Rettung aus steilem Gelände

Bergwacht gefordert: Schwere Bergunfälle an Risserkogel und Blankenstein

Zu gleich zwei Einsätzen an Risserkogel und Blankenstein musste die Bergwacht Rottach-Egern die letzten Tage ausrücken. Beide Male kam im steilen Gelände der Rettungshelikopter zum Einsatz.

Bergwacht gefordert: Schwere Bergunfälle an Risserkogel und Blankenstein
© Bergwacht Rottach-Egern

65-Jährige stürzt am Risserkogel durch steiles Gelände

Am 14. November ist eine 65-jährige Bergsteigerin aus Oberösterreich am Risserkogel im steilen Gelände abgestürzt und hat dabei schwere Rückenverletzungen erlitten. Wegen der ausgesetzten Position setzte der Rettungshubschrauber Christoph Murnau zunächst einen Luftretter der Bergwacht Rottach an der Unfallstelle ab. In einem weiteren Anflug folgten Notarzt und medizinisches Team.

Da akute Absturzgefahr bestand, erfolgte eine Crashbergung per Rettungswinde. Die Frau wurde an der Röthensteiner Alm weiter versorgt und später in eine Klinik geflogen. Ihr Ehemann wurde von der Bergwacht zu Fuß ins Tal begleitet.

Wanderer stürzt in Felsspalte: Rettung per Crashbergung

Am Samstag (15. November 2025) ereignete sich am benachbarten Blankenstein ein weiterer Bergunfall. Ein Wanderer aus München, Mitte 30, stürzte rund vier Meter in eine Fels- und Schneespalte nahe des Normalwegs. Sein Begleiter leistete sofort Erste Hilfe. Nach der Lokalisierung der Unfallstelle wurde Hubschrauber Christoph 1 in Winch-Konfiguration angefordert, der zwei Einsatzkräfte an der Bergrettungswache aufnahm. Parallel machten sich vier Bergwachtkräfte terrestrisch auf den Weg zum Unfallort.

Der Mann erlitt eine Verletzung am Sprunggelenk und wurde nach der Erstversorgung mittels Crashbergung per Rettungswinde aus dem felsigen Gelände ausgeflogen. Anschließend wurde er zur weiteren medizinischen Abklärung in ein Krankenhaus transportiert. Auch die Alpine Einsatzgruppe der Polizei begleitete und dokumentierte den Einsatz.

Insgesamt waren bei beiden Einsätzen über ein Dutzend Bergretter sowie die Crews von Christoph Murnau und Christoph 1 im Einsatz. Trotz der zeitlichen Nähe und der anspruchsvollen Geländebedingungen verliefen beide Rettungsaktionen strukturiert und erfolgreich. Die Bergwacht dankt allen beteiligten Kräften für die professionelle Zusammenarbeit sowie den Begleitpersonen der Verunfallten für ihr umsichtiges Verhalten.

Crashbergung: wenn es schnell gehen muss

Eine Crashbergung ist ein Rettungsverfahren, das dann angewendet wird, wenn eine Person sich in akuter Lebensgefahr befindet oder der Standort so absturzgefährdet ist, dass eine reguläre Versorgung und schonende Bergung nicht möglich wären. Dabei geht es vor allem um Schnelligkeit und Sicherheit für das Rettungsteam – die medizinische Versorgung vor Ort wird auf das absolut Notwendige reduziert. 

Der Verletzte wird in eine spezielle Rettungswindel oder ein Bergesystem eingehängt und per Winde direkt vom Hubschrauber aus dem Gefahrenbereich gehoben. Erst an einem sicheren Zwischenlandeplatz erfolgt dann die umfassende medizinische Stabilisierung. Crashbergungen kommen vor allem in steilen Rinnen, Absturzgelände, Lawinenbereichen, im Klettergelände oder bei instabilen Schneeverhältnissen zum Einsatz – überall dort, wo jede zusätzliche Minute am Unfallort das Risiko für alle Beteiligten erhöht.

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Bis zum Sattel erfolgt der Aufstieg auf schmalen Steigen. Der Gipfelaufbau des Blankensteins ist felsig, teils ausgesetzt und verlangt Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und im Gipfelanstieg Kletterei bis zum oberen zweiten Grad. Dieser Anstieg ist nur etwas für Erfahrene und ist bei Nässe heikel und gefährlich!

Text von Thomas Harrer

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