Die Umweltorganisation Greenpeace und "Die Grünen" nutzen die öffentliche Aufmerksamkeit anlässlich des G7-Gipfels in Elmau für medienwirksame Protestaktionen gegen die Klima-Politik der G7-Länder.

In den frühen Morgenstunden des Montags projizierten Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace auf das Bergmassiv des Waxenstein die Worte "G7: GO FOR 100% RENEWABLES! Greenpeace". Die Aktion rief die Polizei auf den Plan, die Aktivisten müssen mit einer Anzeige rechnen.

"Die G7 müssen den Ausbau der Erneuerbaren beschleunigen, um einen fairen Beitrag zum Klimaschutz zu liefern", fordert Tobias Münchmeyer, Greenpeace-Experte für Energie via greenpeace.de.

"Wenn Angela Merkel Klimakanzlerin sein will, muss sie in Elmau die G7-Staatschefs zu einem Bekenntnis zu 100 Prozent Erneuerbare Energien verpflichten."

Grüne auf der Zugspitze

Bereits am Freitag waren Spitzenpolitiker von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN, unter ihnen Anton Hofreiter und Claudia Roth mit der Gondel auf die Zugspitze gefahren. Die Politiker überließen es Mitarbeitern, bis zum Gipfelkreuz der Zugspitze zu klettern, um ein großes Banner auszubreiten. "Das Wasser steht uns bald bis hier", war darauf zu lesen.

Grüne Prominenz am Gipfel
Grüne Protest-Politiker auf der Zugspitze: u.a. mit Anton Hofreiter (2. v. l.), Werner Bätzing (4. v. r.), Claudia Roth (3. v. r.), Sigi Hagl (r.). | © Grüne in Bayern

Ziel der Aktion sei es, so die Partei in einer Presseerklärung, von den Teilnehmern des G7-Gipfels in Elmau verbindliche Ergebnisse in Sachen Klimaschutz einzufordern. Dazu erklärt Simone Peter, Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: "Wir schicken eine Botschaft vom Gipfel der Zugspitze an den Gipfel in Elmau: Es ist höchste Zeit zu handeln. Die Welt erwartet Taten statt warmer Worte. Der G7-Gipfel darf kein Gipfel der vertanen Chancen werden."

Die Entscheidung für Elmau als Veranstaltungsortes kritisierte Sigi Hagl, Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Bayern: "Die Wahl von Elmau als Tagungsort ist verantwortungslos. Mitten im Naturschutzgebiet, eingemauert von einer Bergkulisse und abgeriegelt von der Öffentlichkeit, verschlingt dieser schwer zugängliche Tagungsort Millionen von Mehrkosten. Auch die Natur zahlt ordentlich drauf: Merkel nimmt billigend in Kauf, dass ein 'wunderschönes Stück Deutschland' nachhaltig Schaden nimmt."

Was meinen Sie Sie? Dürfen Aktivisten oder Parteien die Berge als Projektionsfläche für politische Forderungen "gebrauchen"?

7 Kommentare

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Schorsch

Nachdem die Grünen Heuchler ganz bestimmt über das Gatterl auf die Zugspitze gewandert sind ist das ganz toll.
Energieverschwendung und Verschwendung in Reinform war der völlig sinnlose Gipfel in Elmau, der vermutlich eine Milliarde €uro gekostet hat. Von der Terrorisierung der Einheimischen durch super-coole Polizisten mit Schlagstöcken, die auch Omas mit Gehhilfe kontrolliert haben, mal ganz abgesehen.
Zitat einer 90-Jährigen: schwarze Uniformen mit diesem Verhalten hatte ich schon in meiner Kindheit.
Der zeitlich befristete grüne Laser auf die Bergwand ist schon in Ordnung.

Bernd Dotzauer auf Facebook

Timo, ich denk, Sie müssen die Verhältnismäßigkeit sehen: die Wirksamkeit der Botschaft gegen eine geringe Beeinträchtigung.
Das Thema Klima: Es sollte endlich mal ankommen, dass die kaputten Gletscher nicht von den Alpinsportlern am Gletschern, sondern wesentlich mehr von jedem Mallorca-Flieger.

Ohne den Schriftzug Greenpeace fänd ich es Ok.

Raffi auf alpin.de: Wennn die G7-Bonzen die Berge als Kulisse missbrauchen, dann darf Greenpeace aber ganz sicher auch!

1. sehe ich nicht generell im G7 Gipfel die Berge als missbraucht. Sondern eine Chance, auch z.B. USA auch für den Schutz dieser Landschaft zu "begeistern".
2. Und wenn, dann "dürfen" wir uns erst recht nicht auf diese Stufe stellen, nach Ihrer Sicht.

Dass Frau Roth wegen ihrer politischen Karriere ihre Visage in die Kamera hält, find ich daneben. Der ist das Thema nur Mittel zum Zweck der Wahlhilfe.

Timo Ertel auf Facebook

Wenn sie auf den Klimawandel aufmerksam machen wollen, sodass dieser verlangsamt wird, warum in Herrgotts-Namen verschwenden diese Menschen dann Elektrische Energie mit solch einem Schwachsinn!?!
Ganz davon abgesehen das die Tierwelt damit ebenso gestört wird.
Hurra, ein hoch auf Greenpeace!

Der Alpine-Lebensraum sollte in ruhe gelassen werden!

Robert

Klar, dass die von den Grünen und Greenpeace formulierten Ziele jeder, der gerne in die Berge geht, irgendwie gut findet. Trotzdem finde ich nicht, dass man das so machen sollte. Die Berge sind keine Plakatwand! Ich finde das respektlos.

Bernd Dotzauer auf Facebook:

Auf Klimawandel und damit auch das Verschwinden der Gletscher aufmerksam machen?

Wo wäre es angemessener als am schwindenden Gletscher der Zugspitze!

Andere politische Motive einzubeziehen, sei es Vereins- oder parteipolitisches in den Vordergrund drängen oder andere Themen wie G7 oder Mindestlohn? Keinesfalls! Auch nicht die Grünen oder Greenpeace (wo ich übrigens selbst Mitglied bin!)

Das tritt aus meiner Sicht die ehrbare Intention, gegen den Klimawandel anzukämpfen mit Füßen.

Raffi

Wennn die G7-Bonzen die Berge als Kulisse missbrauchen, dann darf Greenpeace aber ganz sicher auch!

Jürgen K.

Ich finde, die Frage kann man weder so noch so beantworten. Es kommt schon auf die Inhalte des Protests an. Umweltschutzpolitische Forderungen, deren Verwirklichung zum Erhalt der Bergwelt beitragen, dürfen m. E. auch mit den Bergen als Kulisse gestellt werden. Wenn jetzt aber - sagen wir mal - die Postler ihre Tarifforderungen an den Waxenstein projizieren würden, fände ich das schon daneben.