Der italienische Profi-Bergsteiger äußerst sich zu seiner beruflichen und privaten Situation in Zeiten der Corona-Pandemie.

Simone Moros Heimatstadt Bergamo ist von der Corona-Pandemie besonders hart betroffen. 

Stefan Nestler hat den erst vor wenigen Wochen von einer Karakorum-Expedition zurückgekehrten Spitzen-Alpinisten in einem Interview für seinen Blog abenteuer-berg.de zu den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf dessen Leben befragt.

Simone, die wichtigste Frage in diesen Tagen des Coronavirus zuerst: Wie geht es dir?

Sehr gut, danke. Ich bin derzeit in Auer (15 Kilometer südlich der Stadt Bozen) mit meinem Sohn Jonas und seiner Mutter Barbara. In Bergamo halten sich meine Mutter, mein Bruder, seine beiden Söhne und seine Frau auf. Alle sind wohlauf. Aber ich habe einige Freunde verloren, und andere kämpfen zwischen Leben und Tod.

Du stammst aus der norditalienischen Stadt Bergamo, die von der Corona-Pandemie besonders hart getroffen wurde. Wie hast du die Situation dort erlebt?

Als ein Tuch über dem Mund noch dem Kälteschutz diente: Simone Moro in Sibirien 2018.

| © The North Face

Auch wenn es seltsam klingt, ich bin nicht der Typ, der gerne Leute und Freunde trifft und ein intensives öffentliches Leben führt. Wenn ich Vorträge oder Interviews gebe, treffe ich natürlich Leute, aber ich bin eher ein Einzelgänger.

Das Coronavirus ist wie russisches Roulette, du musst das Glück haben, dem Schuss zu entgehen. Bisher hatten wir dieses Glück. Wir versuchen, in der Nähe des Hauses und weit weg von anderen Personen zu bleiben.

Bergsteiger sind es gewohnt, sehr viel draußen zu sein. Wie ist es für dich, nicht an die frische Luft gehen zu dürfen?

Die Notfallvorschriften erlaubten Profisportlern, alleine draußen zu trainieren. Theoretisch könnte ich also weiter in die Berge gehen. Aber ich mache es nicht, weil ich vermeiden will, andere in die Flucht zu drängen. Ich laufe lediglich zweimal pro Woche auf leichtem Gelände, die übrige Zeit verbringe ich mit Training zu Hause. Klimmzüge, Liegestütze, Bauchmuskel- und Dehnübungen, und so weiter. Ich trainiere drinnen mindestens drei Stunden pro Tag und achte auf meine Ernährung, damit ich auch nicht ein Gramm Körpergewicht zunehme. Da bin ich ziemlich rigoros. Ich bin es gewohnt, drinnen zu trainieren, also ist es für mich kein großes Problem.

Im weiteren Verlauf des Gesprächs erfahrt Ihr, welche Lehren Simone aus der Krise gezogen hat und was er zur (ausfallenden) Klettersaison im Himalaja und im Karakorum zu sagen hat. Hier geht es zum Interview.

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