Anlässlich des Internationalen Tags der Familie am 15. Mai gibt der DAV Tipps für gelungene Familien-Wanderungen.

Viele Eltern standen und stehen derzeit vor ähnlichen Herausforderungen. Nicht nur Homeschooling und Homeoffice müssen unter einen Hut gebracht werden. Auch der Bewegungsdrang des Nachwuchses will befriedigt werden. 

Schulsport fällt im Wechsel- oder Präsenzunterricht aus, Sportvereine haben geschlossen, überfüllte Spielplätze meidet man eher. Und die Kinder springen auf dem Sofa Trampolin. Was tun?

"Eine wunderbare Idee ist ein gemeinsamer Ausflug in die Berge", weiß Doris Kordon, die beim DAV das Thema Familienbergsteigen betreut. "Die Natur und die Berge sind ein einmaliger Erlebnisraum. Kinder können sich ausprobieren, aktiv sein, spielen und Abenteuer erleben. Dabei brauchen Kinder keinen Gipfel. Sie suchen stattdessen spannende Abenteuer und Geheimnisvolles überall in der Natur. Begegnungen mit Tieren und Pflanzen sind sehr eindrucksvoll, Wasser lädt immer zum Spielen ein."

Und wer sich als Erwachsener auf die kindliche Erlebniswelt einlässt und sich von der Fantasie und Entdeckungslust der Kinder mitreißen lässt, wird ähnlich viel Freude und Abenteuer erleben, wie die Kleinen und Neues entdecken.

Mit Kindern in den Bergen: Worauf Eltern achten sollten

Wer mit Kindern in die Berge aufbricht, sollte bereits die Tourenplanung sorgfältig angehen. Ideen und Wünsche der Kinder können dabei einfließen. Geländekenntnis, gute Karten sowie zusätzliche Informationen über die aktuellen Verhältnisse und das Wetter helfen, später keine unliebsamen Überraschungen zu erleben.

"Eine gute Tourengliederung hilft, die eigenen Kräfte und die der Kinder besser einzuteilen“, rät Doris Kordon. "Eine Möglichkeit ist, schon im Vorfeld das eine oder andere zu den geplanten Rastplätzen und zu attraktiven Wegabschnitten zu erzählen. Die Aussicht, eine Höhle zu erkunden oder mit Steinen ein Mandala zu legen, steigert die Vorfreude."

Am besten plant man flexibel und ermöglicht so jederzeit und spontan Verlängerungen und Verkürzungen – je nach Motivation, Witterung und Kondition. Ausreichend Trinken, eine Brotzeit und Snacks zwischendurch sollten natürlich auch nicht vergessen werden.

Sicherheit am Berg

Sicherheit und Ausrüstung spielen bei einem Familienausflug in die Berge eine bedeutende Rolle. "Durch eine gute Planung lassen sich viele Gefahren vermeiden. Allerdings sollte man immer berücksichtigen, dass Kinder Anweisungen schnell vergessen und häufig keinen Blick für Gefahrensituationen haben", erklärt Doris Kordon. "Man sollte Kinder jederzeit im Blick haben und sie nur in sicherem und überschaubarem Gelände vorausgehen lassen." 

Im Aufstieg bleibt man als Erwachsener direkt hinter dem Kind, um mögliche Ausrutscher abzufangen oder um bei großen Stufen Hilfestellung zu geben. Besteht Rutsch- oder Sturzgefahr im Abstieg, kann das Kind an die Hand genommen werden oder mit Hilfe von Brust- und Hüftsitzgurten und "kurzem Seil" gesichert werden. 

"Besonders mit kleineren Kindern sollten Situationen und Aktionen vermieden werden, vor denen sie Angst haben", rät Doris Kordon. "Steinschlaggefährdetes Gelände sollte man unbedingt umgehen und auch extreme Wetterverhältnisse wie Gewitter gilt es zu vermeiden."

Gesund auf den Berg und wieder runter heißt auch, die Ausrüstung im Blick zu haben: Ist genügend Trinken eingepackt? Sind Ersatz(unter-) wäsche, Regenjacke und warme (Fleece-)Pullis für die Kinder im Gepäck? Hat man an Sonnenschutz wie Creme, Hut oder Sonnenbrille gedacht? Und ist die Rucksackapotheke vollständig?

Was muss mit beim Bergwandern auf Tagestour? Klickt auf das Bild für eine Großansicht unserer Packliste:

Was muss mit auf 2-Tages-Tour? Die staatlich geprüfte Bergwanderführerin Christina Döderer zeigt euch, was in den Rucksack gehört:

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