Enge Zusammenarbeit mit regionalen Lawinenwarndiensten
Eine Studie des Deutschen Alpenvereins belegt, dass die überlebenswichtigen Informationen aus den offiziellen Lawinenlageberichte von einem Großteil der Wintersportler nur unzureichend in eine sichere Tourenplanung übersetzt werden können und bei der praktischen Anwendung Unsicherheiten erzeugen. Der neue Karten-Layer soll kritische Gefahrenzonen verständlich sichtbar machen und so eine klare Orientierung und sichere Tourenplanung für alle Outdoor-Enthusiasten bieten, egal ob Experte oder Hobbysportler.
Das Outdooractive Kartografie-Team arbeitet für die Ent- und Weiterentwicklung laut eigener Aussage eng mit den regionalen Lawinenwarndiensten zusammen. Dem Layer liegen demnach die offiziellen Informationen von 20 globalen Lawinenwarndiensten und Organisationen zugrunde. Die tagesaktuellen Daten aus diesen Berichten werden von Outdooractive gebündelt und mithilfe von topografischen Daten weltweit, wo vorhanden, auf der Karte visualisiert.
Grundlayer kostenfrei zugänglich
Der Lawinenlage-Layer ist kostenfrei für alle Nutzer zugänglich und ergänzt die bereits umfangreiche Auswahl an (überwiegend hinter der Bezahlschranke befindlichen) Tools. "Der neue Layer ist eine wertvolle Unterstützung bei der Planung von Skitouren und trägt dazu bei, das Verständnis für die Lawinenprobleme in der Schneesport-Community zu etablieren", so die Einschätzung von Lawinenexperte Michael Larcher.
Wie wird der Layer zur Tourenplanung verwendet?
Beim Aktivieren des Layers wird jede Lawinenregion anhand ihrer gültigen Gefahrenstufe(n) eingefärbt. Diese flächenhafte Darstellung allein liefert einen wichtigen Überblick: Je nach persönlicher Erfahrung und Risikobereitschaft können so relevante Tourengebiete gewählt oder ausgeschlossen werden. Der Fokus dieses Layers liegt auf der Vermeidung von Schneebrettlawinen, die von Wintersportlern selbst ausgelöst werden können. Die Einzugs- und Auslaufbereiche von Lawinen sind NICHT Teil des Layers.
Was ist der Unterschied zum ATHM-Layer?
Auch der ATHM-Layer markiert Bereiche im Gelände, in denen Wintersportler potenziell Lawinen auslösen können. Im Unterschied zum Lawinenlagelayer werden im ATHM-Layer allerdings nur statische Eigenschaften des Geländes wie Hangform, Hanggröße, Hangneigung und Bewuchs visualisiert. Die dynamische Komponente – also die sich täglich aufgrund des Wetters verändernde Stabilität der Schneedecke – findet im ATHM-Layer keine Berücksichtigung. Vereinfacht gesagt:
Der ATHM-Layer zeigt dir, in welchem Gelände grundsätzlich Lawinen ausgelöst werden können.
Der Lawinenlagelayer zeigt dir, in welchen Bereichen heute eine Lawinenauslösung besonders wahrscheinlich ist.

Muss ich den offiziellen Bericht noch lesen? Ja!
In der Karte können neben den Gefahrenstufen nur die Kernzonen der im Bericht genannten Lawinenprobleme grafisch abgebildet werden (Höhenzone + Hangausrichtung + ausgewählte Hangneigungen). Im Layer werden nicht visualisiert:
Zu erwartende Lawinengröße
Anzahl der Gefahrenstellen
Zur Lawinenauslösung benötigte Zusatzlast
Gefährdete Geländeformen außerhalb der Kernzone (z.B. eingewehte Rinnen und Mulden bei Triebschnee)
Einzugsbereiche und Auslaufbereiche von Lawinen
Diese Informationen sind ausschließlich im Text des Lawinenlageberichts zu finden und müssen bei der Tourenplanung ebenfalls berücksichtigt werden!
Erste Einschätzung der ALPIN-Redaktion
ALPIN-Portalmanager Holger Rupprecht, jeden Winter auf 20 bis 30 Skitouren unterwegs, freut sich über die Neuerung:
"Es ist zu begrüßen, dass ein privatwirtschaftliches Unternehmen wie Outdooractive mit dem neuen Lawinen-Layer auch in der kostenfreien Basis-Version einen Beitrag zu mehr Sicherheit auf winterlichen Touren leistet. Für einen Offline-Zugriff auf Tour, also die Nutzung ohne Internetverbindung, ist aktuell aber die kostenpflichtige Version (Pro oder Pro+) erforderlich.
Wichtig bleibt: Keine App ersetzt die Gefahrenbeurteilung vor Ort. Auch wenn die App "grünes Licht" gibt, können sich Gefahrenstellen manchmal erst vor Ort erschließen. Dafür braucht es aber lawinenkundliches Beurteilungsvermögen, das sich alle, die abseits gesicherter Skiräume unterwegs sein möchten, aneignen sollten. Eine gute Gelegenheit, dies zu tun, bietet das Lawinensymposium mit Vivalpin im Rahmen der ALPIN-Tiefschneetage am 14. Dezember auf der Zugspitze. Die Anmeldung läuft ..."




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