Übergangslösung gefunden

Zeppezauerhaus: Sektionsmitglieder stimmen für Verkauf

Das Zeppezauerhaus am Salzburger Hochthron (Untersberg) soll verkauft werden. Grund für das Aus der Hütte seitens der Betreibersektion sei der hohe finanzielle Investitionsaufwand. Verhandlungen zwischen Wirten, Sektion und Gemeinde sind nach erheblichen Diskussionen und einer Petition zu einem Kompromiss gelangt. Zuletzt hatten auch die Sektionsmitglieder für den Verkauf gestimmt.

Zeppezauerhaus: Sektionsmitglieder stimmen für Verkauf
© picture alliance / Franz Neumayr

Update vom 30. September 2025 | Mitglieder stimmen für Verkauf

Der Salzburger Alpenverein wird das Zeppezauerhaus am Untersberg verkaufen. Dies hatten die Sektionsmitglieder über eine Abstimmung entschieden. An der Befragung hatten sich laut Sektionsmitteilung etwa 1600 Personen (6 Prozent) beteiligt, 55 Prozent sprachen sich dabei für den Verkauf des Schutzhauses aus. Ein Käufer sei laut Medienberichten derzeit noch nicht in Sicht.

"Es ist für uns schon einmal gut zu wissen, in welche Richtung unsere Mitglieder gehen wollen", kommentierte der Erste Vorsitzende Gerd Frühwirth das Ergebnis. Zuletzt hatte die Gemeinde Grödig angeboten, die Hütte für zehn Jahre zu pachten und notwendige Sanierungsarbeiten zu finanzieren. Es konnte dahingehend zunächst jedoch keine Einigung zwischen Gemeinde und Sektion erzielt werden. Schließlich war man nur darin übereingekommen, das Schutzhaus als "Beherbergungsbetrieb" erhalten zu wollen.

Laut aktueller Informationen des ORF habe man sich zuletzt dahingehend verständigt, dass die Gemeinde Grödig das Zeppezauerhaus für einen symbolischen Euro pro Jahr pachtet. Im Gegenzug wird sie sich um die Instandhaltung kümmern. Der Verkauf seitens der Sektion Salzburg stehe frühestens in zehn Jahren an, vermeldete der Alpenverein.

Update vom 30. Juli 2025 | Trotz Petition: Zeppezauerhaus muss Betrieb einstellen

Wie der ORF mitteilt, sind die Verhandlungen zwischen Sektion, der Gemeinde Grödig und dem Pächterpaar zum Weiterbetrieb der Hütte gescheitert. Auch eine Petition mit 5000 Unterschriften blieb wirkungslsos. "Die von uns gesammelten Unterschriften haben kein Gewicht im Entscheidungsprozess, was jetzt für uns und viele Bergbegeisterte und Liebhaber des Zeppezauerhauses und auch viele Alpenvereinsmitglieder definitiv eine Enttäuschung ist", sagte Gernot Metzner, Mit-Initiator der Unterschriftenaktion.

Der Zweite Vorsitzende der Sektion Salzburg, Christoph Elmer, erteilte einem Weiterbetrieb parallel zum Umbau 2026 eine erneute Absage. Stattdessen erwägt der Alpenverein wohl den Verkauf der Hütte. "Wir haben noch eine Entscheidung offen, die wir bis Saisonende fällen werden, ob es wieder in Richtung Verpachtung der Liegenschaft gehen wird oder um den Verkauf der Hütte", so Elmer gegenüber dem ORF.

An der Frage, ob die Sanierung des Schutzhauses tatsächlich notwendig ist, scheiden sich die Geister. Während die Sektion auf Mängel an der Gebäudesubstanz verweist, hat die Gemeinde bei einer eigenen Prüfung festgestellt, dass ein Umbau bau- und gewerbebehördlich nicht notwendig sei. Grödigs Bürgermeister Herbert Schober hatte der Sektion für den Weiterbetrieb parallel zum Umbau 50.000 Euro Förderung in Aussicht gestellt. Ablehnen will die Sektion diesen Betrag nicht, den Weiterbetrieb und somit die Bedingung des Bürgermeisters schließen die Verantwortlichen allerdings aus.

