Für den G7-Gipfel wurde rund um den Tagungsort Schloss Elmau bei Krün im Werdenfelser eine 16 Kilometer lange und teils meterhohe Absperrung errichtet. Der Bau des Zauns ist wie bereits im Jahr 2015 umstritten.

Vom 26.-28. Juni treffen sich bereits zum zweiten Mal die Staats- und Regierungschefs der G7-Länder auf Schloss Elmau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Das Sicherheitskonzept ist ähnlich zum letzten Treffen 2015. Auch damals wurde das Schloss weiträumig abgeriegelt. Derzeit wird derzeit ein Zaun mit 16 km Länge errichtet.

G7-Gipfel: Sicherheit auf vier Quadratkilometern

Die Absperrung besteht aus Maschendrahtzaun und Lawinenschutzverbauungen. Bauelemente werden mitunter per Heli in das teilweise unwegsame Gelände transportiert. Bäume werden mit Drahtschleifen umwickelt (darunter befinden sich Schutzmatten für die Stämme), an denen der Zaun befestigt werden soll. Ergebnis wird eine Sicherheitszone von vier Quadratkilometern Größe, zu dem nur Zutritt hat, wer eine Akkreditierung vorweisen kann. Für Tourist:innen ist der Bereich tabu.

Bereits bei dem ersten G7-Gipfel auf Schloss Elmau vor sieben Jahren wurde ein Zaun gebaut. Das sorgte für Unmut bei Wanderern und Einheimischen. Nicht nur wurde der freie Zugang zu Gipfel und Hütten eingeschränkt, auch Umwege und Staus waren die Folge. Mitunter deshalb wollen Gegner des Gipfels erneut gegen die Veranstaltung demonstrieren.

Das Luxushotel Schloss Elmau, auf dem der G7-Gipfel stattfinden wird.

Das Luxushotel Schloss Elmau, auf dem der G7-Gipfel stattfinden wird.

| © IMAGO / Peter Widmann

Geplant sind unter anderem Proteste in Mittenwald und Garmisch-Partenkirchen. Die größte Kundgebung mit mehr als 20.000 erwarteten Teilnehmer:innen soll aber in München stattfinden.

Bund Naturschutz spricht sich gegen den Zaun aus

Der Kreisvorsitzende des Bundes Naturschutz In Bayern (BN), Axel Doering, kritisiert die Folgen für die sensible Tier- und Pflanzenwelt. "Das ist die Kinderstube der Natur in dieser Zeit", so Doering, der darüber hinaus Präsident des Umweltdachverbandes "Cipra Deutschland" ist.

Er kritisiert auch die Hubschrauberflüge, die zur Gipfelzeit stark zunehmen werden. "Das passt hier nicht hin – genau wie der ganze Gipfel nicht hinpasst," so Doerings Resümee. Vieles sei darüber hinaus bereits jetzt nicht mehr öffentlich zugänglich, z. B. Ladestationen für Elektroautos.

Bayerische Regierung hält dagegen

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) versicherte zwar, dass der Naturschutz bei den Maßnahmen priorisiert werde. Dennoch muss ein Wanderparkplatz in der Nähe des Schlosses wohl zu einem Hubschrauberlandeplatz umfunktioniert werden.

Im Weg stehende Bäume sollen laut Herrmann aber nicht gefällt, sondern ausgegraben und an anderer Stelle wieder eingpflanzt werden. "Dass ein solcher Sicherheitsbereich angesichts des hohen Gefährdungsgrades der Gipfelteilnehmer verfassungskonform ist, hat das Bundesverfassungsgericht in seinen Entscheidungen zum zurückliegenden G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm bestätigt", teilte der Planungsstab G7 der Polizei dem BR auf Anfrage mit.

Ab 19. Juni Sperrzone um den Tagungsort

Ab dem 19. Juni wird es eine Sperrzone um Schloss Elmau geben, so die neueste Information bei einer Bürgerinformation. Zudem werde es einen engeren Sicherheitsbereich rund um das Luxushotel geben, in dem sich vom 26. bis 28. Juni die Staats- und Regierungschefs der G7-Länder treffen.

Für das umfangreiche Sicherheitskonzept sind laut Innenminister Herrmann Haushaltsmittel in Höhe von 180 Millionen Euro veranschlagt. Diese will Bayern vom Bund als Gipfel-Veranstalter zurückfordern. Bergsportler:innen müssen wohl erneut mit Einschränkungen im Zugspitzgebiet rechnen. So wurde bereits der Zugspitz-Ultratrail abgesagt.

So startet ihr sicher in die Wandersaison:

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