St. Johann-Alpendorf

Lawinenunfall mit tödlichem Ausgang: Mann von Lawine an Baum geschleudert

Im freien Skigelände des Skigebiets St. Johann-Alpendorf kam es am Dienstag, den 24. Februar 2026, zu einem Lawinenunfall mit tödlichem Ausgang. Ein 32-jähriger Einheimischer wurde von einer Nassschneelawine erfasst und tödlich verletzt.

Die Bergrettung St. Johann im Einsatz.
© Bergrettung St. Johann

Mann von Lawine an Baum geschleudert

Nach Polizeiangaben war der Mann aus dem Salzburger Pongau allein in einem rund 40 Grad steilen, bewaldeten Hang auf etwa 1.400 Metern Seehöhe unterwegs. Während der Abfahrt löste er eine größere Nassschneelawine aus. Er wurde von den Schneemassen mitgerissen und in weiterer Folge gegen einen Baum geschleudert. Der 32-Jährige erlitt dabei tödliche Verletzungen.

Zum Unfallzeitpunkt herrschte oberhalb der Waldgrenze in diesem Bereich Lawinenwarnstufe 4 (groß). Der Mann galt als gut ausgerüstet und verfügte über ausgezeichnete Gebietskenntnisse.

Suchaktion am Gernkogel

Die Bergrettung St. Johann im Pongau wurde am späten Dienstagnachmittag zu einer Suchaktion alarmiert. "Die Polizei informierte uns darüber, dass der 32-Jährige von seiner Freundin als abgängig gemeldet worden sei", erklärt Ortsstellenleiter und Einsatzleiter Martin Stifter.

Im Bereich des Gernkogel nahmen Bergretter, Alpinpolizei, Hundeführer, die Freiwillige Feuerwehr mit drei Drohnen sowie Mitarbeiter der Bergbahnen die Suche auf.

Laut Liftbetreiber war das Skiticket des Vermissten zuletzt gegen 10:30 Uhr bei der Straßalmbahn registriert worden. Die Einsatzkräfte fuhren mit der Gondel auf, teilten sich in Teams und durchsuchten das Gelände mit Skidoos. Aufgrund der angespannten Lawinensituation wurde jedoch bewusst auf ein Einfahren in steiles freies Gelände verzichtet. Stattdessen konzentrierte man sich auf Pistenränder und angrenzende Bereiche.

<p>Die Unglücksstelle im Skigebiet St. Johann-Alpendorf.</p>

Die Unglücksstelle im Skigebiet St. Johann-Alpendorf.

© Bergrettung Salzburg

Drei Lawinenkegel wurden durch Hundeführer und mittels LVS überprüft. Eine Handyortung ergab schließlich die Position des Vermissten weit abseits der Pisten. "Wir suchten auf der Nassschneelawine mittels LVS-Gerät nach dem Mann und konnten ihn finden", so Stifter.

Da es sich um einen steilen, lawinengefährlichen Graben handelte, wurde die Bergung nach Rücksprache mit der Alpinpolizei auf Mittwochvormittag verschoben. Der Sucheinsatz wurde um 20:20 Uhr beendet.

Am Einsatz beteiligt waren 23 Bergretterinnen und Bergretter, drei Lawinensuchhundeführer, die Alpinpolizei, das Libelle-Team des Innenministeriums (für die Bergung am Folgetag), die Freiwillige Feuerwehr St. Johann mit drei Drohnenteams sowie Mitarbeiter der Bergbahnen.

Große Lawinengefahr im Salzburger Land

In den letzten Tagen war für große Teilen Österreichs die Lawinenwarnstufe 4 der 5-stufigen Skala ausgerufen. Alpine Verbände, Bergrettung und Sicherheitsbehörderten forderten zur Zurückhaltung auf.