Derzeit sei geplant, die Umbaukosten größtenteils durch höhere Mitgliedsbeiträge zu stemmen. Die 27.000 Mitglieder sollen in den kommenden drei Jahren mehr als die bisherigen 60 Euro pro Jahr bezahlen, um die 1,5 Millionen hohen Kosten zu tragen. Zu diesem Vorschlag sei eine Online-Abstimmung für die Mitglieder geplant.

Update vom 11. Juli 2025 | Alpenverein, Pächter und Gemeinde sind sich über Zukunft der Hütte uneins

Die Gemüter rund um einen möglichen Weiterbetrieb des Zeppezauerhaus am Untersberg wirken erhitzt, die Fronten verhärtet. Zuletzt hatte es laut ORF und Hüttenwirten ein Treffen zwischen dem Grödiger Bürgermeister Herbert Schober und der Eigentümersektion Salzburg gegeben. Dabei unterbreitete die Gemeinde ein Angebot zur Unterstützung bei einigen der Kosten. Bedingung hierfür ist der Weiterbetrieb der Hütte.

Während laut AV die dringende Notwendigkeit für einen umfassenden Umbau mitsamt der Schließung des Betriebs (siehe Begründung unten) bestehe, sieht der Bürgermeister keinen akuten Anlass für die von der Sektion geplanten Maßnahmen und signalisierte Hilfsbereitschaft:

Infografik
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"Wichtig ist einmal zu wissen, dass rein von der Bau- und Gewerbebehörde es keinen Bedarf gibt für einen Umbau", positionierte sich Schober. "Die wirklich notwendige Investition bezieht sich auf die Energieversorgung, hier konkret auf den Batteriespeicher. Und da ist laut Auskunft des Vorsitzenden der Betrag rund 50.000 Euro. Diese Investition, die steht jetzt wirklich an, dass man die im nächsten Jahr oder noch heuer umsetzt. Und da können wir uns natürlich auch gern beteiligen."

Als Bedingung für die Unterstützung benannte der Gemeindevertreter einige Punkte, darunter der Weiterbetrieb des Zeppezauerhaus im Jahr 2026. Bis Ende Juli 2025 gab der Bürgermeister der Sektion Zeit für eine Entscheidung für oder gegen das Angebot. Die unterdessen gestartete Online-Petition spricht sich ebenfalls für den Erhalt des Hüttenbetriebs aus. So äußerte sich etwa Gernot Metzer, einer der Initiatoren gegenüber dem ORF:

<p>Schauplatz des Streits: Der Salzburger Hochthron.</p>

Schauplatz des Streits: Der Salzburger Hochthron.

© IMAGO / Zoonar

"Erstens war ja der Umbau des Zeppezauerhauses selbst bereits in dieser Form geplant: Baustelle, parallel dazu Gastbetrieb, gegebenenfalls eingeschränkt [...] Zweitens gibt es direkt in der unmittelbaren Umgebung genug Beispiele von Bauprojekten mit Gastbetrieb auf Hütten, die deutlich abgelegener sind als das Zeppezauerhaus, die auch keinen Seilbahnanschluss haben. Ich sage nur: Kärlingerhaus, Watzmannhaus, Riemannhaus, Gamskarkogelhütte. Drum ist es für uns von Seiten der Petition einfach nicht schlüssig zu erklären, warum das im Zeppezauerhaus nicht möglich sein sollte und vor allem auch, warum es auf einmal nicht mehr möglich sein sollte, wo es doch genauso geplant war," bezog Metzer Stellung.

Zwischenzeitlich erklärte auch das Wirtspaar auf ALPIN-Nachfrage, dass sie von der Notwendigkeit einer Schließung nicht hinreichend überzeugt seien. Bei dem Gespräch zwischen AV und Bürgermeister seien "viele Fragen offengeblieben, aber eines ist klar hervorgegangen – es gibt keine Notwendigkeit den Betrieb nächstes Jahr einzustellen und auch keine Veranlassung die derzeitigen Hüttenpächter zu kündigen", schrieb Wirt Anton Langer.

10. Juli 2025 | Zu hoher Investitionsaufwand: Alpenverein gibt beliebte Berghütte auf

Wie mehrere Medien berichten und wie die Hüttenwirte ALPIN auf Nachfrage bestätigten, muss das bei Wanderern und Bergsteigern beliebte Zeppezauerhaus (1663) am Untersberg zum Ende der Hüttensaison 2025 den Betrieb auf unbestimmte Zeit vollständig einstellen. In einer Pressemitteilung hatte die Betreibersektion bekanntgegeben, dass der finanzielle Aufwand für nötige Sanierungen seitens der Sektion alleine nicht stemmbar sei.

