Es gibt inzwischen Sicherungsgeräte wie Sand am Meer. Das ultimative Modell, das in allen Situationen perfekt und intuitiv funktioniert, gibt es (trotzdem) noch nicht. Wir stellen ihnen die sieben gängisten Modell vor und benennen Vor- und Nachteile!

1. Tube, ATC, Tuber (ca. 20 Euro)

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ATC von Black Diamond (Foto: Black Diamond).

Tubes sind nicht-mechanische Geräte mit einem einfachen Prinzip (Stichtbremse). Seit einigen Jahren haben Tubes bremsverstärkende Schlitze und zusätzliche Funktionen. Je nach Ausführung können sie zum Topropen, Vorsteigen und Nachsichern (Plattenprinzip) verwendet werden.

Für die Nachstiegssicherung ist allerdings eine Extra-Öse notwendig, wie sie das BD ATC Guide, Petzl Reverso oder Anlo Five haben. Tubes eignen sich besonders zum Sportklettern. Solche mit Plattenfunktion, die auch für den Nachstieg geeignet sind, werden auch alpin viel eingesetzt.

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Zum Abseilen sind Tubes allerdings nur bedingt geeignet. Zum einen sind relativ hohe Haltekräfte notwendig (besonders bei dünnen, imprägnierten Zwillingsseilen), vor allem aber ist es relativ kompliziert, eine Tube zu blockieren (außer beim Anlo Five), was vor allem im alpinen Terrain immer wieder notwendig ist (verkrangeltes Seil etc.). Deshalb gilt: Wenn man mit der Tube abseilt, dann immer mit Hintersicherung (Prusik).

+einfache Bedienung

+dynamische Sicherung

+statisch im Nachstieg

+leicht

+preiswert

+nicht mechanisch

+für Seile von ca. 9,4 – 11 mm Durchmesser

-hohes Fehlerrisiko (Halterichtung Bremshand)

-mitunter hohe Haltekräfte

-schwierig zu blockieren (z.B. beim Abseilen)

-im Nachstieg (Plattenfunktion) ist es schwierig, Seil auszugeben

-größere Verlustgefahr als beispielsweise beim Achter

2. (Abseil-) Achter (ca. 18 Euro)

Klassicher Abseilachter von Mammut (Foto: Mammut).

Lange Zeit galt der Abseilachter als das universelle Sicherungsgerät. Die Tubes haben dem Achter in den Hallen und beim Sportklettern inzwischen den Rang abgelaufen. Achter sind von der Bedienung sehr ähnlich wie Tubes, auch hier muss das Bremsseil immer nach unten gehalten werden.

Das schnelle Seilausgeben ist bei Achtern etwas schwieriger als bei Tubes. Für den alpinen Einsatz gibt es ein universelles Gerät (Salewa Guide), das Achter- und Plattenfunktion kombiniert. Damit hat man den Vorteil, dass man beim Abseilen und Sichern des Vorsteigers einen Achter hat, zum Nachsichern eine Platte.

+preiswert

+nicht mechanisch

+dynamische Sicherung des Vorsteigers

+relativ leicht zu blockieren (Abseilen etc.)

+bei richtiger Handhabung geringe Verlustgefahr

-hohes Fehlerrisiko (Halterichtung Bremshand)

-je nach Seil hohe Haltekräfte

-Nachstiegsfunktion nur bei einem Spezialgerät (Salewa Guide)

3. Grigri (ca. 69 Euro)

Das Grigri von Petzl (Foto: Petzl).

Der Pionier aller halbautomatischen Geräte. Da es das GriGri schon lange gibt, sind alle Fehler, die mit dem Gerät passieren können, bekannt. Bei richtiger Anwendung ist das GriGri ein sehr gutes und universelles Sicherungsgerät.

+Halbautomat (blockiert bei Belastung)

+geringer Seilverschleiß

+leichtes Handling

-Fehlbedienungen möglich

-teuer

-schwer

-nur für Seile mit 10 – 11 mm Durchmesser zugelassen

-erfordert Übung

4. Cinch (69,90 Euro)

Das Cinch von Trango (Foto: Trango).

Das Cinch ist ebenfalls ein halbautomatisches Gerät. Auch hier besteht die Gefahr einer Fehlbedienung. Das Seilausgeben funktioniert beim Cinch gut; es ist etwas kleiner und leichter als das GriGri.

+automatische Blockierfunktion

+für Halbautomat klein und leicht

+für Seile von 9,4 – 11 mm Durchmesser

-Fehlbedienungsmöglichkeiten

-sehr spezifische Bedienung

5. Smart (29,90 Euro)

Das Smart von Mammut (Foto: Mammut).

Das Smart ist ein recht neuer Halbautomat auf dem Markt, es hat sich aber in kurzer Zeit eine hohe Beliebtheit erkämpft. Das Smart ist supereinfach zu bedienen, denn die Geometrie gibt eine spezifische Handhabung vor.

Das Seilausgeben geht sehr gut, das Ablassen ebenfalls. Nur ältere oder steife Seile ruckeln etwas. Obwohl das Smart ein Halbautomat ist, lässt es eine gewisse dynamische Sicherung zu.

+einfache Bedienung

+leicht

+preiswert

+nicht mechanisch

-keine Nachstiegsfunktion

-bei dünnen Seilen nicht 100-prozentiges Blockieren

6. Zap-O-Mat (69,90 Euro)

Das Zap-O-mat von Elderid (Foto: Edelrid).

Das Zap-O-Mat ist das erste Gerät, an dem man mit zwei verschiedenen Einstellungen sichern kann. Somit lässt sich der Seildurchmesser des verwendeten Seils berücksichtigen oder persönliche Vorlieben. Optisch schreckt das Zap-O-Mat eher ab, in der Praxis funktioniert es gut. Allerdings wird es ganz sicher nicht das Standardgerät.

+2 verschiedene Federhärten (Seildurchmesser) einstellbar

+geringer Seilverschleiß

+Seilausgeben im Nachstieg möglich

-viel Plastik verbaut

-Fehlbedienung möglich

-schnelles Seilausgeben mitunter schwierig

7. Halbmastwurfsicherung (HMS)

Klassiche HMS-Sicherung

Der Halbmastwurf ist die universellste Sicherungsmethode. Die HMS hat von den dynamischen Sicherungsmethoden die höchsten Bremskräfte, kann für Vorstieg, Nachstieg und Toprope eingesetzt werden.

In Österreich wird gelehrt, das Bremsseil bei der HMS nach unten zu halten. Das ist bequemer und hat den Vorteil, dass man beim Umstieg auf eine andere Methode (Sicherungsgerät wie Tube oder Achter) nicht umlernen muss.

Nachteil ist, dass das Seil in dieser Position krangelt, sowohl beim Seilausgeben, vor allem aber beim Ablassen. Hält man das Seil nach oben, ist das unbequemer und man muss sich gegebenenfalls umstellen.

+einfach

+universell

+hohe Bremskräfte

+wenig Material notwendig

+für alle Seildurchmesser

-Neigung zur Krangelbildung

-hoher Seilverschleiß

-Knoten für Anfänger schwierig

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