Alpenweit sind auf den Schutzhütten der alpinen Vereine wieder Übernachtungen möglich.

Dieser Artikel wurde am 28. Mai aktualisiert!

+++ DAV-Hütten im bayerischen Alpenraum sind seit dem 18. Mai wieder geöffnet, Übernachtungen sind seit dem 30. Mai offiziell wieder möglich. ZU UNSEREM ARTIKEL GEHT ES HIER.+++

+++ Österreichischer Alpenverein veröffentlicht Eckpunkte für Hüttenübernachtungen. +++ In Österreich dürfen Hütten seit dem 15. Mai wieder Tagesgäste bewirten, Übernachtungen sind seit dem 29. Mai möglich. +++ 

+++Hütten des SAC öffnen am 11. Mai. +++ Freier Grenzverkehr soll - nach Vorstellung der deutschen Bundesregierung - für Privatpersonen ab 15. Juni wieder möglich sein. +++ 

Der Deutsche Alpenverein, der Österreichische Alpenverein, der Schweizer Alpen-Club und der Alpenverein Südtirol unterhalten im Alpenraum zusammen über 720 Schutzhütten. 

Startet am 06. Juni wieder voll in die Sommersaison: das Karwendelhaus. 

| © Imago / Imagebroker

Aufgrund der Corona-Pandemie blieben in den vergangenen Wochen und Monaten alle Hütten geschlossen. Noch Anfang Mai traute man sich auch beim Deutschen Alpenverein noch nicht zu prognostizieren, "wie ein Hüttenbesuch in diesem Sommer möglich sein wird."

+++ Hüttenbesuche auf Distanz. Wie denkt ihr über die Sicherheitsvorkehrungen und die Realisierung eines "sicheren" Hüttenbetriebs? Diskutiert mit! +++

Die Zeit der Ungewissheit ist vorbei! Inzwischen wurden nicht nur von nahezu allen alpinen Vereinen - in engerer Zusammenarbeit mit den jeweiligen staatlichen Behörden - konkrete Pläne für die Öffnung der Schutzhütten ausgearbeitet, diese wurden von offizieller Seite auch abgesegnet.

Wie der DAV am 14. Mai mitteilte, wird der Hüttenbetrieb im bayerischen Alpenraum in drei Stufen erfolgen:

  • ab Montag, den 18. Mai öffnen die Außenbereiche der Hütten.

  • ab Montag, den 25. Mai dürfen Gäste auch den Innenbereich nutzen.

  • ab Samstag, den 30. Mai sind Übernachtungen wieder erlaubt.

Ausführliche Informationen zu den beschlossenen Zugangs-, Abstands- und Hygieneregeln für den deutschen Alpenraum findet ihr hier.

Der DAV empfiehlt, sich vor der Tour auf der Webseite der Hütte oder telefonisch über die Öffnungszeiten zu informieren. Kontaktinformationen dazu liefert die DAV-Hüttensuche

Fotogalerie: Bergsport in Zeiten von Corona - Empfehlungen des DAV.

Seit dem 01. Mai durften auf Beschluss der zuständigen Landratsämter in den Landkreisen Ober- und Ostallgäu Kioske und Alphütten wieder öffnen - allerdings mit der strengen Auflage, dass Speisen und Getränke nur zum Verzehr "to go" verkauft werden dürfen. 

Laut Roland Ampenberg mag die Entscheidung der Verwaltungsbehörden nicht bewerten. Man sei aber gut vorbereitet, wenn wieder mehr Menschen in den Bergen unterwegs sein werden, so der Pressesprecher der Bergwacht Bayern gegenüber Allgäuhit

"Wir natürlich die letzten Wochen dazu genutzt, uns mit dieser Ausnahmesituation auseinanderzusetzen. Es ist quasi eine neue Gefahr. Neben der Absturzgefahr, Lawinen- oder Steinschlaggefahr, die man aus den Bergen kennt, gibt es nun auch die Infektionsgefahr. Auch im Rettungsdienst, was Schulungen angeht. Auch Maßnahmen während der Patientenversorgung und auch einsatztaktisch, ist es ein ganz großes Thema wie man den Infektionsschutz umsetzt."

Situation in Österreich

"Inzwischen ist klar, dass der Tagesbetrieb auf den Hütten mit 15. Mai 2020 und der Nächtigungsbetrieb mit 29. Mai 2020 starten können", so Peter Kapelari, Leiter der Abteilung Hütten, Wege und Kartographie beim Österreichischen Alpenverein, am 12. Mai in osttirolheute.

