Weder Winterbekleidung noch Handschuhe

Mangelhafte Ausrüstung: Mehrere Rettungseinsätze am Spitzingsee

Am 23. Dezember musste die Bergwacht Schliersee zwei Wanderer versorgen, die im Schneefall weder mit Winterbekleidung noch mit Schnee- oder Handschuhen ausgerüstet waren. Die Wanderer hatten sich beim Zustieg zur ganzjährig bewirtschafteten Oberen Maxlraineralm verstiegen und mussten aus alpinem Gelände gerettet werden.

Rettungseinsatz im Neuschnee
© Bergwacht Schliersee/Facebook

Rettungsaktion zwischen Taubenstein und Rotwand

Nach Angaben der Bergwacht ging um 16:10 Uhr der Notruf ein: Zwei Personen hatten sich im Bereich des Taubensteins oberhalb des Spitzingsees verstiegen und saßen in alpinem Gelände fest. Lichtzeichen aus dem felsigen Gebiet oberhalb der Unteren Wallenburgeralm wiesen den Rettern die Richtung.

Die Einsatzkräfte machten sich mit einem geländegängigen ATV (All-Terrain-Vehicle) auf den Weg zur Oberen Maxlraineralm. Von dort ging es für drei Retter über den Taubenstein zu den Wanderern, die sie nach etwa anderthalb Stunden erreichten. Von den Einsatzkräften mit warmen Handschuhen, Schneeschuhen und Stöcken ausgestattet, konnten die Wanderer den Abstieg antreten.

Im Bereich der Unteren Wallenburgeralm wurden sie schließlich von den Rettern mit dem ATV aufgenommen und zum Bergrettungsfahrzeug gebracht, das bereits vorgewärmt auf sie wartete. Alle Beteiligten blieben unverletzt.

<p>Rettungseinsatz im Neuschnee</p>

Rettungseinsatz im Neuschnee

© Bergwacht Schliersee

Zeitgleich: Rettungsaktion am Roßkopf

Fast zeitgleich erreichte die Retter ein Hilferuf zweier pakistanischer Touristen. Trotz Leinenturnschuhen und Sommerbekleidung hatten es die zwei bis zum Gipfel des Roßkopf im Skigebiet am Stümpfling geschafft und sich von dort in Richtung Grünsee aufgemacht. Eine beliebte Tourenabfahrt und bei guten Verhältnissen auch eine präparierte Piste.

In der hereinbrechenden Dunkelheit verloren sie die Orientierung. Mit Hilfe der eigentlich bereits für den Tag geschlossenenen Roßkopf-Sesselbahn erreichte die Skiwacht die zwei Winterwanderer. Gemeinsam ging es dann zurück zum Stümpfling und mit dem Vierer-Sessel ins Tal. Nach Medienangaben hatte die Skiwacht die Wanderer wenige Stunden zuvor schon gesehen und ihnen von einer Tour ins winterliche Gelände abgeraten.