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Reinhold Messner: Bilder eines Lebens
Messner feiert am 17. September 2024 seinen 80. Geburtstag und ist noch kein bisschen "bergmüde".
Er ist der erste Bezwinger aller 14 Achttausender.
Reinhold Messner (dritter von rechts) mit seinen Geschwistern und der Mutter (rechts außen). Er wurde als zweiter von neun Kindern geboren.
Mutig, aber kein Draufgänger: Messners "erste Schritte" im Fels. Bereits als Fünfjähriger bestieg er gemeinsam mit seinem Vater seinen ersten Dreitausender, den Sass Rigais in den Dolomiten.
Zu Beginn seiner Karriere machte sich Reinhold Messner vor allem als Kletterer einen Namen.
Clint Eastwood und Heidi Brühl drehen an der Kleinen Scheidegg den Film "Im Auftrag des Drachen" und feiern Messners und Habelers "Blitzdurchsteigung" der Eiger-Nordwand, 1974.
Der junge Reinhold Messner mit modischem Stirnband.
Nach seinem Technik-Studium arbeitete er kurze Zeit als Mittelschullehrer, ehe er sich ganz dem Bergsteigen verschrieb. Ein Leben als Grenzgänger folgte.
In den Siebzigern begann Messners Zeit als Höhenbergsteiger. Einer der Höhepunkte war die erste Besteigung des Mount Everest ohne Flachensauerstoff mit Peter Habeler im Jahr 1978.
Ihm gelangen viele Erstbegehungen, die Besteigung aller 14 Achttausender sowie der "Seven Summits", die Durchquerung der Antarktis, der Wüsten Gobi und Takla Makan sowie die Längsdurchquerung Grönlands (Foto).
Aus der Öffentlichkeit hält er sie gerne raus, in Messners Leben spielten die Töchter Layla, Magdalena und Anna sowie Sohn Simon eine große Rolle. Das Zerwürfnis im Jahr 2024 wirft einen großen Schatten über das Familienleben.
"Reinhold Messner auf dem Gipfel des 8120 m hohen Nanga Parbat. Die Bekleidung: GORE-TEX, verarbeitet von FILA.", so stand es in der Alpinismus 02/83.
Nicht nur in den Medien spielt Reinhold Messner eine große Rolle, sondern auch hinter den Kulissen. Er ist nicht nur Autor zahlreicher Bücher, von 1982 bis 1984 war er außerdem Herausgeber der ALPIN. Unter seiner Regie fand das Magazin vom damaligen "Alpinismus" zu seinem heutigen Namen.
Zufall, dass man ihn in dieser Zeit häufiger auf dem Cover sah?
Kein Gipfelerfolg: Ende des Jahres 1982 wollte Messner mit seiner Südtiroler Expedition (im Bild: Hans Kammerlander und Paul Hanny) den Cho Oyu zum ersten Mal im Winter besteigen. Kurz vor dem Gipfel musste Messner umkehren, da Massen von Triebschnee seinen Aufstieg unmöglich machten. Aus: ALPIN 03/83.
Seit 1983 gehört Reinhold Messner Schloss Juval im Vinschgau. Es ist nicht nur Messners Wohnsitz in Südtirol, sondern auch Herberge für zahlreiche Sammelstücke. Schloss und Sammlung bilden zusammen das Messner Mountain Museum Juval.
Stets verblüffend lässig: Messner scheinbar entspannt bei der Besteigung des Dhaulagiri.
Mit Hans Kammerlander gelangen mehrere 8000er-Besteigungen. Unter anderem auch die des Lhotse 1985. Damit war Messner der erste Mensch, der alle 14 Achttausender hatte besteigen können.
Partner gesucht: Mit diesem Bild und dem Slogan "Ich kalkuliere jedes Risiko" bewarb die Versicherung Volkswohl Bund im März 1985 eine Werbe-Aktion. Der Gewinner durfte mit Messner zum Makalu. Im Winter. Bis auf 6000 Meter …
Legendär: Reinhold Messner wird von Kurt Felix für dessen Sendung an einem fingierten Kiosk auf dem Normalweg zum Gipfel des Matterhorn mit versteckter Kamera aufgenommen.
Kurt Felix vor dem Matterhorn-Kiosk.
Mit Ötzi-Simulant am ALPIN-Stand auf der Outdoor-Messe, Mitte der 90er-Jahre. Zufällig war Reinhold Messner einer der ersten Menschen an der Fundstelle des Ötzis im Jahr 1991.
Mit Verleger Jakob Tappeiner und Jul Bruno Laner ging Messner für ein Dolomitenbuch in die Luft (Erstauflage 1990).