Für den Betrieb gelten am Berg die gleichen Rahmenbedingungen wie im Tal. Konkret heißt das:

  • Grundsätzlich gelten die gleichen Vorgaben zum Händewaschen, Abstand und Kontaktbeschränkungen wie im Tal!

  • Der Mindestabstand beträgt einen Meter – in allen Bereichen: Am Tisch, beim Aufstehen und Hinsetzen, auf den Wegen, der Toilette und auch im Wartebereich. Ausgenommen sind Personen der eigenen Risikogemeinschaft.

  • Die Risikogemeinschaft ist wie folgt definiert: Maximal vier Erwachsene zuzüglich ihrer minderjährigen Kinder oder Personen im gemeinsamen Haushalt.

  • Die gekennzeichneten Laufwege und Sitzflächen sind für jeden Gast bindend. Dies gilt auch für die Anweisungen des Personals.

  • Mund-Nasen-Schutz (MNS) im Lokalinneren abseits des Tisches tragen.

  • Die Hütten nur in gesundem Zustand besuchen.

  • Auf Wartezeiten einstellen: Viele Hütten müssen durch die Abstandsregelungen ihre Sitzkapazitäten stark reduzieren. Gerade bei beliebten Hütten kann es an schönen Wochenendtagen zu langen Wartezeiten kommen.

  • Wanderer sollten genug Proviant und Getränke mitnehmen, um zur Not auch ohne Hüttenbesuch auszukommen.

Am 27. Mai hat der ÖAV fogende vier "Eckpunkte für Hüttennächtigungen 2020" publik gemacht: 

  • Besuche unsere Hütten nur in gesundem Zustand.

  • Bringe deinen eigenen Mund-Nasen-Schutz mit.

  • Reserviere deinen Übernachtungsplatz – ohne Reservierung kein Schlafplatz.

  • Nächtigung nur mit eigenem Schlafsack und Polsterbezug (leichter Daunen- oder Sommerschlafsack – kein Hüttenschlafsack!)

"Falls in Schlaflagern keine räumlichen Trennungen eingerichtet werden können, muss ein Abstand von mind. 1,5 Metern zu nicht im gemeinsamen Haushalt lebenden Personen eingehalten werden", teilte der ÖAV weiter mit.

Damit ist der ursprünglich ins Spiel gebrachte - und vom ÖAV kritisierte - Mindestabstand von zwei Metern offenbar vom Tisch. 

ÖAV-Präsident Andreas Ermacora sieht den Alpenverein für die anlaufende Hüttensaison gut aufgestellt:

"Unsere Hüttenpächter gehen positiv in die kommende Hüttensaison und freuen sich auf ihre Nächtigungs- wie Tagesgäste. Es stehen heuer besondere Herausforderungen auf den Schutzhütten an – mit dem Einhalten der Grundregeln wird einer erfolgreichen Bergsaison aber nichts im Wege stehen."

Unabhänging von dem Zeitplan rechnet man auch beim Österreichischen Alpenverein schon jetzt mit massiven finanziellen Einbußen für das Bergjahr 2020. 

Tages- und Urlaubsgäste aus dem umliegenden Ausland (und hier an erster Stelle aus der Bundesrepublik) tragen im erheblichen Maße zu einer positiven Bilanz bei. Nach Vorstellung der deutschen Bundesregierung könne ein freier Reiseverkehr für Privatpersonen aber frühestens ab dem 15. Juni ins Auge gefasst werden.

Voraussetzung dafür sei allerdings, so Bundesinnenminister Horst Seehofer am 13. Mai, dass das "Infektionsgeschehen so günstig weiterläuft, wie wir das in diesen Tagen erleben dürfen." Momentan dürfen weiterhin nur Berufspendler und Personen "mit einem trifftigen Grund" nach Österreich einreisen. Wer beim unberechtigen Grenzübertritt erwischt wird, muss mit empfindlichen Strafen rechnen.

Offen ist auch weiterhin die Frage, wie beim Personal verfahren werden soll. Denn ein Großteil der Arbeitskräfte auf den über 230 Schutzhütten des ÖAV kommt aus dem östlichen Nachbarländern. Ob und inwieweit diesen Menschen die Einreise ermöglicht wird, ist weiterhin unklar.

Um die Folgen des erwarteten Defizites etwas abzufedern, hat der ÖAV seinen Sektionen bereits empfohlen, Hüttenwirte die Pacht ganz zu erlassen oder wenigstens zu verringern.

