Bayerische Staatsregierung bittet Bürger, keine großen Ausflüge zu unternehmen.

Seit dem 21. März gelten in Bayern weitreichende Ausgangsbeschränkungen. Dennoch haben die Menschen im Freistaat nach wie vor die Möglichkeit, sich im Freien sportlich zu betätigen - vorausgesetzt man tut dies alleine oder in Begleitung von Familienangehörigen "aus dem eigenen Hausstand", so die offizielle Formulierung.

Auch ein offizielles Verbot von Ski-, Mountainbike- oder Wandertouren - wie in Tirol bereits in Kraft - gibt es für den bayerischen Alpenraum derzeit nicht; und soll es nach dem Willen von Ministerpräsident Markus Söder auch nicht geben. Dennoch sah sich die Staatsregierung nun zu einer Stellungnahme in der Frage gezwungen.

Dicht an dicht auf der Bank am Tegernsee: Aufnahme vom 24. März.

| © Imago / Overstreet

Denn bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel hatten in den vergangenen Tagen nämlich nicht nur viele "Corona-Ausflügler" aus München und dem Umland das Tegernseer Tal besucht, auch in anderen Teilen der bayerischen Alpen war ordentlich was los. 

Video: BR-Magazin "Quer" vom 26.03.2020 zum Thema.

Nach Beobachtungen der Bergwacht Sonthofen sollen beispielsweise im Bereich des Riedberger Horns und des Grasgehren unzählige Wanderer und Skitourengeher unterwegs gewesen sein, ein Großteil noch dazu aus anderen Landkreisen.

Bilder, die angesichts der guten Wetteraussichten an diesem Wochenende wieder "drohen", aber sich aufgrund der derzeitigen Lage nicht wiederholen sollen. 

Innenminister Joachim Herrmann hat daher heute im Bayerischen Rundfunk die Bevölkerung dazu aufgerufen, auf Ausflüge zu verzichten. Es sei nicht Sinn der Sache, wenn Leute 50 oder 100 Kilometer weit fahren würden, um beispielsweise in die Berge zu kommen. Dies sei nicht nur für die betroffenen Landkreise eine Belastung, sondern auch für die Mitarbeiter der örtlichen Bergwacht.

Das sieht sicher auch Bernd Zehetleitner so. Der Bereitschaftsleiter der Bergwacht Sonthofen appellierte in einem Post auf der Facebookseite der Bergwacht noch einmal, derzeit auf Touren zu verzichten:

"Unabhängig der Eigengefährdung für unsere Bergwachtler wird durch diese Einsätze die gesamte Einsatzfähigkeit der jeweiligen Bergwachtmannschaft massiv gefährdet, da z.B. Quarantänemaßnahmen bei Verdachtsfällen natürlich auch für uns gelten. Aus diesem Grund stehen uns jetzt schon einzelne Rettungsmittel und Hubschrauber nicht mehr zur Verfügung. Dass es nicht hilfreich ist, wenn momentan Krankenhausbetten durch die Folgen von Freizeitunfällen wochenlang belegt sind, sollte auch jedem klar sein. Auch Egoisten sollten sich darüber im Klaren sein, dass sie selbst darunter leiden, wenn sie zufälligerweise selbst betroffen sind. Übrigens: Bergkameradschaft bedeutet nicht, dass man aktuell noch dicht gedrängt in Gruppen am Gipfelkreuz sitzen muss, selbst wenn man einzeln auf Tour ist."

Dass man auch daheim etwas für seine Fitness tun kann, zeigt unsere Fotogalerie mit witzigen Social-Media-Posts:

23 Kommentare

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Kalle

@Offi
Das war der Spruch der brasilianischen Militärdiktatur in den 70-ern:
"Love it or leave it!"
"Ame-o ou deixe-o!"

LaurasOutdoorParadise

Desweiteren frage ich mich, wie die Menschen, die jetzt alle aus Angst zuhause bleiben, bisher überlebt haben. Denn: Bakterien und Viren lauern an jedem Grashalm! Da geht man einmal in den Garten, zieht sich einen Splitter zu, da hat man schwupps eine Blutvergiftung und zack ist man tot!

