Nachdem Hans Kammerlander 1991 zwei seiner besten Freunde am achthöchsten Berg der Erde verloren hatte, wollte der Südtiroler nie mehr an den Manaslu (8163m) zurückkehren. Jetzt hat der Extrembergsteiger offenbar seine Meinung geändert.

Es ist eine kleine Überraschung: In einem Interview mit der Online-Ausgabe der Kleine Zeitung lies der 59-Jährige durchblicken, dass er sich wieder konkret mit dem Manaslu beschäftigt:

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"An den Manaslu möchte ich zurück, vielleicht 2017 oder 2018, dann habe ich das abgeschlossen. Dort habe ich viel erlebt. Vom Manaslu bin ich im Kopf geflüchtet, aber man ändert oft seine Meinung."

1991 hatte Kammerlander zusammen mit seinen beiden Freunden Friedl Mutschlechner und Karl Großrubatscher einen Besteigungsversuch an dem Achttausender unternommen. Das Vorhaben endete in einer Katastrophe.

Am 10. Mai waren die drei Südtiroler zusammen Richtung Gipfel aufgebrochen. Während Mutschlechner und Großrubatscher aber schon bald wieder den Rückweg zu Lager III antraten, kämpfte sich Kammerlander bei Sturm noch bis zum Gipfelgrat. Dann musste auch er aufgeben.

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Nach seiner Rückkehr in Lager III wurde Kammerlander nur von Friedl Mutschlechner empfangen, von Großrubatscher fehlte zunächst jede Spur. Wenig später stießen die beiden Südtiroler schließlich unterhalb ihres Lagerplatzes auf den Leichnam ihres Kameraden.

Mutschlechner und Kammerlander konnten bei Nebel und starkem Schneefall ihren Abstieg Richtung Lager II weiter fortsetzen. Dort gerieten die Alpinisten in ein starkes Gewitter, in dessen Verlauf Mutschlechner tödlich von einem Blitz getroffen wurde.

Kammerlander gelang es mit letzter Kraft, Hochlager I zu erreichen, wo er in panischer Angst die Nacht verbrachte, ehe er am folgenden Tag bis ins Basislager absteigen konnte.

Schwer traumatisiert von den Ereignissen schwor sich Kammerlander, nie mehr wieder an den Manaslu zurückzukehren. So fehlt der Bergriese bis heute in der ansonsten fast perfekten Achttausender-Bilanz des 59-Jährigen.

Fast deshalb, da Kammerlander an der Shishapangma (8027m) 1996 nur den Mittelgipfel bestiegen hatte. Für den passionierten Oldtimer-Sammler scheint dieser "Makel" aber kein Problem zu sein:

"Auf dem Shishapangma war ich", so Kammerlander dazu knapp in dem erwähnten Interview.

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7 Kommentare

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doka1992

Lieber Hans Kammerlander,
ich durfte sie schon Anfang der neunziger Jahre in Koblenz/Deutschland erleben. Dies mehrmals dort und auch auf einem Vortrag im Westerwald. Nie hat mich ein Bergsteiger so in den Bann der Berge gezogen. Ich wünsche ihnen das sie noch lange dem Bergsteigen treu bleiben dürfen.
Ihre Wahrhaftigkeit zeugt von einem großem Respekt zum Leben.
Lieben Gruss, Uwe Baumann

M.H. Schifko-Kassekert Dr

Enge Freunde am Berg zu verlieren sind schlimmere Traumata als bei einem Autounfall auf der Straße sozusagen die Schuld am Tode eines Menschen zugeschrieben zu bekommen.1,46Promille ist nicht viel Alkohol und dieser Unfall wäre auch mit 0Promille so verlaufen. Nichts desto trotz sollte man nichts trinken, denn es kann immer etwas passieren. Dass die eigenen Leute so negativ gegen Sie eingestellt waren, erinnert mich daran, dass alle Messner die Schuld am Tod seines Bruders gaben.
Wehe, man gehört zu den Menschen, die von anderen beneidet werden, dann fallen sie über einen her wie tollwütige Tiere. - Alles Gute und viel Gesundheit. M.H.SchiKa

Zimba

@Hoferin: Ihre Mißgunst interessiert niemanden. Riechen sie erstmal dahin, wo Hans schon hingeschi..en hat. HabedieEhre

Toni Rückel , Saulgrub bei Oberammergau Oberby.

Darf ich die Zurüstung von Thomas Huber sen. unterstreichen. Hans, ich freu mich, daß es bei Dir wieder aufwärts geht. Ich wünsch Dir alles Gute und Gottes Segen und freu mich, wenn ich Dich bei einem Vortrag wieder mal erleben darf; so wie in Oberammergau , wo ich Dir einen Parkplatz zeigen durfte und ein paar Stunden später Dein Buch "Am seidenen Faden" signiert hast. Ich denke sehr gern an Dich.

hoferin


Nach Shisha Pangma (Gipfelfake 1998 ) und Mount Logan (Gipfelfake 2010) scheint sich nun auch der Puncak Trikora (2011) als der nächste Gipfelfake Kammerlanders zu bewahrheiten.

Ein „Ausnahmebergsteiger“ eben…

Hoferin

"Auf dem Shishapangma war ich", so Kammerlander.....Alter Schwede, da hat wohl einer die lebenslange Lizenz zum Lügen.

Wird ein schöner Shitstorm werden, falls er nach dem Manaslu behaupten sollte, er hätte alle 14 Achttausender gemacht.

Thomas Huber sen.

Gratuliere dem Hans. Es freut mich für ihn, dass er nach seinen trau-
matisierenden Erlebnissen wieder die Kraft findet, seinen 14. Achttausender ins Auge zu fassen.