Der von der neuen Bundesregierung für Ende Juni angesetzte G7-Gipfel findet auf Schloss Elmau (Garmisch-Partenkirchen) statt. Deshalb wird der ursprünglich ebenfalls für diesen Zeitraum geplante Zugspitz Ultratrail um einen Monat verschoben.

In der Pressemitteilung vom 14. Dezember hat es die Bundesregierung offiziell bestätigt: Vom 26. bis 28. Juni 2022 findet der nächste G7-Gipfel statt. 

Schloss Elmau war wohl keine zufällige Wahl, befindet es sich doch abgeschieden im Wald und umgeben von hohen Bergen. Nur eine Straße führt zum Tagungsort. Wie beim Gipfel 2015 wird ein kilometerlanger und drei Meter hoher Sicherheitszaun gezogen. 

Wir allen kennen dieses Bild: Bereits 2015 fand der G7-Gipfel auf Schloss Elmau statt.

Wir allen kennen dieses Bild: Bereits 2015 fand der G7-Gipfel auf Schloss Elmau statt.

| © picture alliance / AP Photo | Michael Kappeler

Starke Polizeitpräsenz & Protestaktionen erwartet

Beim G7-Gipfel 2015 kam es zu keinen größeren Auseinandersetzungen mit dem Sicherheitspersonal. Dennoch war die bayerische Polizei mit über 20.000 Kräften omnipräsent. Mindestens die gleiche Anzahl, wenn nicht sogar noch mehr Polizeikräfte sind für nächstes Jahr in Planung.

Es steigt die Befürchtung, dass dieser Gipfel nicht so friedlich wie der letzte verlaufen könnte. Krüns Bürgermeister Thomas Schwarzenberger kann sich vorstellen, dass mehr Bürger:innen den Politiker:innen ihre Meinung kundtun wollen.

Region bereits komplett ausgebucht

Schon jetzt gibt es so gut wie kein freies Zimmer mehr. Die Politiker:innen begleitet eine Entourage von Mitarbeiter:innen und Journalist:innen aus der ganzen Welt. Zeitgleich finden in Oberammergau ausgerechnet noch die Passionsspiele statt.

Wer also mit dem Auto die An- oder Durchreise plant, sollte sich auf Stau, Straßensperren und volle Parkplätze einstellen. 

Eine echte Herausforderung, sagt Daniel Schimmer vom Hotel-und Gaststättenverband in Garmisch-Partenkirchen. Er hätte sich einen Gipfeltermin abseits der Passion und möglichst nicht in der Hauptsaison gewünscht.

Zusätzliche Übernachtungskapazitäten für Sicherheitskräfte sollen in Kasernen in der Region entstehen.

Einschränkungen für Bergsportler:innen

Bergsportler:innen müssen sich wohl auf erhebliche Einschränkungen und Sicherheitskontrollen gefasst machen. Wenn möglich, sollte man also während des Gipfels in andere Regionen ausweichen.

Betroffen sein werden vor allem die Touren auf deutscher Seite: Eine Tagestour auf Zug- oder Alpspitze, eine Wanderung zur Meillerhütte und die Feierabendrunde Richtung Schachenhaus werden wohl nicht entspannt möglich sein.

Wer sich dennoch geplante Tourenziele in der Region nicht nehmen lassen will, kann ggf. versuchen, mit der Tourenplanung auf österreichische Seite auszuweichen. 

Gipfel mit immensen Kosten

Viele in der Region fragen sich, ob es den Trubel wirklich braucht und warum sich die Staats-und Regierungsschef:innen nicht einfach per Video zusammenschalten können.

Der Gipfel 2015 hat laut Bundesfinanzministerium 116 Millionen Euro gekostet. Bürgermeister Schwarzenberger ist froh, dass bereits ein Sicherheitskonzept exisitiere, dass nur angepasst werden müsse.

Wegen G7-Gipfel verschoben: der Zugspitz Ultratrail

Der ursprünglich für den 17. bis 19. Juni 2022 angesetzte Zugspitz Ultratrail wird auf den 15. bis 17. Juli 2022 verschoben.

Fünf Streckenlängen von 25,6 bis 103 Kilometer rund um die Zugspitze werden bei diesem Trailrun-Event angeboten. Das gemeinsame Ziel ist das Zugspitz-Dorf Grainau.

Auf Juli 2022 verschoben: Der Zugspitz Ultratrail

Auf Juli 2022 verschoben: Der Zugspitz Ultratrail

| © Andi Frank

Die bereits registrierten über 3200 Teilnehmer:innen wurden über die Verschiebung informiert. An den Strecken und dem Programm ändert sich nichts. Der Zugspitz Ultratrail gilt mit ca. 4000 Teilnehmer:innen und rund 25 Aussteller:innen als das größte Trailrunning Events Deutschlands.

1 Kommentar

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Kat auf unserer Facebook-Seite

Viele werden nicht einfach 4 Wochen verschieben können. Mir tut das sehr für Plan B leid.