Alpinistische und sportliche Höchstleistungen brachte Messner nicht nur im Himalaja und in den Alpen, sondern auch in zahlreichen anderen Regionen der Welt, etwa am Kilimandscharo in Tansania, am Aconcagua in Argentinien oder in der Wüste Taklamakan in Sinkiang 1992.
Messner mit seiner Frau Sabine und den Kindern Magdalena und Simon im Jahr 1993.
Seit mehreren Jahrzehnten züchtet Messner auf den Almweiden rund um Sulden Yaks...
... Ihr Fleisch und andere Spezialitäten gibt es dann unten im "Yak & Yeti", einem Bauernhof aus dem Jahr 1600, den Messner restauriert und zu einem Restaurant umgewandelt hat.
Vater-Sohn-Gespann: Wenn sie nicht gerade gemeinsam Filme drehen, gingen die "Messners" auch mal gemeinsam an den Fels, hier z. B. im Oman. Ein Bild aus glücklicheren Familientagen.
Seine alpinen Leistungen und seine polarisierende Art haben Reinhold Messner zum Medienstar gemacht. Seine Präsenz wusste er durchaus auch geschickt zur Selbstvermarktung zu nutzen.
Messner erhielt zahlreiche Preise und Ehrungen, u.a. die "Patron's Medal" der "Royal Geographic Society" für seinen Beitrag zum Bergsteigen und für die Berggebiete (2001). Diese Auszeichnung ist eine der höchsten, die das britische Königshaus vergibt.
Messner ist nicht nur der erfolgreiche Extrembergsteiger sondern unterstützt auch zahlreiche Projekte. Unter anderem eine Schule im Diamir-Tal in Pakistan, wo die nächste Schule sonst zwölf Stunden entfernt wäre.
Seit 1969 unternahm er mehr als hundert Reisen in die Gebirge und Wüsten dieser Erde. Er schrieb darüber und andere alpine Themen weit über 50 Bücher.
Für Themen des Umweltschutzes setzt sich Messner seit Jahrzehnten unermüdlich ein. Von 1999 bis 2004 saß er für die italienischen Grünen im Europäischen Parlament.
Hier hört der ehemalige deutsche Außenminister Joschka Fischer aufmerksam zu, was Reinhold Messner zu sagen hat.
Während ihrer häufigen Südtirol-Urlaube traf sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel gerne mit Messner.
Geschunden: Sie haben ihn auf alle 14 Achttausender, die "Seven Summits", durch die Antarktis, die Wüsten Gobi und Takla Makan sowie durch Grönlands getragen.
1970 kam Messners Bruder Günther bei einer Expedition zum Nanga Parbat ums Leben. Die Brüder, damals 23 und 25 Jahre alt, hatten zuvor in einer spektakulären Erstbegehung den 8125 Meter hohen Gipfel über die extrem schwierige Rupalwand bezwungen. Das Drama wurde verfilmt und kam 2010 in die Kinos.
Die Realisierung seiner "Messner-Mountain-Museums" bezeichnete Reinhold Messner als seinen "15. Achttausender". An sechs Orten in Südtirol und Belluno entstanden unter Messner Ägide Museen zum Thema "Berg und Kultur".
Das Bergfilm-Machen ist die aktuelle Leidenschaft Reinhold Messners. Mit "Still Alive" feierte er ein viel beachtetes Regie-Debüt.
Gut ein Jahr nach seinem gefeierten Debüt "Still Alive" hat der wohl berühmteste Bergsteiger unserer Zeit mit "Ama Dablam - Drama am heiligen Berg" 2017 seine zweite Regiearbeit vorgelegt. Messners Sohn Simon gibt in diesem Film seine Schauspiel-Premiere.
2017 erhielt Messner die Auszeichnung "Legende des Sports". Zum ersten Mal in der Geschichte des Sportpresseballs ging die Auszeichnung damit an jemanden aus einer "Randsportart". Damit wird der Kult-Bergsteiger Nachfolger von so bekannten Persönlichkeiten wie Oliver Kahn, Boris Becker, Franz Beckenbauer, Lothar Matthäus, Uwe Seeler, Michael Schumacher, Katarina Witt und der alpinen Rennläuferin Maria Höfl-Riesch.
Reinhold Messner und seine Frau Diane auf Messners Schloss Juval. Messner hat die 35 Jahre jüngere Luxemburgerin im Mai 2021 geheiratet.
Im Juni 2025 kündigt Reinhold Messner an, mit Ehefrau Diane den Wohnsitz auf Schloss Juval aufgeben und nach Sexten ziehen zu wollen, wo ein "Reinhold-Messner-Haus" entstehen soll.











































