Welcher Kletterer kennt es nicht: Schwarze Hände vom Sichern. Aber woher kommt das? ALPIN-Testredakteur Olaf Perwitzschky geht der Frage nach.

Frage von Felix per E-Mail: Warum werden manche Seile extrem schmutzig und hinterlassen auf den Händen schwarzen Abrieb, andere aber kaum? 

Vor allem ältere Stricke sind in der Regel deutlich sauberer. Aber auch nicht alle neuen Seile werden so schwarz. Auffällig ist, dass oft nur die eine Seite des Seils dunkel ist, so als käme der Schmutz von GriGri oder Expressschlingen – dagegen spricht aber, dass eben nicht alle Seile, die ich mit meiner Ausrüstung verwende, so schwarz werden.

Antwort von Olaf: Das Schwarze, was man bei einigen Seilen nach dem Sichern/Ablassen an den Händen hat und in fortgeschrittenen Stadien auch an den Seilen sieht, ist Alu-Abrieb von den Karabinern bzw. Sicherungsgeräten, da hast du ganz richtig vermutet. 

Deshalb ist oft auch nur eine Seite schwarz. Es laufen ja nicht beide Seiten des Seils über den Schenkel des Karabiners, auch wenn das Seil natürlich immer etwas anders zu liegen kommt. Warum einige Seile schwarz werden und andere nicht, liegt am Finish bzw. an der Behandlung der Seile und dem Grad der Abnutzung. 

Auch, ob du schneller oder langsamer ablässt, spielt eine Rolle. Bauschige, pelzige Seile neigen nicht so zu schwarzen Händen wie glatte. Da verhindert wahrscheinlich der „Pelz“, dass du schwarze Hände bekommst. 

Bei Sicherungsgeräten, bei denen das Seil nicht unter Last über einen Alu-Schenkel eines Karabiners läuft (GriGri, Revo, etc.), wirst du spürbar weniger Alu-Abrieb am Seil haben. Aber von der Umlenkung kommt natürlich auch ein Anteil, allerdings sind die (in der Halle) oft aus Stahl. Also entweder ein entsprechendes Sicherungsgerät kaufen oder nach dem Klettern/Sichern Hände waschen.

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Olaf ist ALPIN-Testredakteur & staatl. gepr. Berg- und Skiführer. Er versucht für Euch, auch auf die kniffeligsten Fragen die richtigen Antworten zu finden.

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