Im Angesicht der Eiger Nordwand: Trailrunningevent in historischem Ambiente @(zwischenHeadlineTag)>
Der Eiger Ultra Trail sei “härter als die Nordwand Solo”, wird der 2017 verstorbene Schweizer Extrembergsteiger Ueli Steck zititert. Mit 18 Jahren durchstieg Steck die Nordwand, doch nicht nur am Berg war er erfolgreich. Auch im Trailrunning erzielte Steck respektable Ergebnisse. 2015 belegte er beim Eiger Ultra Trail über die 51 Kilometer und 3100 Höhenmeter mit einer Zeit von 6:14 Stunden Platz 9 von 334.
Auch acht Jahre nach seinem Tod wird an Steck erinnert, das Zitat prangt auf der Startseite der Veranstaltung. 2015, zur 13. Edition des Rennens, kamen vom 18.-20. Juli 2025 4400 Läuferinnen und Läufer aus 80 Nationen nach Grindelwald, um sich auf den sieben verschiedenen Strecken (16km bis 250km) zu messen.
Startschuss für den E35 North Face Trail @(zwischenHeadlineTag)>
Mir mich war es das erste Mal in Grindelwald, das erste Mal am Fuße der Eiger Nordwand. Samstag früh um 7:40 Uhr fiel in Burglauenen der Startschuss für den E35 North Face Trail. Aufgrund eines angekündigten Gewitters wurde die Strecke von 35 Kilometer auf 33 Kilometer mit 2200 anstatt 2800 Höhenmetern verkürzt.
Von Burglauenen ging es direkt in den Uphill Richtung Spätenalp, 7 Kilometer und 700 Höhenmeter schlängelten wir uns über wurzelige Singletrails den Berg hinauf. Dann kam einer dieser Momente, warum man mitten in der Nacht aufsteht, um frühs an einer Startlinie zu stehen.
Es ging raus aus dem Wald, um eine Ecke herum, dann hatten wir beste Sicht auf das herrliche Panorama aus dem Trio Eiger, Mönch und Jungfrau. Viele der Läuferinnen und Läufer, mir eingeschlossen, zückten schnell ihre Handys um diesen Blick festzuhalten.
In einem kurzen Downhill ging es zur ersten Verpflegungsstation in Wengen, die Flasks wurden aufgefüllt, ein Müsliriegel verdrückt und ab ging es in den nächsten Uphill, den steilen Anstieg über den Gemsenweg hinauf auf den Männlichen. Hoch oben wurden wir mit dem imposanten 360 Grad-Rundumblick belohnt.
Das Ziel naht: Endspurt! @(zwischenHeadlineTag)>
Was folgte war ein langer, sehr flowiger Downhill in Richtung Kleine Scheidegg. Die Passhöhe zwischen Eiger und Lauberhorn verbindet Grindelwald mit Lauterbrunnen. Neben Hotels und Restaurants gibt es dort den Bahnhof der beiden Zahnradbahnen Wengeralpbahn und Jungfraubahn – dementsprechend viele Touristinnen und Touristen waren an der Strecke, um uns Läuferinnen und Läufer anzufeuern und zuzujubeln.
Nach dem langen Anstieg auf die Kleine Scheidegg folgt anschließend der rasante Downhill hinab nach Grindelwald.
Von dort aus ging es weiter in einem sehr flowigen Downhill auf einer breiten Schotterstraße hinab ins Tal – immer an der Eiger Nordwand entlang. In Brandegg, der letzten Verpflegungsstation des E35, duschten mich helfende Kinder mit einem Gartenschlauch ab, es gab einen Becher Cola, eine Banane – das sollte für den Endspurt nach Grindelwald reichen.
Kurz vor dem Ziel jedoch gab es nochmal einen kleinen aber gemeinen Anstieg durch den Wald, die Konzentration lag jetzt auf den Wurzeltrails. Bloß nicht stürzen, so kurz vor dem Ziel. Der anstrengendste Abschnitt des ganzen Trailruns war dann allerdings wenige hundert Meter vor dem Ziel: eine steile Asphaltrampe durch Grindelwald hoch in den Ort.
Besondere Belohnung: Finishermedaille mit Eiger Kalkstein @(zwischenHeadlineTag)>
Auf den letzten 300 Metern tummelten sich hunderte Menschen, um uns Läuferinnen und Läufer zu begrüßen. Nach 33 Kilometern, 2200 Höhenmetern und 5:14 Stunden stoppte ich meine Uhr. Was für ein Rennen, was für ein Panorama! Nicht nur die Landschaft und die Atmosphäre sind beim Eiger Ultra Trail einzigartig – auch die Finishermedaille.
Jeder Läufer und jede Läuferin bekommt einen Eiger Kalkstein um den Hals gehängt. Gesammelt und handgefertigt von Beat Hofer, einem Bergführer und Steinhauer aus Grindelwald. Somit gesellt sich nun ein Stück der berühmten Eiger Nordwand zu den anderen Medaillen in meinem Arbeitszimmer.
Erfreuliche Nachrichten gab es an dem Wochenende auch aus dem Profibereich: Auf der E101 Strecke, die ebenfalls wetterbedingt gekürzt wurde, gewann die Deutsche Daniela Oemus nach 69 Kilometern und 4330 Höhenmetern in 8:11 Stunden vor Eva Maria Sperger (8:21 Stunden). Laura Hottenrott gewann auf der E51-Strecke nach 41 Kilometern und 2370 Höhenmetern in 4:13 Stunden.

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