Infrastrukturanforderungen, höherer Energiebedarf und -kosten, Wasserknappheit (Regenwasser und Lieferung per Seilbahn) und veraltete Sanitäranlagen würden einen Investitionsbedarf schaffen, der alle Mittel des Salzburger Alpenvereins weit übersteige. Sollte kein Investor oder eine anderweitige Lösung gefunden werden, muss das äußerst beliebte Ziel für Tagesauflüge dauerhaft schließen.

<p>Wäre auch in der nächsten ALPIN vorgestellt worden: Das Zeppezauerhaus am Untersberg.</p>

Wäre auch in der nächsten ALPIN vorgestellt worden: Das Zeppezauerhaus am Untersberg.

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Den Wirtsleuten, Ursula Klumaier-Wiebeke und Anton Langer, wurde der Pachtvertrag bereits gekündigt. Selbst, wenn sich zeitnah eine Lösung zum Erhalt des Schutzhauses auftue (diverse Vorschläge seien bereits eingegangen), seien die nötigen Baumaßnahmen so umfassend, dass ein zeitgleicher Hüttenbetrieb nicht umsetzbar sei, begründet die Sektion die Entscheidung.

"Wir bedauern zutiefst, dass wir den Pachtvertrag auflösen müssen"

"Uschi und Anton haben das Zeppezauerhaus 2019 übernommen und es ist unglaublich, wie sich die Hütte seither entwickelt hat. Wir bedauern zutiefst, dass wir den Pachtvertrag jetzt auflösen müssen. Der Investitionsstau ist so groß, dass wir 2026 Maßnahmen ergreifen müssen, die einen parallelen Hüttenbetrieb unmöglich machen", erklärte der Sektionsvorsitzende Gerd Frühwirth.

Die Finanzierungslücke könne auch seitens des Dachverbands nicht geschlossen werden, da das Zeppezauerhaus vor einiger Zeit durch die Seilbahn den Status einer klassischen Schutzhütte verloren hatte. Daher sei die Möglichkeit zur Beantragung von Fördergeldern stark geschrumpft, teilt die Sektion mit. Zuletzt seiden zudem die geschätzen Kosten von einer halben Million um das Dreifache nach oben korrigiert worden.

Arbeitsgruppe gegründet und Petition gestartet

Eigentlich hätten bereits im Herbst 2024 die Sanierungen zum ursprünglichen und von der Sektion genehmigten Preis beginnen sollen. Ausstehende Genehmigungen hatten den Baubeginn jedoch um ein Jahr verzögert, wodurch die Kosten zwischenzeitlich durch die Decke gingen. Laut einem Bericht des ORF wurde zwischenzeitlich eine Arbeitsgruppe gegründet, die sich mit der Zukunft der Hütte befasst. Online wurde außerdem eine Petition zum Erhalt der Hütte gestartet.

Vor zwei Tagen wandte sich die Sektion in einer zweiten Stellungnahme an die Öffentlichkeit:

"Ein wirtschaftlicher Erfolg - wie die steigenden Gäste- und Nächtigungszahlenvermuten lassen - ist das Zeppezauerhaus für uns leider nicht. Die Betriebs-und Instandhaltungskosten übersteigen seit Jahren die Einnahmen und dennoch haben wir uns bemüht, den Betrieb bis jetzt aufrecht zu erhalten. [...] Viele andere Hütten Alpiner Vereine kämpfen mit ähnlichen Herausforderungen - manche haben mit innovativen Bewirtschaftungskonzepten oder einer Reduzierung des Angebots gute Erfahrungen gemacht. Alle Möglichkeiten zu prüfen und durchzukalkulieren, ist derzeit unsere Aufgabe."

Die Sektion will laut eigener Aussage bis zum Ende der Hüttensaison 2025 mitteilen alle Optionen und Angebote erwägen und anschließend eine Entscheidung treffen.

Text von Lubika Brechtel

1 Kommentar

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Alfred Schneider

Die Sektion macht es sich sehr einfach!