17. November 2025 | Rückzug des Teams vom Achttausender@(zwischenHeadlineTag)>
Wie vor wenigen Tagen bekannt wurde, haben sich die beiden Tschechen Marek Holecek und Radoslav Groh vom Achttausender Cho Oyu zurückgezogen. Veränderte Wetterbedingungen hatten dem Duo einen Strich durch die Rechnung gemacht: Nach nur zwei Tagen in der Südostwand drehte der starke Wind leicht nach Osten und begann, die Seilschaft zu treffen.
"Wir ahnten, dass wir das nicht lange aushalten würden", schrieb Holecek dem Portal explorersweb.com. Die beiden zogen sich zunächst zum Gletscher zurück, wo sie eigentlich ein Zelt zurückgelassen und Ausrüstung im Schnee vergraben hatten. Beim Lager angekommen, stellten die Alpinisten jedoch fest, dass alles Equipment verschwunden war. Beide vermuten Diebstahl. So blieb dem Team nur der Abstieg ins Basislager übrig. Dort fanden sie ein völlig zerstörtes Zelt vor.
"Bevor mich die Erschöpfung in einen tiefen Schlaf versetzte, waren meine letzten Gedanken: Ich habe genug, und ich habe genug von der Göttin [Spitzname für den Cho Oyu, Anm. d. Red.]", zitiert das Portal Holecek. Am nächsten Morgen stiegen Holecek und Groh zum Dorf Gokyo ab. Beide Männer gaben an, dass ihnen die Energie und Motivation für einen weiteren Versuch fehlen und sie in ihre Heimat zurückkehren wollen.
15. Oktober 2025 | Ehrgeizig: Tschechische Seilschaft plant neue Route am Cho Oyu (8188 m)@(zwischenHeadlineTag)>
Seit wenigen Tagen ist es "Facebook und Instagram"-offiziell: Der tschechische Profi-Alpinist und Achttausender-Bergsteiger Marek Holecek ist mit einem (für ihn typisch) ehrgeizigen neuen Projekt an die Öffentlichkeit gegangen. Gemeinsam mit dem in Tschechien ebenfalls als ehrgeiziger Alpinist bekannten 36-jährigen Radoslav Groh will er ein neue Route in der Südostwand des Cho Oyu (8188 m) in Nepal eröffnen.
Bereits in den Jahren 2021 und 2022 hatten sich die Landsmänner zu einer Seilschaft zusammengeschlossen und gemeinsam mehrere Expeditionen unternommen: Im Sommer 2022 versuchten sie sich an der Westwand des Masherbrum, zuvor im Jahr 2021 an einer neuen Route am Baruntse. Beide jedoch ohne das angestrebte Ergebnis. In anderer Konstellation hatten beide Alpinisten jedoch mehrere Erfolge einfahren können:
Groh war 2024 mit Zdenek Hak die erste vollständige Besteigung des Muchu Chhish gelungen, dem damals höchsten noch unbestiegenen Gipfel. Anfang 2025 konnten Hak und Groh eine Route an der Südwestwand des Hunza-Gipfels eröffnen. Holeceks Leistung hingegen ist zweischneidig zu bewerten: 2024 war er mit dem Slowaken Ondrej Huserka zu einer wagemutigen Erstbegehung in der Ostwand des Langtang Lirung aufgebrochen, nach erfolgreicher Gipfelbesteigung war Huserka jedoch beim Abstieg ums Leben gekommen.
Mehrere Optionen stehen zur Debatte@(zwischenHeadlineTag)>
Laut eigenen Aussagen in den sozialen Medien befindet sich die Seilschaft Holecek-Groh derzeit am oberen Ende des Ngozumpa-Gletschers. Auf eine konkrete Linie geeinigt haben sie sich nach den letzten Meldungen noch nicht, sicher ist nur, dass es die Südostwand des Berges werden wird. Laut Holecek stehen "mehrere Optionen" in dieser äußerst anspruchsvollen Wand zur Diskussion.
Nur selten "verirren" sich Expeditionen auf diese Seite des Achttausenders, da sie als extrem herausfordernd, steil und abgelegen gilt. Der letzte große Erfolg war im Jahr 2009 den Veteranen Denis Urubko und Boris Dedeshko gelungen, die eine Erstbegehung in der Wand für sich verbuchen konnten. Zuletzt hatten sich 2023 und 2024 russische Teams u. a. in der Cho-Oyu-Südostwand versucht, jedoch erfolglos.
Mehr Erfolg beschieden war einem nepalesischen Team um Gelje Sherpa, das 2024 nach drei gescheiterten Versuchen die Eröffnung einer neuen Aufstiegsroute über den Süd-Südostgrat feiern konnte.
Marek Holecek: Bekannt für hohe Risikobereitschaft@(zwischenHeadlineTag)>
Marek Holecek ist in der Szene bekannt für ambitionierte Projekte und (teils extrem) risikoreiches Bergsteigen auf exponierten Routen. 2019 erhielt er gemeinsam mit Zdenek Hak einen Piolet d’Or für eine neue Route am Chamlang (7319 m). Holecek ist oft mehrmals jährlich auf Expedition, worüber er seine Followerschaft regelmäßig in den sozialen Medien informiert. Er gilt als großer Verfechter des kompromisslosen Alpinstils. Bereits zwei seiner Kletterpartner kamen während gemeinsamer Expeditionen ums Leben. Zdenek Hruby starb 2013 am Gasherbrum I, Ondrej Huserka verunglückte 2024 in einer Gletscherspalte am Langtang Lirung.


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