LaurasOutdoorParadise

Es ist erschreckend, wie schnell sich viele Menschen einsperren lassen, wie schnell manche Menschen springen, sobald mal einer mit den Fingern schnipst.
Die meisten Unfälle passieren im Haushalt! Dürfen wir jetzt nicht mehr kochen, schrauben, bohren und sägen, nur, weil uns dabei evtl. etwas passiert? Von den Hobbydachdeckern und Möchtegernelektrikern mal ganz abgesehen!
Was spricht also dagegen, leichte Wandertouren zu unternehmen?

Michael T. Heck

@Offi Sie offenbaren ein sehr bedenkliches Demokratieverständnis. Mit dieser Einstellung hätten Sie sich aufs Beste mit den "anderen Herrschaftsformen" in den letzten hundert Jahren auf deutschem Boden arrangiert...

Offi

Wer mit unserem Staat nicht zufrieden ist sollte einfach auswandern, aber bitte nicht zurück kommen wollen wenn ein Unglück droht!

und Tschüss

g.ti

Ich lasse mich da nicht einsperren, gehe weiter leichte Wanderungen mit Verletzungswahrscheinlichkeit 0% --notfalls zahle ich halt 150.- Euro Strafe, das ist immer noch billiger als ein Urlaub auf Mauritius, der ja zur Zeit nicht möglich ist. Dabei gehe ich nicht in die Nähe von anderen Wanderern, setze mich mal auf eine Bank und trinke was und fahre dann die 10 km wieder zurück nachhause--
U-Bahn-Fahren in München ist sicher 100x gefährlicher

huettentraum

Mensch @Pit, Du hast zuviel Bildzeitung gelesen - schade nach Bayern kannste ja dann auch nicht mehr.

Susi

Blockwarte und Spitzel haben wieder Konjunktur.
Sie könnten ja zu Hause bleiben.

Pit

Weitaus mehr als die sicher vorhandene Ignoranz und Unvernunft Einzelner in dieser "Krise" beunruhigt mich die grassiende IM-, Blockwart-, Spitzel- und Denunziatenmentalität in diesem Zusammenhang. Und selbstverständlich die Bereitschaft, auf jedwede Freiheitsrechte zu verzichten, die jahrhundertelang erkämpft wurden und jetzt mit fadenscheinigen Begründungen und Statistikspielereien weggewischt werden.

Was kommt jetzt als Nächstes? Zwangsüberwachung per Smartphone-App? Belohnungen und Verdienstorden für jeden, der seinen Nachbarn wegen möglicher subversiver Tätigkeiten im Zusammenhang mit Corona anschwärzt? Schießbefehl bei Nichtbeachtung der Notverordnung, weil unsere tollen Behörden der Sache anders nicht mehr Herr werden?
Und wer glaubt, einmal erlassene derartige Vorschriften würden jemals wieder aufgehoben, glaubt sicher auch, dass der Klapperstorch die Babies bringt.

icke

Danke - lieber @Bergfreund. Du sprichst mir von der Seele. Jetzt am Wochenende waren soviele Berliner im Lande Brandenburg - und das in Gruppen !!! Wir bleiben zu Hause und die Städter toben sich bei uns in der Landschaft aus. Warum wird nicht rigeros veranlaßt, dass alle dort in der Region, wo sie leben in solchen Situationen auch bleiben !
Was seid ihr denn alle für Weichlinge! Kneift doch mal alle die A--- backen zusammen, kämpft doch mal selbst mit euch, reißt euch zusammen, (auf dem Berg könnt Ihr das doch auch). Aber scheinbar haben viele - zu viel Butter auf`s Brot geschmiert bekommen. In der größten Not erkennt man nicht nur seine Freunde - ich glaube auch die wahre Menschheit! und da gibt`s leider noch verdammt viel zu tun.
Ich wünsche allen - bleibt gesund!

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