Alix von Melle und Luis Stitzinger sind seit Anfang April im Rahmen ihrer "Makalu Expedition 2010" am "Schwarzen Berg" unterwegs. Für das Bergtseigerpaar soll der 8463 Meter hohe Makalu der vierte Achtausender werden, den sie gemeinsam besteigen. Momentan stehen die Zeichen allerdings auf Sturm - und das im Wortsinn: Heftige Winde verhindern ein weiters Vorwärtskommen. Der Berg wird zum Geduldspiel.

Kein gutes Zeichen: Der Gipfel des Makalu ist von einer Sturmhaube umhüllt.
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Nach dem Gasherbrum II (8035m) im Jahr 2006, dem Nanga Parbat (8125m) 2008 sowie dem Dhaulagiri (8167m) wollten Alix von Melle und Luis Stitzinger nun in diesem Jahr den Makalu ((8463m) geimeinsam meistern.

Aber nicht nur das: Luis Stitzinger (41) möchte zudem - wenn es die Verhältnisse zulassen - vom fünft größten Berg der Erde mit Skirn abfahren. Derzeit steht aber sogar das Erreichen des Gipfels in Frage. Extrem starke Winde zwingen das Team in Lager 2 zur Umkehr.

Expeditionsmitglied Joachim Stark beschreibt die Stunden bis zum Abbruch so:

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"Das angekündigte Wetterfenster ist komplet zusammengeschrumpft. Und dieeuropäischen Wetterdealer hatte Recht – was uns gar nicht Recht war: Wir sind wie geplant in unser Lager 2 aufgestiegen und guten Mutes vorgestern Richtung Makalu La (7400m)aufgebrochen.

Mit schweren Rücksäcken, gepackt mit Schlafsack, Kocher, Verpflegung. Nach schier endloser Plackerei (war der Aufstieg neulich nicht noch einfacher?) haben wir den Makalu La erreicht – und standen in einer Volldüse mit rund 80 km/h Wind. Nicht daran zu denken, hier oben das Lager zu errichten und Zelte aufzubauen!

Schweren Herzens, um nicht zu sagen total gefrustet, mussten wir absteigen. In dem Moment ist klar: Das war’s. Keine weitere Chance. Wenn wir jetzt absteigen, sind wir am Tag darauf zu platt für einen weiteren Versuch. Außerdem läuft uns die Zeit vor dem Heimflug davon.

Letzte Option: Vom Wetter gefrustet muss das Team den Rückweg antreten.

In dem Moment ist das jedem klar, auch wenn wir abends im Zelt noch fleißig hin- und herfunken und die Möglichkeiten diskutieren. Die Zeltplane rattert und rüttelt, teilweise versteht man das eigene Wort nicht mehr. Die Entscheidung, abzusteigen, war richtig.

Trotzdem. Vielleicht. Hätte. Oder nicht? Für Jürgen hätte der heutige Tag ein ganz besonderer sein können: heute, am 16., dem angedachten Gipfelag, ist sein Geburtstag. Das wäre was gewesen! Aber so musste er sich mit einem polyphonen Ständchen im Basislager begnügen.

Nun, es ist vorbei. Zumindest für mich und die meisten anderen. Luis, Joe und Alix haben noch eine Woche Zeit: Sie hatten von vorneherein geplant, länger zu bleiben. Und was sagt die Instanz, die über Erfolg und Misserfolg entscheidet: der Wetterbericht?

Das nächste Wetterfenster ist vielleicht um den 22. Mai zu vermuten. Das heißt: Die drei haben noch eine Chance! Ich drücke ihnen feste die Daumen, dass das noch klappt. Für mich und die anderen kommt der letzte Teil der Expedition, der Rückmarsch zum Flugplatz, der uns mit Kathmandu verbindet."

Man darf gespannt sein, ob Alix von Melle und Luis Stitzinger doch noch eine Chance auf den Gipfel bekommen.

Text & Fotos: Joachim Stark

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