Reinhold Messner eröffnet sein sechstes und letztes Messner Mountain Museum: ALPIN war Gast der Premiere auf dem Kronplatz in Südtirol.

Eine tolle Sause! Eine große Gästeliste aus Nah und Fern, Aperol Sprizz in rauen Mengen, schwarzgekleidete Security-Mannen und ein Geheimnis unter blauen Tüchern: So empfing der Kronplatz die Premieren-Gäste am Donnerstag zur feierlichen Eröffnung des Messner Mountain Museum Corones. Der Aussichts-, Seilbahn- und Skiberg steuert auch noch eine wunderbare Aussicht bei, kaum dass die Gondeln die Wolkendecke durchstoßen haben. Oben windet sich ein frisch angelegter, sorgsam gekiester Wanderweg auf einen schiefen blauen Kubus zu, zwischen Ziegenzaun, senkrecht gestelltem Werbe-Auto und allerlei "Erlebnis"- und "Action"-Installationen für Kinder und Erwachsene.

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Blaue Tücher verhüllen das Bauwerk und die Gäste sind sich uneins, ob die Referenz eher Yves Klein oder Christo und Jeanne-Claude gilt. Die Festreden machen deutlich: 20 Jahre Reichstags-Verhüllung sei die Assoziation, der die Bozner Tuchfabrik Moessmer mit ihrem blauen Lodenstoff huldigt. Und außerdem sei Blau ja die Farbe der Kunst, wie die Festredner betonten. Insgesamt waren 350 Meter Stoff in 1,5 m breiten Bahnen um den Bau drapiert. Bevor sie fielen, stand Reinhold Messner vor der kleinen Bühne, meist strahlend, und lauscht den Grußworten.

Messner Museum
Komplett verhüllt und bereit zum "Auspacken": Das Sechste und letzte Messner Mountain Museum. | © Bene Benedikt

Matthias Prugger, Präsident der Skirama Kronplatz, erklärt, wie sich aus der ersten Idee zu einem Aussichtssteg sozusagen ein dreidimensionaler Steg entwickelte. Ein "Ausleger" von Zaha Hadid war die erste Wunschvorstellung der Seilbahn-Eigner, aus der im Dialog mit Reinhold Messner das Museum mit seinen Panoramafenstern und dem aufregenden Balkon entstand. Hadid sollte es schon sein, die zur Zeit wohl kreativste, sicher aber bekannteste Architektin der Gegenwart. Ein Bauwerk, nein ein Kunstwerk von ihr wäre die rechte Krone für den Kronplatz …

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So kann Prugger denn jubeln: "Eine Vision ist Wirklichkeit geworden!", dank derer sich der Kronplatz "von einer Skidestination zu einem Ganzjahresziel entwickelt" habe. Und zwar durch die, wie er sagt, "Dreier-Seilschaft Kronplatz – Messner – Zaha Hadid".

Eingang
Security schützt das neue Museum Corones. | © Bene Benedikt

Kurze Ansprachen halten auch der Bürgermeister der Gemeinde Enneberg, auf deren Grund das Museum steht (und der auf Ladinisch spricht), der Südtiroler Landesrat für Deutsche Bildung und Kultur sowie Integration Philipp Achammer, sowie Patrik Schumacher als Vertreter von Zaha Hadid Architects. Die Meisterin selbst konnte oder mochte nicht dabei sein. Reinhold Messner erklärt, wie schwer es war, diese Räume zu bespielen (darüber lesen Sie mehr auf alpin.de ab Sonntag, 26. Juli) und konstatiert: "Vieles, was ich versucht habe, war absurd. Das Scheitern nicht."

Da steigt die Spannung noch mal und schließlich klettern drei von Messners nächsten Menschen aufs "Dach" des Bauwerks, um die Seilverspannung zu lösen, die die blauen Tücher hält: sein Sohn Simon und sein enger Freund Hans-Peter Eisendle, Bergführer und Berg-Denker aus Sterzing, und seine Tochter Magdalena Messner (lesen Sie das große Interview mit ihr in der September-Ausgabe von ALPIN, die am 14. August an den Kiosk kommt). Die drei lassen die Hülle fallen ... und endlich dürfen die Gäste über den blauen Teppich ins Messner Mountain Museum.

Text von Bene Benedikt

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