Das Zwiebelprinzip ("Lagen tragen") ist immer eine Gute Wahl: Auf Skitour soll die Kälte draußen bleiben und auch die Feuchtigkeit muss raus, damit man nicht friert. Wir verraten dir, wie du auf Skitour in jeder Lage richtig gekleidet bist.

1. Lage: Baselayer – Die Unterwäsche

Gerade im Winter bei niedrigen Temperaturen ist es wichtig, nicht nass geschwitzt irgendwo herumzustehen, weil man sonst sehr schnell auskühlt. Für Aktive, die wenig schwitzen, kann Merino-Unterwäsche sinnvoll sein. 

Wer eher stärker schwitzt, greift sinnvollerweise zu Synthetik-Unterwäsche, die weniger Feuchtigkeit aufnimmt, sie stattdessen schneller abtransportiert und damit auch schneller wieder trocken ist. Wer sich nicht sicher ist: Es gibt auch viele Produkte, die aus einem Wolle-Synthetik-Gemisch bestehen. 

Egal, welche Version man wählt: Ein Wechselshirt gehört in jeden Rucksack!

2. Lage: Die Schicht zum Ausziehen

Hier stellt sich die wichtige Frage: Für den Aufstieg oder die Abfahrt? Für ersteren sollte das Material nicht zu dick sein, in Maßen windabweisend und möglichst elastisch. Gleichzeitig leicht und klein verpackbar, wenn sie dann doch mal im Rucksack verschwinden muss. 

Gut bewährt haben sich hier Softshells ohne Membran aus sogenanntem Double-Weave- Material. Sie sind sehr robust, angenehm zu tragen und lassen viel Wasserdampf heraus (und sind auch im Sommer sehr gut einsetzbar, z. B. bei alpinen Klettertouren).

Gerade für diese Schicht gilt: Ausziehen, wenn es zu warm wird. Viele Tourengeher scheuen sich wohl, im Winter nur im Funktionsshirt zu gehen. Aber nass geschwitzt oben anzukommen, ist noch schlechter!

Optionale Zwischenlage: Isolierlage

Sie kommt dann zum Einsatz, wenn es ungemütlich wird, und verschwindet im Aufstieg meist im Rucksack. Will man am Gipfel jedoch nicht sofort wieder abfahren, spielt eine Daunen- oder alternativ Kunstfaserjacke ihre Trümpfe aus. Zusammen mit den anderen Bekleidungsschichten muss das auch gar keine "Expeditionsjacke" sein. 

Eine Isojacke mit einem Gewicht von ca. 400 Gramm (hier geht's zum ALPIN-Test mit leichten Isojacken) reicht in den meisten Fälle voll und ganz aus. Gut, wenn sie so weite Bündchen hat, dass man sie auch anziehen kann, ohne aus den Handschuhen zu schlüpfen, denn das ist bei Wind und Kälte extrem unangenehm. 

Für wärmere Tage kann die Isolierlage nur aus einer Weste bestehen. Wer Isolierjacke und Weste besitzt, kann so an ganz kalten Tagen beide Isolations-Schichten miteinander kombinieren.

3. Lage: Wetterschutzlage

An schönen (kalten) Tage reicht eine Daunenjacke vollkommen. Wenn überhaupt, kann man eine dünne Jacke als „Schutz“ für die empfindliche Daunenjacke überziehen. Das kann aber auch die Softshell der zweiten Lage sein (wenn sie weit genug geschnitten ist). 

Leider scheint nicht immer nur die Sonne. Darum ist eine funktionelle Hardshell für Skitouren sinnvoll: Möglichst leicht, klein verpackbar und dennoch robust sollte sie sein. Und so weit geschnitten, dass die isolierende Daunen- oder Kunstfaserjacke noch darunter passt (bei schlechtem Wetter). 

Eine gut einstellbare Kapuze sorgt dafür, dass das Sichtfeld auch beim Abfahren weit bleibt – im Idealfall passt die Kapuze auch über einen Helm, den man auf Tour mittlerweile immer öfter sieht.

Praktische Helferlein

  • Kleines Handtuch: Zum Trocknen des Fells oder Skibelags oder für den Körper nach dem Aufstieg

  • Rückenwärmer: Der verschwitzte Rücken, bzw. die Feuchte Kleidung in diesem Bereich, kann sehr unangenehm werden. Rückenwärmer kannst du hier online kaufen. Alternativ nimmst du ein trockenes Handtuch oder ein kleines Kissen, das du zwischen den Rücken und die feuchts Kleidung steckst.

  • Dünne Softshell-Handschuhe: Am besten nimmst du zwei Paar Handschuhe mit auf Skitour - ein dünneres Paar für den Aufstieg und warme Wechselhandschuhe für die Abfahrt.


Diese Ausrüstung sollte immer mit auf deine Skitour:

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