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Tiefschnee: Wie löse ich nach einem Sturz die Bindung?

Bei einem Sturz im Tiefschnee ist es fast unmöglich, allein die Bindung zu öffnen. Olaf klärt, wie ihr das Problem bestmöglich löst.

Perfekt: Endlich powder. Doch was tun bei einem Sturz?
© Imago / Westend61

Wie löse ich beim einem Sturz im Tiefschnee die Bindung?

Frage von Fritz per E-Mail: Bei einem Sturz im Tiefschnee (bes. in ein Treehole) ist es fast unmöglich, allein die Bindung zu öffnen. Normale Skibindung, aber auch Tourenbindungen wie die Fritschi Diamir oder Pin-Bindungen. Beim Versuch, die Bindung mit dem Stock zu öffnen, gibt der Ski immer nach, aber auch mit der Hand ist es mir nie gelungen. Was tut man da am besten?

Bindung im Notfall lösen: Frontalauslösung des Heckbacken zu provozieren

Antwort von Olaf: Eine gute Frage, die mitunter ja sogar zu gefährlichen Situationen führen kann. Im Skigebiet von Fernie in BC/Kanada sind diese Saison zwei Personen in tree holes (in Kanada heißen sie tree wells) umgekommen. Wenn man in die Hohlräume an den Bäumen kopfüber reinfällt und dann Schnee nachrutscht, bekommt man irgendwann keine Luft mehr. 

Da wäre es wichtig, wenn man seine Bindung öffnen könnte. An den Ski hängend und dann noch die Bindung zu öffnen ist oft ein Ding der Unmöglichkeit. Je nach Position kannst du versuchen, eine Frontalauslösung des Heckbacken zu provozieren. Je nach Situation kannst du bei Pin-Bindungen den vorderen Hebel vielleicht mit dem Stock aufbekommen.

Ich denke aber unter Zug (in der ein oder anderen Form hängst du ja daran) ist auch das sehr schwierig. Bei Alpin- oder Freeridebindungen hast du wohl meist keine Chance, den Heckbacken regulär zu öffnen. Viele brauchen einen so hohen Druck auf den Fersenautomat, den bekommst du aus den allermeisten Positionen nicht hin.

© JACKSONHOLE

In eine ähnlich missliche Lage kann man im Frühjahr bei Skitouren auch geraten, wenn man in sogenannte Faulschneelöcher fällt. Das Tückische: Das kann man dem Schnee von oben nicht ansehen. An solchen Stellen schmilzt der Schnee unterhalb weg bzw. wandelt sich komplett um. Belastet ein Skifahrer die Schneedecke an diesen Stellen, bricht er ein. Je nach Tiefe der Löcher bzw. Schneehöhe kann auch das sehr gefährlich sein.

Mehr Fragen von Lesern und Usern sowie die Antworten von Olaf findet Ihr unter: alpin.de/olaf.

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Olaf ist ALPIN-Testredakteur & staatl. gepr. Bergführer. Er versucht, für Euch auch auf die kniffeligsten Fragen die richtige Antwort zu finden.

Einen Test mit aktuellen Pin-Bindungen findet ihr hier:

4 Kommentare

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olaf

Wie Du nach einem Sturz im Tiefschnee aufstehst, kommt auf deine Ausgangslage drauf an. In aller Regel ist es das Beste, sich in die Position zu bringen, dass die Ski talwärts zu liegen kommen und zwar etwa horizontal. Damit bekommst du die Füße bestmöglich unter deinen Körperschwerpunkt, was das Aufstehen einfacher macht. In der Grundposition (es kann sein, dass du dich dazu einmal über den Rücken rollen musst, wenn du so gestürzt bist, dass die Ski oberhalb von dir liegen). kannst du dich dann entweder mit den Stöcken hochdrücken (schwierig in grundlosem Schnee) oder mit dem Gesäß ganz nah an die Füße rutschen und dann aufstehen. Oft ist es am Ende eine Kombination von beidem. Wichtig ist es, in die Grundposition zu kommen.

Christoph

Wie steht man nach einem Sturz im Tiefschnee wieder auf?

ALPIN-Team

Wie im Text oben beschrieben, ist es je nach Situation schwierig bis unmöglich.
Vielleicht hilft dir der Absatz weiter?

"Je nach Position kannst du versuchen, eine Frontalauslösung des Heckbacken zu provozieren. Je nach Situation kannst du bei Pin-Bindungen den vorderen Hebel vielleicht mit dem Stock aufbekommen."

Schowalter

Ja wie löst man dann eine Skibindung nach einem Sturz?