Drei verletzte Personen

Lawine im Montafon reißt 14 Deutsche mit: Gefahrenstufe erheblich

Am Samstag (11.03.2023) brauch eine 18-köpfige Skitourengruppe aus Deutschland zu einer Skitour oberhalb der Lindauer Hütte im voralberger Rätikon auf. Auf etwas mehr als 2.000 Metern löste sich eine Lawine und riss 14 Personen mit. Drei Tourengeher erlitten Verletzungen. Zum Zeitpunkt des Lawinenabgangs herrschte Gefahrenstufe "erheblich" (Warnstufe 3) in den österreichischen Alpen.

Blick vom Öfapass ins Rätikon.
© Thomas Harrer

Update 20.03.2023: Herkunft der Skitourengeher

Die Tourengeher:innen stammten laut Polizeis unter anderem aus aus Wernigerode in Sachsen-Anhalt, dem Raum München sowie aus Lindau in Bayern.

Meldung vom 17.03.2023: Lawine am Öfapass: 14 Personen verschüttet

Am Samstagvormittag stieg die Gruppe von Skitourengehern oberhalb der Lindauer Hütte durch den Öfatobel in Richtung Öfapass auf. Als die Tourengeher gegen 10:25 Uhr etwa 2.200 Meter erreicht hatten, löste sich von der Drusenfluh kurz unterhalb des Öfapass selbstständig eine Lawine. 14 der 18 Personen wurden in Folge von den Schneemassen erfasst und mitgerissen.

Zehn der Wintersportler wurden nur teilweise verschüttet und konnten sich selbstständig befreien. Vier Tourengeher wurden allerdings komplett verschüttet. Dank der schnellen Reaktion ihrer Kameraden konnten sie zügig lokalisiert und aus dem Schnee befreit werden.

Drei Personen mussten wegen ihrer Verletzungen ärztlich behandelt werden. Die Skitourengruppe war mit vollständiger LVS-Ausrüstung ausgestattet. Einige Personen trugen Rucksäcke mit Lawinenairbags.

Erhebliche Lawinengefahr am Wochenende

Aufgrund ergiebigen Neuschnees herrschte am Wochenende erhebliche Lawinengefahr (Stufe 3). Das schlechte Wetter mit Schneefall und Nebel beeinträchtige die Sicht, wodurch eine Heli-Rettung nicht möglich war. Im Einsatz waren laut Informationen des ORF die Bergrettung Vandans und die Bergrettung Schruns-Tschagguns mit 26 Einsatzkräften sowie die Alpinpolizei mit zwei Beamten.

Tourenregion Lindauer Hütte

Die Lindauer Hütte ist ein beliebtes Tourenziel im Rätikon an der Grenze zwischen Vorarlberg und Graubünden. Sie ist gerade von der Bodenseeregion aus schnell zu erreichen. Der Talschluss unterhalb der Drei Türme, Sulz- und Drusenfluh bietet nicht nur geniale Aussichten, sondern auch umfangreiche Tourenmöglichkeiten. 

Die Tour zum Öfapass ist dabei eine der weniger schwierigen Touren um die Hütte und bietet eine Verbindung von der Lindauer Hütte ins Brandnertal, zum Lünersee und in Richtung Schesaplana.

5 Kommentare

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Florian

chrijos, du kennst die Gegend dort so gut und warst an dem Tag auch dort, dass du dir vom Sofa aus ein Urteil erlaubst?

Die Tour zum Öfapass ist harmlos und bei einem Dreier normalerweise kein Problem.

Hier war vmtl viel Pech dabei, wenn es da zu der vermuteten Sekundärauslösung gekommen ist.

Konkretes wird eine SERIÖSE Beurteilung durch den LWD bringen.

Pablo

Stufe 3 und schlechte Sicht und grosse Gruppe in einem Tobel. Kapitaler Fehler.

R. Aus N.

Hut ab, der gesamten Skitourengruppe, astreine Ausrüstung. Ein Lawinenabgang ist immer möglich, man sollte natürlich die aktuelle Situation beachten und beobachten usw.....
Es konnten alle durch die eigenen Kameraden ausgegraben und gerettet werden, gute Ausbildung an den Geräten rettet Leben.
Dank allen beteiligten Rettern.

chrijos

Sollte dies eine geführte Tour gewesen sein, sollte unmittelbar und für die Ewigkeit dem Leiter die Lizenz entzogen werden. Und ne saftige Strafe natürlich auch noch. Unverantwortlich sowas

Birgit auf Facebook

Ich zolle meinen großen Respekt den Bergrettern, die ihr eigenes Leben riskieren um anderen zu helfen. Null Verständnis habe ich für Leute, die trotz Lawinenwarnung ins Gelände gehen. Das ist nicht mutig, das ist dumm.