht mussten die Retter die Suche vorerst aufgeben: Von 00:45 Uhr bis 06:30 Uhr war jede Aktivität im Gelände wegen der anhaltend sehr gefährlichen Lawinensituation zu riskant. Die Tamlspitz (2608 m) befindet sich östlich der Torspitze (2663 m) nördlich des Nasse Tux Bach Wasserfalles. 

Lawinenlage und Wetter blockieren die Rettung

Am Folgetag sichtete die Besatzung des Polizeihubschraubers mehrere Lawinenabgänge im Bereich des Tamlspitze. Eine vollständige Suche aus der Luft war jedoch witterungsbedingt zunächst nicht möglich. Auch ein Signal eines Lawinenverschüttetengerätes (LVS) konnte nicht empfangen werden. Für Bergretter und Alpinpolizisten war es aufgrund der kombinierten Lawinen- und Wetterlage zu gefährlich, das Suchgebiet zu Fuß zu betreten. Bei zwischenzeitlichen Wetterbesserungen wurden abermals Suchflüge unternommen, zunächst ohne Erfolg.

LVS-Signal aus der Luft orten: Entscheidender Durchbruch

Am Mittag unternahm der Polizeihubschrauber einen weiteren Versuch, die Lawinenkegel per LVS-Gerät aus der Luft abzusuchen. Um 12:30 Uhr gelang der entscheidende Durchbruch: Ein Signal konnte nördlich des Gipfels geortet und lokalisiert werden. Daraufhin wurden Bergretter und Alpinpolizisten an die betreffende Stelle gebracht und die weitere Suche vom Boden aus fortgesetzt.

Gegen 13 Uhr wurde die erste Person ausgemacht und freigelegt. Kurz darauf empfingen die Retter in unmittelbarer Nähe ein weiteres LVS-Signal – auch die zweite Person konnte lokalisiert und ausgegraben werden. Die vor Ort anwesende Notärztin konnte bei beiden Männern jedoch nur noch den Tod feststellen. Im Einsatz standen die Bergrettung Mayrhofen und Tux, ein Notarzthubschrauber sowie der Polizeihubschrauber.

Lawinengefahr im Zillertal: Was Tourengeher wissen müssen

Der Unfall ereignete sich vor dem Hintergrund einer angespannten Lawinensituation im Tiroler Hochgebirge. Laut Lawinenwarndienst Tirol herrschte zum Unfallzeitpunkt Gefahrstufe 3. Schwacher Altschnee (ab 1800 m) und Nassschnee (unter 2400m) stellten am Samstag die Hauptgefahr dar. Tourengeher sind in solchen Verhältnissen dringend angehalten, die tagesaktuellen Lawinenlageberichte zu konsultieren und Touren gegebenenfalls zu verschieben oder erheblich anzupassen.

LVS-Suche: So geht's richtig
Die Lawinenverschüttetensuche in Bildern
LVS-Suche: So geht's richtig

Bei der Suche nach einem Lawinenverschütteten zählt jede Sekunde. Wir zeigen euch die LVS-Suche in 5 Schritten und was ihr von der Signal- über die Grob bis zur Feinsuche beachten müsst. Unsere Galerie ersetzt dabei aber keinen LVS-Kurs und auch nicht das praktische Üben. Denn nur, wenn ihr die Suche regelmäßig übt, wisst ihr im Notfall auch schnell, was zu tun ist!

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Text von Robert Scheitzeneder