Dachsteingruppe vs. Zugspitzmassiv

Warum ist die Dachsteingruppe stärker vergletschert als die Zugspitze?

Warum ist die Dachsteingruppe im Vergleich zum Zugspitzmassiv dermaßen stärker vergletschert, obwohl beide Berge ungefähr gleich hoch sind und mehr oder weniger am nördlichen Alpenrand liegen? Wir beantworten die Frage!

Warum ist die Dachsteingruppe so vergletschert?
© Raffalt, Gelder

Warum ist die Dachsteingruppe stärker vergletschert als die Zugspitze?

Frage vom R. Falter, Stuttgart: Uns beschäftigt schon seit einiger Zeit folgende Frage: Warum ist die Dachsteingruppe im Vergleich zum Zugspitzmassiv dermaßen stärker vergletschert, obwohl beide Berge ungefähr gleich hoch sind und mehr oder weniger am nördlichen Alpenrand liegen? Liegt es daran, dass der Dachstein mehr im "Windschatten" der Berchtesgadener Alpen liegt, während die Zugspitze praktisch das erste höhere Massiv nach dem Alpenvorland ist?

Die Exposition des Gletschers und meteorologische Effekte entscheiden

Antwort von Olaf: Deine Vermutung geht in die richtige Richtung. Die Berge sind in etwa gleich hoch. Aber der Hallstätter Gletscher am Dachstein ist im Gegensatz zum Gletscher auf der Zugspitze nordseitig exponiert. Wie du auf der sehr informativen Seite dachsteingletscher.info nachlesen kannst, besitzt der Hallstätter Gletscher drei kürzere Zungen und ein größeres Plateau oberhalb der Gleichgewichtslinie. Auch ist der Gletscher am Dachstein süd-, ost- sowie westseitig von Felswänden umgeben. Durch Stau- und Lee-Effekte sowie Lawinenabgänge wird so die Akkumulation (Ansammlung) von Schnee positiv beeinflusst. Natürlich hat auch die Abschattung der Felsen auf den Gletscher zur Folge, dass er weniger schnell an Masse verliert als andere Gletscher in diesen Höhen und Breiten.

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Olaf Perwitzschky ist ALPIN-Testredakteur und staatlich geprüfter Bergführer. Berge sind seine Leidenschaft - und eure Fragen sind ihm Herausforderung! Jeden Monat beantwortet er eure Anliegen im ALPIN-Heft unter der allseits bekannten Rubrik "Olaf klärt das schon!".

Text von Olaf Perwitzschky

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