Begehung im Alpinstil geplant

Simone Moro wagt neuen Winterversuch am Manaslu

Der italienische Extrembergsteiger Simone Moro und der nepalesische Alpinist Nima Rinji Sherpa wollen erneut gemeinsam zu einer Winterbesteigung des Manaslu (8.163 m) im Alpinstil aufbrechen. Für Rinji Sherpa ist es der zweite, für Moro der siebte Versuch.

Simono Moro am Manaslu bei einer vergangenen Expedition.
© Simone Moro

Winterbesteigung nach strengen Kriterien geplant

Laut der neuesten Informationen wollen sich der 58-jährige Moro und der 19-jährige Nima noch im Verlauf dieser Woche in Kathmandu treffen. Von dort wollen sie zunächst zur mehrwöchigen Akklimatisierung weiterziehen. Den Aufbruch zum eigentlichen Ziel, dem Achttausender Manaslu, haben sie für den 21. Dezember ins Auge gefasst. Dieses Datum ist kein Zufall, denn an diesem Tag beginnt aufgrund der Wintersonnenwende offiziell der astronomische Winter.

Damit erfüllen sie den für Moro strengen Rahmen einer Winterbegehung. Die offizielle Wintersaison an den nepalesischen Achttausendern startet mit meteorologischem Winterbeginn bereits am 1. Dezember. Permits sind ab diesem Zeitpunkt gültig. Wie das Team verlauten ließ, wollen sie wie bei den bisherigen Versuchen (Moro insgesamt sechs, Rinji Sherpa einen) "völlig autark" und im Alpinstil klettern. Das bedeutet konkret: ohne Sherpas zur Unterstützung, ohne zusätzlichen Sauerstoff und ohne Fixseile.

Zuletzt hatten sich Moro und Rinji Sherpa gemeinsam mit dem Polen Oswald Pereira im vergangenen Winter am Manaslu versucht. Im Vorfeld ihrer Höhenanpassung hatten sie dafür zunächst die formschöne Ama Dablam bestiegen. Schließlich hatte das Trio die Expedition aufgrund schlechter Bedingungen abgebrochen.

"Ein siebter Versuch an einem Gipfel mag lächerlich erscheinen, aber genau das braucht es"

Für die Seilschaft ist der Stil das alles Entscheidende: "Niemand hat jemals einen Achttausender im Winter im reinen Alpinstil bestiegen", äußerte sich Moro. Und fügte kämpferisch an: "Wir werden versuchen, das zu erreichen." Einem solchen Ziel war der Alpinist bereits extrem nahe, als er im Jahr 2009 mit Achttausender-Legende Denis Urubko den Makalu (8.481 m) nahezu im Winter im Alpinstil erreichte.

"Ich weiß, ein siebter Versuch an einem Gipfel mag lächerlich erscheinen, aber genau das braucht es, wenn man keine Abkürzungen sucht und die Messlatte immer hoch ansetzt", sagte er gegenüber ExplorersWeb. In diesem Gespräch merkte er zudem an, dass diese Expedition seine 122. (!) Reise nach Nepal seit 1992 sei, ein Land, das sich für ihn wie Heimat anfühle.

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Wer sind Simone Moro und Nima Rinji Sherpa?

Simone Moro ist der einzige Bergsteiger, dem vier Winter-Erstbesteigungen von Achttausendern sind: Shishapangma (2005), Makalu (2009), Gasherbrum II (2011) und Nanga Parbat (2016). Moro, der oft als "Meister der Winterbegehungen" bezeichnet wird, hat bereits sechsmal versucht, den Manaslu im Winter zu besteigen. Moro verbringt heutzutage die meiste Zeit in Nepal als Höhenhubschrauberpilot und konzentriert sich auf Rettungsmissionen in den Achttausendern.

Nima Rinji Sherpa ist der Sohn des Gründers des Expeditionsanbieters Seven Summit Treks, Tashi Lakpa Sherpa. Bereits mit 16 Jahren nahm der Jugendliche an den Expeditionen zu Achttausendern teil. Im vergangenen Herbst bestieg er mit 18 Jahren die Shishapangma und wurde damit zum jüngsten Bergsteiger aller Zeiten, der alle 14 Achttausender erreichte. 

Text von Lubika Brechtel

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