Als Zeichen der "Hoffnung, Solidarität und Dankbarkeit" wurde das Matterhorn - das Symbol für die Eidgenossenschaft schlechthin - fünf Wochen lang täglich beleuchtet.

Unsere Erstmeldung beim Start der Aktion:

Wie es auf der Seite von Zermatt Tourismus heißt, möchte die Gemeinde mit der Beleuchtungs-Aktion "den Menschen in dieser schwierigen Zeit der Coronavirus-Pandemie ein Zeichen der Hoffnung und Verbundenheit vermitteln. Ganz nach dem Motto 'Licht ist Hoffnung'."

DAS Wahrzeichen der Schweiz: das Matterhorn.

| © Frank Schwarzbach

Zermatt zeige so "Solidarität mit allen Menschen, die momentan leiden, und ist dankbar allen Menschen gegenüber, die helfen, die Krise zu überstehen. Dazu gehört das medizinische Personal, alle, die die Logistik und die Versorgung der Bevölkerung sicherstellen, sowie all jene, die aus Rücksicht zuhause bleiben und ihren Tagesablauf und ihre Aufgaben den Umständen anpassen."

Das beleuchtete Matterhorn.

| © Zermatt Tourismus

Für die Illumination zeigt sich der Lichtkünstler Gerhard "Gerry" Hofstetter verantwortlich. Der Schweizer verwandelt seit 1999 weltweit Gebäude, Monumente, Landschaften und Berge in temporäre Kunstobjekte.

Die Aktion soll voraussichtlich noch bis zum 19. April 2020 laufen. Sofern es die Wetterbedingungen zulassen wird das Horu dann täglich von Sonnenuntergang bis Mitternacht angestrahlt.

Update vom 15. April 2020

Am 14. April wurde das Matterhorn auch in den deutschen Nationalfarben angestrahlt. 

Erstrahlte am 14. April 2020 in den deutschen Nationalfarben: das Matterhorn.

| © Gabriel Perren

"Wie viele europäische Länder leidet auch unser Nachbarland Deutschland sehr unter der Corona-Krise. Viele deutsche Staatsbürger haben eine enge Beziehung mit der Schweiz und Zermatt. Mit der deutschen Flagge auf dem Matterhorn, dem Schweizer Symbolberg, senden wir ein Zeichen der Solidarität über die derzeit geschlossenen Grenzen und freuen uns auf die Zeit, in der gegenseitige Besuche wieder möglich sind", heißt es dazu auf Zermatt.ch

© Gabriel Perren

Die Naturschutzorganisation Mountain Wilderness kann den Lichtprojektionen von Gerry Hofstetter indes wenig abgewinnen.

"In unseren Augen ist diese Inszenierung vor allem ein unangebrachter Marketing-Stunt. Berge brauchen keine Geschmacksverstärker – auch ohne Beleuchtung wirken sie auf viele Menschen beruhigend und sind Symbole von Stabilität und Beständigkeit", so Mountain Wilderness Schweiz in einem Facebook-Post.

Update vom 28.04.2020

Laut Zermatt Tourismus ist die Aktion wie angekündigt am 26. April beendet worden. Während der fünfwöchigen Laufzeit seien täglich über 80 Motive an den Zermatter Hausberg projiziert worden, darunter etwa die Nationalflaggen von Japan, Argentinien, Brasilien, Australien, Südkorea, Österreich, Russland und Deutschland.

Die Projektionen seien weltweit auf ein positives Echo gestoßen, so Zermatt Tourismus. Einzelne Posts der Aktion hätten in den Sozialen Medien bis zu 1,7 Millionen Likes erhalten.

In Bezug auf die von Mountain Wilderness geäußerte Kritik, es handele sich dabei um "Lichtverschmutzung", wurde Seitens des Veranstalters unter anderem darauf verwiesen, dass das Matterhorn nur wenige Stunden täglich angestrahlt worden war.

Fotogalerie: Klickt Euch durch unsere Slideshow zur Besteigungsgeschichte des "Horu".

31 Kommentare

Kommentar schreiben
Stolli

FANTASTISCHES Natur-Kunstprojekt von G. Hofstetter! ...Kunst darf und soll Menschen erreichen, zum Denken und zu Diskussionen anregen.

Das Matterhorn und unsere schönen Berge haben es wohl kaum nötig,
beworben zu werden, und das ganze ist vorübergehend.
im Gegensatz dazu, zum Thema LICHTVERSCHMUTZUNG/UMWELT:

Schaut auf unsere täglich wie nachts unnötig beleuchteten Schaufenster, multiple Fernseher laufen und laufen, Städte auf der ganzen Welt blinken und glitzern durchgehend mit riesigen Leuchtreklamen, 50m hoch, u.s.w...
Und im Winter weit geöffnete Türen als Kundenservice ... hmm

Berg- und Kletterfreund Stolli

Matterhorny

Die Berge nachts zu beleuchten, ist eine super Sache!

Man braucht dann beim nächtlichen Besteigen des Matterhorns keine Stirnlampe mehr mitzunehmen, da alles gut erkennbar ist, zum Beispiel auch die Wegweiser zum Gipfel, die immer so schwer zu lesen waren, wenn es dunkel ist.

Auch längere Projektionen sind wünschenswert, z. B. das Streamen von Filmen. Ich würde mir unter anderem den Film "Mission Impossible" wünschen, den mag ich ganz gerne, und man könnte sich ihn dann während des Aufstiegs anschauen. Für die optimale Audio-Übertragung müsste man dann noch ein geeignetes Soundsystem mit größeren Lautsprechern entlang des Berges installieren.

Ich werde nächste Woche gleich mal die Zermatter Tourismus-Zentrale kontaktieren und meine Top10-Filme vorschlagen ;-)...

Max Kraft auf unserer Facebook-Seite

Lichtverschmutzung

Sandra Stengel auf unserer Facebook-Seite

Totale Geldverschwendung- vor allem in diesen Zeiten, da fehlen mir einfach die Worte! Investiert es lieber in die Unternehmen, die gerade um ihre Existenz kämpfen.

Thorsten Jezoreck auf unserer Facebook-Seite

Zermatt ist Vordergründig ein Bergdorf, in Wahrheit eine absolute Tourismusfabrik, Schafe in der Hauptstrasse und ein künstlicher Bergbach, der bei Zeiten in Gang gesetzt wird..

Kevin Brewer auf unserer Facebook-Seite

Die Beleuchtung am Berg ist wunderbar. Freundliche Grüße aus Großbritannien!

Thomas Hoflacher auf unserer Facebook-Seite

Solidarität mit der Schweiz, Österreich verklagen... Heuchler! Dann sagt aber auch euren 5000 Landsleuten, welche nach der Abreise aus Ischgl usw., entgegen der behördlichen Anweisungen nicht in häusliche Quarantäne, sondern in andere Tiroler Schigebiete sind, sie sollen die Selbstanzeige erstatten.... Waaah, regt mi des auf!

Heike Heck auf unserer Facebook-Seite

Ich finde es sehr schön....wirklich schön.

Rainer Mirau auf unserer Facebook-Seite

Brauch ich wie Steinmanderl oder Gipfelkreuze, nämlich gar nicht.

Pascal Arn auf unserer Facebook-Seite

Erst unsere Masken zurückhalten und jetzt hissen wir deren Flagge, sowas kann nur die Schweiz bringen, ganz grosses Kino.

Seite 1 / 4 Next