Generell rechnet man beim ÖAV aber mit einen Ansturm auf die Berge. "Wir gehen davon aus, das mit all dem Social-Distancing die Menschen jetzt vermehrt auf die Berge wollen und viele kommen, vor allem im Sommer, daher sind die Schutzhütten extrem wichtig, weil man will ja verhindern, dass die Besucher kreuz und quer wild kampieren und überall ihre Notdurft verrichten", so Hüttenreferent Kapelari.

Situation in der Schweiz

In der Schweiz dürfen ab dem 11. Mai wieder Berghütten öffnen, allerdings nur solche, die ein Schutzkonzept voweisen können. Der Schweizer Alpenclub (SAC) weißt darauf hin, dass Hüttengäste zwingend vorab reservieren müssen, um auf einer der vom SAC betriebenen Hütten übernachten zu können. Ferner müssen Übernachtungsgäste Schutzmasken, Desinfektionsmittel, Hüttenschlafsäcke und Handtücher selber mitbringen. 

Welche der 153 SAC-Hütten ab dem 11. Mai 2020 wieder geöffnet haben, erfährt man auf der jeweiligen Hüttenwebsite.

Italien: CAI setzt auf "Kit-Covid"

Auch der italienische Alpenverein (Club Alpino Italiano / CAI) denkt über einen Maßnahmenkatalog nach, der gemeinsam mit Hüttenbetreibern, Virologen und Epidemiologen erarbeitet und in Küprze den Behörden vorgestellt werden soll. 

"Die Schutzhütten sind lebensnotwendig, ohne sie haben die Berge keinen Sinn. Selbstverständlich werden wir uns an die Verordnungen der Regierung halten, aber ich weise noch einmal darauf hin, dass die Hütten keine Hotels sind. Ich bin mir sicher, dass wir bis Ende Juni Lösungen finden werden, um die Schutzhütten wenigstens zum Teil in Betrieb nehmen zu können", so CAI-Präsident Vincenzo Torti gegenüber dem "Corriere della Sera".

Vor allem Pächter größerer Hütten, die über Einzelbett- oder Doppelbettzimmer verfügen, dürften von den Überlegungen profitieren, da hier Schutzmaßnahmen uns Hygienevorschriften leichter umzusetzen sind, als auf kleinen Schutzhütten mit Massenlagern. 

Große Hoffnungen setzt man beim CAI in das sogenannte "Kit-Covid". Das Set besteht aus einem Ozonisator (eine Art Desinfektionsgerät für geschlossene Räume), einem Pulsoxymeter (mit dessen Hilfe der Sauerstoffgehalt im Blut bestimmt werden kann) sowie einem Thermometer. 

Nach Überlegungen sollen alle 326 Schutzhütten des Club Alpino Italiano mit dem Kit ausgerüstet werden. Dass es weiterer Maßnahmen bedarf, um eine Öffnung der Hütten in Corona-Zeiten zu ermöglichen, weiß auch der CAI. 

Derweil hofft man beim Alpenverein Südtirol (AVS) darauf, dass es eventuell eine Sonderlösung für das Gebiet Trentino-Südtirol geben könnte. "Bislang sind wir an die nationalen Vorgaben gebunden, da Italien sehr zentralstaatlich angelegt ist", so Martin Niedrist vom AVS gegenüber Bergwelten. Die Lage sei aber momentan noch "extrem unübersichtlich".

Erste vom AVS betriebenen Hütten - wie etwas die Radlseehütte und die Tiefrastenhütte - sind seit dem 23. Mai wieder geöffnet. Weitere Informationen dazu findet ihr auf der Seite des AVS.

Kommentare auf alpin.de geben stets ausschließlich die Meinung des jeweiligen Autors, der jeweiligen Autorin wieder, nicht die der ALPIN-Redaktion.

35 Kommentare

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N.N.

Danke, Klaus Hergesheimer, für den Kommentar vom 01.05.2020.
Wir werden die wahren Folgen panischer Überreaktionen der Exekutive in einigen Monaten erleben. Dann dürften allerdings verschiedene "Entscheider" zumindest in D schon nicht mehr im Amte sein.

