Im sehr steilen Gelände blockiert

Nacht-Einsatz im Höllengebirge: Erschöpfter Schneeschuhwanderer gerettet

Am Abend des 10. Februar 2026 musste die Bergrettung Ebensee zu einem anspruchsvollen Wintereinsatz im Höllengebirge ausrücken. Ein erschöpfter Schneeschuhwanderer war im tief verschneiten Gelände zwischen Alberfeldkogel und Rieder Hütte blockiert.

Die Bergrettung im Einsatz, links im Bild der Rettungshubschrauber C14.
© Bergrettung Oberösterreich

Alarmierung kurz vor Einbruch der Dunkelheit

Am 10. Februar 2026 wurde die Bergrettung Ebensee kurz vor 18 Uhr zu einem winterlichen Notfall im Höllengebirge alarmiert. Der Schwiegersohn eines Schneeschuhwanderers hatte die Einsatzkräfte verständigt, nachdem ihn eine Nachricht des Mannes erreicht hatte: Der Wanderer war seit dem Vormittag unterwegs, stark erschöpft und aufgrund der einbrechenden Dunkelheit nicht mehr in der Lage, weiterzugehen. Eine genaue Routenangabe konnte er nicht machen, lediglich, dass er sich auf dem Rückweg zur Bergstation Feuerkogel befinde.

Die Feuerkogelseilbahn nahm ihre Anlage außerhalb der regulären Betriebszeiten in Betrieb und brachte die Einsatzmannschaft rasch auf den Berg. Diese Unterstützung war laut Bergrettung maßgeblich für den weiteren Verlauf des Einsatzes. Parallel wurden der nachtflugtaugliche Polizeihubschrauber Libelle aus Salzburg sowie die Drohnengruppe der Feuerwehr Roith und der Bergrettung Ebensee aktiviert. Die neue Bergrettungshütte am Feuerkogel diente als Einsatzzentrale.

Schwierige Kommunikation und großes Suchgebiet

Aufgrund schlechten Mobilfunkempfangs war der Kontakt zum Verunfallten nur eingeschränkt möglich. Über ein kurzes Verbindungsfenster, vermittelt durch die Rettungsleitstelle Linz, gelang eine Standortabfrage. Der Mann befand sich demnach zwischen Alberfeldkogel und Rieder Hütte – ein weitläufiges, steiles und tief verschneites Gebiet.

Mehrere Suchtrupps machten sich sofort auf den Weg. Gleichzeitig wurde der Bereich für den Polizeihubschrauber eingegrenzt, der den Wanderer schließlich lokalisieren konnte.

<p>Die Bergrettung auf der Suche im tiefen Schnee. </p>

Die Bergrettung auf der Suche im tiefen Schnee. 

© Bergrettung Oberösterreich

Steiles Gelände verhindert bodengebundene Rettung

Der Schneeschuhgeher befand sich in sehr steilem, schwer zugänglichem Gelände. Ein Abtransport am Boden wäre aufgrund der Geländeform und der großen Distanz zur Bergstation nicht möglich gewesen. Die Einsatzleitung entschied daher, den Rettungshubschrauber C14 anzufordern.

Nach einer Erstversorgung durch die Bergrettung Ebensee konnte der Mann kurz vor 21 Uhr mittels Winde geborgen und ins Krankenhaus geflogen werden. Er war stark unterkühlt, aber ansprechbar. Gegen 23 Uhr waren alle wohlbehalten im Tal. Die Bergrettung betont das hervorragende Zusammenspiel aller beteiligten Organisationen, Bergrettung, Polizei, Feuerwehr und Feuerkogelseilbahn, als entscheidenden Faktor für den erfolgreichen Einsatz.

<p>Erstversorgung des Gesuchten.</p>

Erstversorgung des Gesuchten.

© Bergrettung Oberösterreich

Die Tour: Zwischen Feuerkogel, Alberfeldkogel und Rieder Hütte

Das Gebiet zwischen Feuerkogel, Alberfeldkogel und Rieder Hütte zählt zu den klassischen Wintertouren im Höllengebirge. Schneeschuhwandernde bewegen sich dort meist auf kupiertem, teils steilem Gelände, das bei Neuschnee schnell anspruchsvoll wird. Bei schlechter Sicht, tiefem Schnee und einsetzender Dunkelheit kann die Orientierung schwierig werden. Die Tour erfordert daher gute Kondition, sichere Navigation und eine realistische Zeitplanung.

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Text von Robert Scheitzeneder

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