Ist grün gleich gut? Und worauf sollte man bei Kauf achten? Wir haben 10 PFC-freie Jacken getestet und geschaut, ob sie mit ihren "giftigen" Konkurrenten mithalten können.

Lange Jahre waren viele Jacken mit PFCs "verseucht", das sind per- und polyfluorierte Chemikalien. Diese Behandlung sorgt dafür, dass Wasser auf Stoffen abperlt. 

Leider sind PFCs giftig und nicht gut für die Umwelt. Daher haben wir passend zu unserem Heft mit dem Schwerpunktthema Nachhaltigkeit Jacken getestet, die PFC-frei sind.

+++ Hier findet ihr unseren Test zu den besten Touren-Rucksäcken. +++

Wie muss eine nachhaltig hergestellte Jacke beschaffen sein? Doch aus einem möglichst großen Anteil aus recyceltem Material, oder? Nicht unbedingt! Wie in der Detox-Studie von Greenpeace aufgezeigt wird, ist der Einsatz von recyceltem Polyester vielleicht sogar kontraproduktiv. Warum? 

Weil eines der wenigen halbwegs funktionierenden Kreislaufsysteme das der PET-Flaschen ist. Nimmt man nun aber aus diesem Kreislauf PET-Flaschen und macht Bekleidung aus ihnen (auch Bergsportprodukte), wird diesem Kreislauf der PET-Flaschen Material entnommen. 

Test 2022: 10 nachhaltige Hardshells

Den kompletten Test findet ihr in ALPIN 4/22. Die Ausgabe könnt ihr hier online bestellen.

| © ALPIN

Mit der Folge, dass dieses Material irgendwann auf dem Müll landet. Denn für Bekleidung gibt es noch kein funktionierendes Kreislaufsystem.

Test 2022: 10 nachhaltige Hardshells

Die DWRs sind in der Qualität sehr unterschiedlich.

| © Birgit Gelder

Wir stehen also wie bei so vielen Entscheidungen und Verhaltensweisen bei dem Thema Nachhaltigkeit vor einem Spagat. Wir wollen unserer Leidenschaft, dem Bergsteigen, nachgehen. Dafür brauchen wir Ausrüstung. Die ist nicht gut für die Umwelt. Es liegt also an jedem einzelnen, wie er diese Problematik für sich interpretiert und löst. 

Man kann sicher auf vieles verzichten, aber eines ist unbestritten: Wer in die Berge geht, braucht eine Funktionsjacke. Die sind seit vielen Jahren winddicht, wasserdicht und atmungsaktiv. Das ist heute Standard. 

Nachhaltige Hardshells: So haben wir getestet

Wir hatten fast alle Testmodelle in den drei Größen Damen S sowie Herren M und L zur Verfügung (Ausnahmen Vaude und Jack Wolfskin). Alle Jacken wurden von uns in der angegebenen Größe gewogen. 

In der Praxis mussten sie zeigen, wie die Passform ist, ob Kapuzen sitzen und wie Zipper laufen. Verschiedene Tester haben ihre Eindrücke auf einem standardisierten Fragebogen festgehalten. 

Im Labor haben wir DWR (Imprägnierung) und Robustheit geprüft. Auf einem Stein wurden die Jacken Scheuerzyklen ausgesetzt, danach die Stellen im Mikroskop begutachtet. Die Imprägnierung wurde mittels Spraytest vor und nach den Scheuerzyklen getestet.

Nachhaltige Hardshells: Das ist unser Fazit

Es gibt PFC-freie Hardshell-Jacken in allen Ausprägungen. Technische und weniger technische, leichte und schwere, steife und flexible. Was noch nicht ganz perfekt funktioniert, sind PFC-freie Imprägnierungen. 

+++ Eine große Auswahl an nachhaltigen Hardshells mit Preisvergleich findet ihr im ALPIN-Shop. +++

Da kann man aber nachhelfen, indem man seine Jacke öfter selbst nachimprägniert. Nach dem Waschen oder nach intensivem Gebrauch. Unser Testsieger ist das Schöffel 3 L Jacket Rothorn. Sie ist mit 345 Gramm leicht und klein verpackbar und trotzdem robust genug für den normalen Einsatz, sie hat die beste DWR im Testfeld und mit 350 Euro einen angemessenen Preis. 

Die Patagonia Dual Aspect ist eine steifere und technischere Jacke, die ebenfalls eine recht ordentliche DWR hat und die alle begeistern wird, die sich „extrem“ rumtreiben. Unser Extrem-Tipp. 

Mit einer ganzen Latte an unabhängigen Öko-Auszeichnungen bekommt das Vaude Monviso 3L Jacket unseren Öko-Tipp. Es ist eine eher schwere Jacke, von der man aber ganz sicher auch lange etwas hat und die alleine dadurch schon einen nachhaltigen Ansatz erfüllt

Klickt euch durch unsere Galerie mit allen 10 getesteten Modellen:

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