Augschburger

So, der ÖAV zeigt sich irritiert über die 2 Meter-Regel??
Als ich das gelesen habe, ging mir echt der Hut hoch! Ja, das bedeutet, dass nur noch jede 4. Matratze belegt werden kann. Aber unter Sicherheitsaspekten ist das wohl das MINDESTE oder umgekehrt gesprochen sind enge Matratzenlager momentan einfach unverantwortlich! Offentsichlich ist dem ÖAV wohl Kommerz wichtiger als Gesundheit! Es gab den Fall, dass sich Chor-Mitglieder trotz Abstand angesteckt haben. Ein wesentlicher Risikofaktor sind Menschen, die länger miteinander in einem Raum sind. Und da ist ein Matratzenlager wohl prädestiniert.

rex kramer

-> hans huckebein, hast du bei all deiner grenzwertigen und einseitigen polemik und (die im grunde nichts anderes sind als selbst eine verschwörungstheorie) eigentlich auch argumente in der sache? spricht aus dir die pure panik oder stumpfer opportunismus?

dass es verschörungstheoretiker gibt, dass manche die krise für ihre zwecke politisch ausnutzen möchten, was sicher nicht nur von einer seite versucht wird, heisst aber natürlich nicht, dass die maßnahmen geeignet, erfolderlich und verhältnismäßig waren und sind. "lasse keine "gute" krise ungenutzt, wenn du eine agenda durchbringen möchtest..."

der verweis auf verschwörungstheoretiker ist auch kein argument gegen seriöse kritiker der maßnahmen, insbesondere aus der wissenschaft. dennoch wird versucht, das heterogene konglomerat der kritiker pauschal in einen topf zu werfen mit "verschwörungstheoretikern", um die kritiker insgesamt zu diskretitieren. Das ist letztlich eine ziemlich durchsichtige manipulationstechnik.

wenn aber namhafte professoren wissenschaftliche arbeiten und nachvollziehbare analysen publizieren (wie bspw. prof. ioannidis/stanford), die ein anderes bild ergeben als die offizielle darstellung, die im übrigen vor allem durch apodiktische behauptungen, absolute zahlen und fragwürdige prognosen geprägt ist, sollte man als interessierte öffentlichkeit zumindest zuhören und sich sein eigenes bild machen.

verschwörungstheoretiker mögen menschen sein, die sich beim hinterfragen und der suche nach der wahrheit verirrt haben, vielleicht weil einfache antworten verlockend sind, vielleicht weil sie nicht die hellsten köpfe sind. aber mindestens genauso gefährlich ist es, nicht kritisch zu hinterfragen, sondern stumpf zu glauben und zu gehorchen.

ps1: es gibt kein grundrecht auf panik!

ps2: vielleicht war ja gerade "intubieren" nicht immer so eine gute idee: lies mal die "empfehlung zur behandlung respiratorischer komplikationen bei akuter virusinfektion außerhalb der intensivstation", herausgegeben vom verband pneumologischer kliniken, übrigens schon am 21.03.2020!

Hans Huckebein

Wenn ich mir die Kommentare hier so durchlese, dann bekommt man den Eindruck, dass einige doch zu hoch gewandert sind und zu viel dünne Luft dabei abgekommen haben. Darüber hinaus waren auch keine Wolken am Himmel und die Köpfe sind ziemlich verstrahlt worden. Jedenfalls ist das mein persönlicher Eindruck!

Bei den ganzen Verschwörungstheoretikern (VT), die derzeit da draußen rumlaufen scheinen ja einige hier ihren Ursprung zu finden.

Lasst uns mal folgendes machen.
Wir gehen mal auf ne Intensivstation mit Intubierten und schauen zu, wenn einem Patienten die Lunge von Corona so richtig gefickt wird und er daran stirbt.
Danach gehen wir noch in die Leichenhalle bzw. in die Patho und schauen uns die Organe an von denen die gerade elendig verreckt sind.

Vielleicht gibt es dann eine andere Meinung von einigen Denkbefreiten darüber, warum wir den Lockdown gemacht haben, um die Bevölkerung als ganzes (und da gehören die Alten auch dazu) zu schützen.

Wir hätten auch die Methode Trump nehmen können und dann die Leichen im englischen Garten schön in Massengräber schieben.

Evtl. sollten einige hier weniger auf Attila, Xavier, und den ganzen dummen Rest hören, die ihr Wissen aus 5 Minuten Youtube-Videos gesammelt haben sondern mehr auf die Leute, die ein paar (mehr) Jahre fachspezifisch studiert und (sic!) geforscht haben und die die Politik zu weiteren Maßnahmen beraten.

