Alleingänger verirrte sich bei Bergwanderung im Karwendelgebirge.

"Wir nennen es das Wunder von Schwaz", so Alpinpolizist Markus Trenner in der Online-Ausgabe der Tiroler Tageszeitung zum glücklichen Ausgang einer nervenaufreibenden Vermisstensuche im Karwendelgebirge.

Die begann am vergangenen Sonntag, nachdem ein 40-jähriger Deutscher am Abend zuvor von seiner Frau bei der Münchner Polizei als vermisst gemeldet worden war.

Der Mann war am 04. September - alleine und ohne Mobiltelefon - zu einer Karwendeltour aufgebrochen. Am folgenden Tag erreichte der Münchner zunächst den Gipfel des Hochglück (2.573 m), um anschließend weiter Richtung Kaiserkopf (2.506 m) zu wandern. Auf dem Weg dortin verstieg er sich jedoch und musste die Nacht im Freien verbringen. 

Nach überstandenem Biwak machte sich der Alleingänger daran, ins Tal abzusteigen. Allerdings ohne seinen Rucksack. Den hatte der 40-Jährige bewusst - wie sich im Nachhinein herauststellen sollte - in einer Steilrinne deponiert.

Eine Aktion, die dem Wanderer vielleicht das Leben gerettet hat. Denn Einsatzkräfte entdeckten am Montag bei einem Helikopterflug tatsächlich den zurückgelassenen Rucksack mit blauer Regenhülle.

Am frühen Nachmittag des 07. September stießen schließlich zwei Bergretter im Bereich des Ödkarlbaches, zwischen Huderbank­spitze und Kaiserkopfauf, auf den Vermissten. "Er war dreieinhalb Tage ohne Essen und Trinken unterwegs. Als wir ihn fanden, war er dehydriert, aber unverletzt,“ erläutert Markus Trenner.

Der Münchner wurde mit dem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen.

4 Kommentare

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Herpfar

@ Bergfexin76
Ohne Handy im Gebirge? In diesem Fall nicht ganz so vorteilhaft. Aber: Jedem stehen seine Entscheidungen frei - Gott sei Dank. Darüber sollten wir auch nicht urteilen. Der Gesuchte hat vieles richtig gemacht.
NIE, NIE, NIE...Bitte bedenkt die normative Kraft des Faktischen - wollen wir das so? Ich nicht...

alpin.de

@Roman: Besten Dank für den Hinweis! Die Angabe haben wir korrigiert.

Bergfexin76

Man soll NIE ohne Handy eine Bergtour machen. Schon gar nicht wenn man alleine unterwegs ist. Das ist meiner Meinung nach total verantwortungslos! Unglaublich!

Roman

Der Kaiserkopf hat übrigens eine Höhe von 2506 Metern, nicht 2171 Meter. Dies wäre die Höhe für den Kaiserkopf im Kaisergebirge. Hier geht es aber um den Kaiserkopf im Karwendel.