Prominente Ablöse nach vier Jahrzehnten

Alexander Huber übernimmt Schlüsselrolle bei Mountain Wilderness

Die internationale Bergschutzorganisation Mountain Wilderness bekommt einen neuen Garant: Der Spitzenalpinist Alexander Huber wird die Nachfolge von Richard Goedeke antreten, der diese Rolle fast vier Jahrzehnte lang innehatte.

Alexander Huber und Richard Goedeke.
© Mountain Wilderness Deutschland

Langjähriger Garant übergibt Verantwortung

Die internationale Bergschutzorganisation Mountain Wilderness wurde im Jahr 1987 gegründet. Damals wählten die Initiatoren insgesamt zwanzig sogenannte Garanten aus verschiedenen Ländern. Ihre Aufgabe: Die Grundidee der Organisation – den Schutz von Bergwildnis, alpiner Ökosysteme und der Lebensräume indigener Bergvölker – in ihren Heimatländern zu vertreten und sicherzustellen, dass die Werte von Mountain Wilderness nicht verwässert oder kommerzialisiert werden.

Richard Goedeke, deutscher Alpinist, Autor und Mitbegründer der Organisation, hat diese Rolle über nahezu vier Jahrzehnte ausgeübt. In der aktuellen Mitteilung erklärt er, er wolle die Verantwortung nun "in jüngere Hände" legen. Er betont, dass Alexander Huber die Bergwildnis aus eigener Erfahrung kenne, bereits an Aktionen von Mountain Wilderness teilgenommen habe und die Organisation international glaubwürdig vertreten könne.

Alexander Huber übernimmt Garant-Position

Alexander Huber zeigt sich in der Mitteilung hochmotiviert. Er betont, dass der Mensch aus der Natur stamme und daher eine besondere Verantwortung trage, diese zu schützen. Der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen sei für ihn ein zentrales Anliegen. Er freue sich, Teil der Mountain-Wilderness-Gemeinschaft zu werden. Der Vorstand von Mountain Wilderness International begrüßt Hubers Bereitschaft. Die offizielle Wahl soll bei der nächsten Generalversammlung im Juni 2026 erfolgen.

Mit Alexander Huber übernimmt eine der bekanntesten Persönlichkeiten des modernen Alpinismus eine zentrale Rolle innerhalb der Organisation. Seine Erfahrung aus Expeditionen, Big-Wall-Projekten und klassischen Alpentouren verleiht dem Anliegen von Mountain Wilderness zusätzliche Sichtbarkeit. Aus bergsteigerischer Perspektive könnte der Wechsel auch ein Signal für eine stärkere Verbindung zwischen Spitzenalpinismus und Naturschutz sein.

<p>Alexander Huber am Cerro Torre in Patagonien, Argentinien.</p>

Alexander Huber am Cerro Torre in Patagonien, Argentinien.

© IMAGO / United Archives

Hintergrund: Mountain Wilderness

Mountain Wilderness ist eine internationale, politisch unabhängige Bergschutzorganisation. Sie setzt sich für den Erhalt unerschlossener Bergregionen, die Reduktion technischer Eingriffe in alpine Landschaften und den respektvollen Umgang mit Natur- und Kulturräumen ein. Zu den bekannten Kampagnen zählen unter anderem der Einsatz gegen Heliskiing, der Schutz von Gletscherregionen sowie Initiativen zur Bewahrung traditioneller Bergkulturen.

In Deutschland engagiert sich Mountain Wilderness Deutschland e.V. seit den neunziger Jahren für naturnahe Bergsportformen, Wildnisbildung und den Schutz alpiner Räume vor weiterer Erschließung.

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Text von Robert Scheitzeneder

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