Die Falkenhütte im Karwendel wurde generalsaniert und technisch auf den neuesten Stand gebracht. Seit 28. August läuft der Probebetrieb.

Drei Jahre hat die aufwändige Generalsanierung der auf 1848 Meter Höhe zwischen dem Kleinen und Großen Ahornboden gelegenen Hütte gedauert - und dabei rund 6,3 Millionen Euro verschlungen.

Dank privaten Spenden, staatlichen Zuschüssen sowie Fördergeldern des österreichischen Denkmalamts, des Landes Tirol und der Landesgedächtnisstiftung konnte die Trägerin, die DAV-Sektion Oberland "das größte Hüttenbauprojekt in der Sektion", laut DAV-Projektleiterin Petra Mühlbauer, überhaupt erst stemmen.

Trotz aller Neuerungen war es für Architekt Rainer Schmid wichtig, den Grundcharakter der 1923 erbauten Schutzhütte zu erhalten. So wurde beispielsweise die markante Lärchenschindel-Optik beibehalten. Die bis dato rot-weiß lackierten Fensterläden sind nun wieder grün - wie schon vor rund 100 Jahren.

In technischer Hinsicht ist die Falkenhütte auf dem neuesten Stand. Statt mit Dieselaggregaten wird die Schutzhütte jetzt mit "grünem" Strom versorgt - dafür wurde extra ein sechs Kilometer langes Erdkabel von der Eng bis zur Hütte gelegt. Mit Hilfe von Bio-Flüssiggas wird Wärme erzeugt. Eine moderne Fäkalienanlage verwandelt was in die Toilette kommt in Kompost. Textilien wie Matratzen, Bettwäsche oder Vorhänge wurden nach Ökostandards gewählt.

Die Moderne hat auch in der Küche einzug gehalten und eröffnet den Hüttenwirten Claudia und Bertl Rackwitz-Hartmann mehr Möglichkeiten, dass Bewirtungsangebot zu erweitern. So finden sich auf Speisekarte - neben den Klassikern wie Nudeln und Brotzeitplatten - nun auch Burger oder Currywurst mit Pommes.

Nach drei Jahren Bauzeit ist es endlich soweit: Die Falkenhütte öffnet heute ihre Türen für den offiziellen Probebetrieb...

Gepostet von Falkenhütte am Donnerstag, 27. August 2020

Neben fünf Doppelzimmern gibt es 60 Plätze im Zimmerlager, 60 im Matratzenlager und zusätzlich acht Plätze in einem Winterraum. Damit wurde die Anzahl der Übernachtungsplätze insgesamt um 20 reduziert, dies allerdings zu Gunsten eines neuen, dritten Gastraums. 

Seit 28. August läuft der Probebetrieb mit vorerst 84 Übernachtungsplätzen. Reservierungsanfragen können nur bis zum 11. Oktober angenommen werden. Danach müsse man erfahrungsgemäß mit dem Wintereinbruch rechnen:

"Wenn der erste Schnee fällt, müssen wir zusperren, weil wir keine Waren mehr anliefern können", so Hüttenwirtin Rackwitz-Hartmann gegenüber dem Münchner Merkur. "Die Leute im Tal verstehen das oft nicht und sehen nur den goldenen Herbst."

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