Der Unfall ereignete sich Ende Februar beim Abstieg von der Drachenwand bei St. Lorenz.

Unsere Meldung vom 24. Februar 2020:

Am 22. Februar hat sich an der Drachenwand (1176 m) bei St. Lorenz im Salzkammergut ein tragischer Unfall ereignet. Dabei kam ein sechsjähriger Junge aus Tschechien ums Leben.

Nach übereinstimmenden Medienberichten war der Junge in Begleitung seiner Mutter, deren Lebensgefährten sowie eines Bekannten am Vormittag zunächst in den Drachenwand-Klettersteig eingestiegen.

Die Via Ferrata im Schwierigkeitsgrad C/D sei eigentlich nur für Erwachsene geeignet, wie der Einsatzleiter der Bergrettung Mondseeland, Heinz Hemetsberger, betont.

Obwohl die 42-jährige Mutter und ihr Partner den Klettersteig bereits mehrmals gegangen waren, kam die Gruppe an diesem Samstag nur sehr langsam voran. Erst nach weit über sechs Stunden erreichten die vier Tschechen - es dämmerte bereits - den Ausstieg am Gipfel.

Beim Abstieg über den ausgesetzten Hirschsteig ereignete sich dann der Unfall: Im Bereich des sogennanten "Saugrabens", einer engen Schlucht, geriet der Sechsjährige wahrscheinlich ins Rutschen und stürzte in der Folge über steiles, felsdurchsetztes Gelände rund 70 Meter in die Tiefe. 

"Seine Mutter und die Begleiter haben in der Dunkelheit nicht sehen können, wohin und wie weit er abgestürzt ist", so Hemetsberger. Erst die wenig später an der Unglücksstelle eintreffenden Rettungskräfte konnten den Jungen lokalisieren, für den aber jede Hilfe zu spät kam.

Die zuständige Staatsanwaltschaft Wels ermittelt nun gegen die Mutter des Jungen wegen fahrlässiger Tötung. Sollten sich bei der Obduktion des Unfallopfers Anhaltspunkte dafür finden, dass auch der Lebensgefährte oder dessen Bekannter eine Mitschuld tragen, würde auch gegen sie ermittelt werden.

Update vom 24.07.2020

Laut übereinstimmende Medienberichte hat die Staatsanwaltschaft Wels (Oberösterreich) nun Anklage gegen die Mutter wegen grob fahrlässiger Tötung erhoben. Im Falle einer Verurteilung drohen der 42-Jährigen bis zu drei Jahre Haft. 

Nach Auffassung der Anklage habe es die Mutter zum einen versäumt, ihren Sohn während der Tour "fachmännisch zu sichern", zum anderen soll der Junge - trotz Dunkelheit - ohne Stirnlampe in dem anspruchsvollen Gelände unterwegs gewesen sein; die Mutter des Unfallopfers besaß eine Stirnlampe, hatte diese aber nicht eingeschaltet. 

"Der Bub dürfte gegen 18.20 Uhr auf dem schmalen Weg ins Leere getreten bzw. weggerutscht und in die Tiefe gestürzt sein", so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

9 Kommentare

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Veit Schumacher auf unserer Facebook-Seite

Auch wenn es rechtlich sicher gängig sein sollte, ist der Tod des eigenen Kindes nicht Strafe genug?!

Wanderer82

Blabla... Wisst ihr wie viele Familien mit Kindern oft in die Berge gehen? Kinder haben weniger Probleme mit Ausgesetztheit und Kraxeln. Dass man hier grundsätzlich die Mutter (Eltern) anklagt, ist daneben. Aber wenigstens eine Lampe hätte bei der Dunkelheit sein müssen. Und das Kind sollte natürlich in der Nähe und zwischen 2 Erwachsenen bleiben je nach Alter. Anseilen muss man Kinder genau so wenig wie Erwachsene, wenn sie über einige Touren hinweg und von klein auf an die Berge gewöhnt wurden.

Klaus Hergesheimer

Einfach die Justiz ihren Job machen lassen. Da kommt im Zweifel ein höheres Maß an Gerechtigkeit heraus als am Stammtisch.

Unfassbar

Wie kann ich einen 6 jährigen da ungesichert mitnehmen... Zumal der da eigentlich gar nichts zu suchen hätte. Mir tut hier nur der kleine Junge leid, der eigentlich noch sein ganzes Leben Vorsicht gehabt hätte. Für die Mutter habe ich nur Verachtung über. ??

Gundula Ruhl auf Facebook

Unfassbar wie kann man so einen 6 Jährigen mitnehmen.

Ber Gru auf Facebook

Da geht's mal wieder schnell - beim zack zack zack dauerts bestimmt Jahre.... Lassts die Mutter in Ruh - die ist gestraft genug.

Susanne Fischer auf Facebook

Für die Mutter ist es schon Strafe genug ihr Kind verloren zu haben. Ruhe in Frieden kleiner Mann.

Aleksandar Stojkoski auf Facebook

Unfassbar.......was hat bitte ein 6 Jähriges Kind in der Drachenwand verloren.

Camilla Kolibri auf Facebook

Was soll man dazu sagen. Mein Kind ist mir doch das wichtigste auf der Welt. Das hüte ich doch wie meinen Augapfel.