Kleine Fangfrage: Wenn mein Auto kaputt ist, gehe ich dann zum Bäcker, der mal ein YT-Video darüber gesehen hat oder gehe ich zum Fachmann in die Werkstatt?

Und jetzt husch, husch zurück in die Höhle ihr Trolle

Klaus Hergesheimer

Ich gestehe, ich habe Zweifel.

Ich habe Zweifel, ob die Rolle der Rücksichtsvollen und der Rücksichtslosen in dieser Zeit so eindeutig verteilt ist, wie manche Zeitgenossen glauben machen wollen.


1.)

Vergessen wir einmal, dass die objektiven Zahlen eine besondere Gefährlichkeit von Corona (zum Beispiel gegenüber einer Influenza) gar nicht hergeben.

Vergessen wir, dass jeder Verstorbene, bei dem das Virus festgestellt wird, als Corona-Toter gewertet wird unabhängig davon, ob er wegen oder "nur" mit Corona verstorben ist.

Vergessen wir, dass wir trotz Corona keine Übersterblichkeit verzeichnen müssen - im Gegenteil.

Vergessen wir weiter, dass Corona bei den allermeisten Menschen ohne oder mit milden Symptomen verläuft.

Vergessen wir, dass es eindeutig bestimmte Risikogruppen gibt, die man ganz gezielt schützen könnte, ohne die Wirtschaft und Gesellschaft lahmzulegen.

Vergessen wir, dass das RKI bereits bei der Schweinegrippe Panik geschürt hat und total falsch lag.

Vergessen wir, dass die Entwicklung der Erkrankungen in unterschiedlichen Ländern vergleichbar verläuft, gleich ob vor, während oder völlig ohne Lockdown.

Vergessen wir, dass aber besonderer Aktionismus in diesen Tagen die Ängstlichen zurück in die Arme der Regierung treibt.

Vergessen wir, dass die grundrechtseinschränkenden Maßnahmen der Politik weder sachlich begründet, noch geeignet, erforderlich oder verhältnismäßig sind.

Vergessen wir, dass in Krankenhäusern Kapazitäten leerstehen und der prognostizierte Druck auf das Gesundheitssysem durch Corona gar nicht eingetreten ist.

Vergessen wir ferner, dass die Bergrettung - zumindest in Deutschland - sicher nicht wirklich mit der Bekämpfung der Pandemie oder ihrer Folgen beschäftigt oder gar ausgelastet ist.

Vergessen wir, dass die Ansteckungsgefahr am Berg eher geringer ist als in der Stadt.

Vergessen wir aber nicht ganz, dass Corona in Italien auf ein bereits heruntergewirtschaftetes Gesundheitssystem traf, das bereits bei der Grippewelle 2017 überfordert war.

2.)

Bedenken wir, dass sich Länder wie Italien, Spanien, Portugal und Griechenland seit der Wirtschaftskrise 2007 ff. in einer dauerhaften Rezession befinden, sich also bis heute nicht annähernd erholt haben.

Bedenken wir auch, dass der Tourismus in diesen Ländern einen erheblichen Teil des BIP ausmacht, der für die Sommersaison auszufallen droht.

Bedenken wir, dass bereits die Wirtschaftkrise 2007 ff. die Regierung in Deutschland zwang, 500 Mrd. EUR (= 1/4 aller deutschen Staatsschulden) neue Schulden aufzunehmen.

Bedenken wir vor allem auch, dass Italien bei den Target2-Salden mit 491,62 Mrd. Euro in der Kreide steht, und die Target2-Forderungen Deutschlands schon insgesamt mehr als 935 Mrd. EUR betragen.

Bedenken wir, dass wir als Folge des Lockdowns schon jetzt die größte Wirtschaftskrise seit Ende des zweiten Weltkrieges haben werden mit einem vorausgesagten zweistelligen Rückgang des BIP.

Bedenken wir weiter, dass die wirtschaftlichen Folgen umso dramatischer sein werden, je länger der Lockdown anhält.

Bedenken wir, dass die Folgen dieser Wirtschaftskrise Firmenpleiten, vernichtete Existenzen und eine hohe Arbeitslosigkeit in ganz Europa und darüber hinaus sein werden.

Bedenken wir, dass die Target2-Salden explodieren (und letzlich ausfallen) werden.

Bedenken wir, dass die EURO-Zone in ihrem Bestand existentiell bedroht und bei einem Ausfall Italiens auch nicht zu retten sein wird.

3.)

