Ein Treppenwitz der Corona-Geschichte: Man muss nicht in den Himalaja, um den höchsten Berg der Erde zu besteigen.

Normalerweise wäre jetzt Saison im Everest-Gebiet: Trekkinggruppen wären unterwegs und die Expeditionen, die sich den Gipfel zum Ziel gesetzt haben, würden Vorbereitungen für ihre Versuche im Mai treffen.

Normal ist derzeit aber kaum etwas. Auch nicht in Nepal und in Tibet.

Gipfelbesteigungen des Everest wird es 2020 weder über die tibetische Nordseite (Ausnahme ist wohl ein chinesisches Team) noch von der nepalesischen Südseite geben.

Aufgrund der Reisebeschränkungen wegen der Corona-Krise ist eine Everest-Besteigung in diesem Jahr für ausländische Bergsteiger nicht möglich.

Auch in vielen europäischen Ländern sind Kletter- und Bergtouren in der Corona-Zeit unangebracht, unerwünscht oder gar verboten. Viele Kletterer sind auf der Suche nach Alternativen in den eigenen vier Wänden und betreiben ihre Leidenschaft derzeit gezwungenermaßen quasi im Home-Office ...

Mit einer Everest-Besteigung zu Hause hat es ein Brite nun in die Medien geschafft: John Griffin stieg die häusliche Treppe hinauf und wieder hinunter. Wieder und wieder. Und wieder.

Erste Hilfe: Wegen Schmerzen kühlte John Griffin sein Knie mit gefrorenen Erbsen.

30 Stufen in seinem Haus bedeuteten 6,5 Meter Höhenzunahme. In satten 1.363 Begehungen seines "Haus-Berges" hamsterte er so 8.850 Höhenmeter (eine der gängigen Höhenangaben des Everest, wir geben gewöhnlich die meistgebrauchte – 8.848 m - an) und reklamierte dies als Everest-Besteigung at home.

Insgesamt meisterte er die benötigten 41.000 Stufen in 29 Stunden, die er auf vier Tage verteilte. Wie andere Alpinisten, die ihre Besteigung sauber dokumentieren, trackte der Engänder seine Daten und stellte sie ins Internet.

Die Aktion streamte der Brite live via Facebook und rief zu Spenden auf. Insgesamt kamen so 2.000 Pfund zusammen, die Griffin wohltätigen Zwecken spendete.

Unbestätigten Angaben zu Folge prüft die Himalayan Database derzeit die Anerkennung als schnellste Indoor-Everest-Besteigung eines 53-jährigen englischen Brillenträgers …

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Es ist vollbracht: John's Charity Everest Climb completed.

3 Kommentare

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Stefanie

Erst dachte ich, wieder so ein Wichtigtuer. Aber irgendwie ist es doch ganz nett :-)

alpin.de

Hallo, in unseren Quellen finden wir: "Mr Griffin did the challenge to raise cash for the Trussell Trust, which supports food banks across the UK."

Bayer

Schöne Geschichte! Für wen hat der Mann denn gespendet?