Pettneu am Arlberg: Skitour auf Rendlscharte endet mit Lawine
Ein 51-Jähriger unternahm zusammen mit seinem 20-jährigen Sohn eine Skitour im Bereich der Hinteren Rendlspitze. Die beiden gleichwertigen Tourenpartner stiegen vom Skigebiet St. Anton am Arlberg kommend zur Rendlscharte (2.551 m) auf. Geplant war eine Abfahrt durch das Malfontal in Richtung Pettneu am Arlberg.
Um besseres Skigelände zu erreichen, querten Vater und Sohn eine rund 35 Grad steile, nordostseitige Flanke der Hinteren Rendlspitze. Sie bewegten sich dabei auf einer bereits vorhandenen, ausgefahrenen Spur. Der Vater fuhr voraus, der Sohn folgte mit einem Abstand von etwa 20 bis 30 Metern.
Als der Vater an einem aus seiner Sicht sicheren Haltepunkt anhielt, befand sich der Sohn noch rund zehn Meter oberhalb von ihm. In diesem Moment löste sich etwa 10 bis 15 Meter oberhalb der Position des Sohnes ein Schneebrett. Der 20-Jährige wurde erfasst und mitgerissen.
Der Skitourengeher konnte seinen Lawinenairbag auslösen und wurde lediglich im Bereich der Beine teilverschüttet. Zufällig befand sich ein Skiführer mit einer Gruppe auf einer Geländekuppe unterhalb der Unfallstelle. Er stieg umgehend zum Verschütteten auf und leistete Erste Hilfe.
Das Lawinenopfer wurde anschließend von der Besatzung des Notarzthubschraubers C5 versorgt, mittels Tau geborgen und mit Verletzungen im Bein- und Schulterbereich in das Krankenhaus Zams geflogen, wo er stationär aufgenommen wurde. Der Vater konnte selbstständig nach Pettneu abfahren.
Hintere Rendlspitze und Malfontal: Beliebtes Freeride- und Skitourengelände
Die Skitour auf die Rendlscharte und dann hinunter ins landschaftlich reizvolle Malfontal zählt zu den schönsten Einsteigertouren im Arlberggebiet. Der kurze Aufstieg und die lange Abfahrt von 1350 Höhenmetern lässt jedes Freeriderherz höher schlagen. Ein genauer Blick auf die aktuellen Lawinenverhältnisse und entsprechende Ausrüstung sind vorausgesetzt!
Wer es noch eine Stufe wilder möchte, findet an der Vorderen Rendlspitze sogar einen Winterklettersteig mit anschließender Abfahrt ins Malfontal.
Lawinensicherheit: Das müsst ihr aktuell bei der Tourenplanung beachten!
1. Lawinenlagebericht vollständig lesen: Nicht nur die Gefahrenstufe zählt: Besonders der Textteil des Lawinenlageberichts liefert entscheidende Hinweise zu Expositionen, Höhenlagen und typischen Gefahrenstellen. Auch bei Stufe 2 können Lawinen groß und tödlich sein.
2. Tourenplanung und Ziel anpassen: Route, Hangneigung und Ausweichmöglichkeiten müssen zur aktuellen Situation passen. In hochaktiven Lawinenphasen gilt: unter 30 Grad bleiben, besonders bei ungünstigen Expositionen. Flache und bekannte Routen wählen, die auch bei ungünstigen Bedingungen sicher machbar sind.
3. Alarmzeichen ernst nehmen: Setzungsgeräusche ("Wumm"-Geräusche), Rissbildung im Schnee oder frische Lawinen sind klare Warnsignale. Treten sie auf, sollte steiles Gelände konsequent gemieden werden, unabhängig von Tourenziel oder Gruppendruck.
4. Standard-Notfallausrüstung ist nicht verhandelbar: LVS-Gerät (eingeschaltet!), Sonde, Schaufel gehören immer in den Rucksack – ebenso ein voll geladenes Mobiltelefon. Airbags erhöhen die Chancen, ersetzen aber kein Verhalten.


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