Fragen wir uns, an wen Deutschland seinen Exportüberschuss zukünfig verkaufen will.

Fragen wir uns ruhig, auf wie wenigen Schultern die gestiegene Soziallast verbleiben wird.

Fragen wir uns, wer dann noch das Gesundheitssystem zu welchen Bedingungen wird finanzieren können.

Fragen wir uns außerdem, was dieses Gesundheitssystem zukünftig noch wird leisten können.

Fragen wir uns ehrlich, welche realen Opfer ein reduziertes Gesundheitswesen zeitigen wird.

Fragen wir uns schließlich, welche politischen Verwerfungen das im Ergebnis in Deutschland und in Europa bringen wird.


Und jetzt frage ich, wer rücksichtsloser ist:

Diejenigen, die sich mutig einem beherrschbaren Risiko mit Augenmaß und Selbstverantwortung stellen und die Gesellschaft am Laufen halten wollen.

Oder diejenigen, die sich ängstlich zu Hause verkriechen und die als Preis für die Beruhigung ihrer irrationalen Ängsten die nachhaltige Beschädigung der Wirtschaft, Gesellschaft und der Demokratie in Kauf nehmen, ja einfordern.

Für mich ist die Antwort eindeutig!

Michael T. Heck

@Olli... Sie entscheiden also, wer in den Alpen etwas verloren hat? Aufgrund welcher Ermächtigung?

Ich nehme zur Kenntnis, dass Sie unkritisch und bereitwillig gehorchen (was Sie mit "Verantwortung" verwechseln) und gerne hätten, dass dies alle anderen auch so handhaben. Ich verweise in diesem Zusammenhang mit den besten Empfehlungen auf meinen Kommentar @Tom vom 22.04.2020, 11:18...

Habe die Ehre!

Olli

@ Michael: Hauptsache „ICH“ - eigentlich haben Typen wie Du in den Alpen nichts verloren. Geh Skifahren. Schön in Ischgl. Da ist Deinesgleichen. Überlasse die Alpen im Sommer denen, die Verantwortung kennen und sich an Regeln, die im Moment nun mal gelten. Ob einem das passt oder nicht.

alpin.de

@Markus A.: Besten Dank für den Hinweis. Der entsprechende Passus lautet korrekt: "Die Hüttenwirtsleute dürfen Vorausbestellungen für max. 90% der Schlafplätze entgegennehmen." (2.3. Reservierungen und Stornogebühr).

Markus A.

Sie schreiben, dass Hütten 3/4 der Schlafplätze reservieren dürfen.

Laut der aktuellen Version der Hüttenordnung und Tarifordnug (HüOTO) vom DAV und ÖAV sind es aber 90%.

Alpspitz

Durch nichts sind die Menschen leichter zu lenken als durch Angst. Indem die Wissenschaft und die Politik seit dem Ausbruch der Pandemie Angst vor dem Virus und seinen Folgen schüren, hat die Regierung die Bürger in einer Demokratie in einem Ausmass unter Kontrolle bekommen, wie er sonst nie denkbar gewesen wäre. Ich konnte in den ersten zwei Wochen nur über die Leute staunen, die wie hirnlose Schafe die Beschlüsse der Regierung hingenommen haben, ohne sich im Klaren darüber zu sein, welchen Preis sie selbst für die pauschal angeordneten, von Panik bestimmten Maßnahmen zahlen werden. Oder ist nicht jedem inzwischen klar, dass wir und nicht die Politiker die Folgen der Entscheidungen der Regierung in den nächsten Jahren tragen werden? Mit Schutzkonzepten muss es jetzt möglich sein, die Hütten für die Bergwanderer zu öffnen. Schliessung bis der Impstoff kommt, ist absolut indiskutabel und nur Fachidioten wie die Virologen können davon reden, dass unser gesamtes Leben dem Ziel untergeordnet werden muss, die Virusausbreitung zu verhindern. Ich warte nur darauf, dass endlich Hotels und Pensionen öffnen, und werde sofort mit Reiseplanung anfangen. Zu Hause bleiben, Handy-App zur Überwachung der Bewegungsprofile zulassen und mich möglicherweise mit einem Dreck impfen zu lassen, der angeblich gegen das Virus schützt und in Wirklichkeit der Pharmaindustrie zu immensen Gewinn verhilft- für wie blöd hält die Regierung mich eigentlich??? Leute, ich kann euch nur empfehlen: Hinterfragt alles kritisch, was jetzt mit uns gemacht wird!

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