Ohne sie keine Skitour! Das solltet ihr über Klebefelle, Hybridfelle und Adhäsionsfelle wissen.

Was sieht man nicht, aber wenn es nicht funktioniert, ist die Skitour gelaufen? Richtig: die Felle! Sie sind so notwendig wie vielfältig.

ALPIN-Redakteur Andreas ist staatlich geprüfter Skilehrer und ALPIN-Test-Chef Olaf ist staatlich geprüfter Berg- und Skiführer. Die beiden haben Euch eine Übersicht über die aktuellen Felltypen erstellt und geben Tipps zu wichtigem und sinnvollem Zubehör.

Das sollten die Skifelle leisten

Felle sollen nach hinten bestens halten, aber nach vorn mühelos gleiten. Dafür müssen sie bei den unterschiedlichsten Temperatur- und Schneebedingungen am Ski haften bleiben. Ein Fell, das stollt – also Schnee sammelt, vereist, das auf der Spur nach hinten rutscht oder gar nicht mehr am Tourenski hält, ist sehr ärgerlich: So ein Aufstieg kostet zusätzliche Kraft. 

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Im schlimmsten Fall, etwa bei Durchquerungen, kann es sogar dazu führen, dass man nicht mehr weiterkommt. Dann ist guter Rat teuer. Denn Hunderte von Höhenmeter im Tiefschnee zu Fuß am Nachmittag aufzusteigen, um die rettende Hütte auf der anderen Bergseite zu erreichen, scheidet oft als Alternative aus. Was bleibt, ist der Flug per Rettungshubschrauber ins Tal.

Gut, dass nicht nur die Felle in den letzten Jahren immer besser geworden sind. Es gibt auch viele "Helferlein", die vor der Tour oder unterwegs dafür sorgen, dass alles reibungslos - oder in diesem Fall wohl besser mit Reibung - klappt.

So halten die Felle am Ski: Drei Technologien

Grundsätzlich gibt es drei Technologien. Das klassische Klebefell klebt man auf den Skibelag. Zum Transport müssen die Klebeflächen mit einer speziellen Trennfolie (Achtung: keine Plastiktüte oder Haushaltsfolie) verpackt werden. Bei großer Kälte kann aber der Kleber versagen

Adhäsionsfelle hingegegn haften ohne Klebstoff. Sie sind beispielsweise mit nicht klebendem Silikon beschichtet und saugen sich fest. Ihr großer Vorteil gegenüber Klebefellen: Sie lassen sich ohne Kraftaufwand abziehen und brauchen keine Trennfolie für den Transport. 

Zuletzt noch Hybridfelle: Sie sind stark im Kommen, weil sie auf eine Zwei-Lagen-Adhäsionstechnologie setzen: Die ist temperaturunabhängig und kombiniert die Vorteile kleberloser Felle wie einfaches Handling und Wartungsfreiheit mit der hohen Oberflächenhaftung von Klebefellen. Diese Klebrigkeit verhindert auch das Eindringen von Schnee im Schaufelbereich, wo im Aufstieg kaum Druck ausgeübt wird. 

Die letzten beiden Felltypen muss man ab und an reinigen, damit sie ihre Funktion nicht verlieren. Klebefelle benötigen hin und wieder eine Neubeschichtung.

Passform und Material der Skifelle

Viele Hersteller von Tourenski liefern bei ihren Standardmodellen fertig zugeschnittene Felle mit – passend zu Länge und Breite des Skis. Bei nicht zugeschnittenen Fellen liegt ein Schneidemesser bei. 

Felle gibt es aus Mohair (Haare der Angoraziege), die besonders gut gleiten und leicht, aber auch teuer sind. Die Alternative ist Kunstfaser (meist Nylon): Diese Modelle sind langlebiger, gleiten aber nicht so gut und werden schneller feucht (Stollen!). Viele Hersteller bieten daher eine Mischung aus Mohair- und Nylonhaaren an (meist 70:30).

Skifelle & Tourenski-Zubehör - Das sind unsere Tipps:

Packliste Skitour - Diese Ausrüstung solltest du bei Tagestouren dabei haben:

1 Kommentar

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Bernhard

Danke für den Artikel.
Mir ist weiterhin nicht ganz klar, was jetzt genau der Unterschied ist zwischen einem Adhäsionsfell wie dem Kohla Vacuum Base und einem Hybridfell wie dem Contour Hybrid Mix?
Danke für eine Aufklärung

Bernhard