Legt man die aktuelle Version des Phase AR Zip Neck LS neben seinem Vorgänger, fallen die Neuerungen sofort ins Auge: Die herkömmlichen Nähte wurden durch die Flatlock - Ausführung ersetzt und im Achselbereich kommt jetzt das leichte Phasic SL zum Einsatz. Beide Updates tragen merklich zu einer Verbesserung des Tragekomforts bei.
Während die Flachnähte auf der Haut weniger scheuern, sorgen die Einsätze aus der dünnen, ungefütterten SL-Qualität für mehr Bewegungsfreiheit, da das Material unter den Achseln nicht so aufträgt wie die dickere AR-Variante. Der weit größere Vorteil dieser "Body Mapping" - Konstruktion liegt aber im verbesserten Feuchtigkeitsmanagement - und das war schon beim "alten" Phase AR exzellent!
Das Material nimmt effektiv Schweiß auf und transportiert diesen schnell nach außen (oder zur nächsten Kleidungsschicht); im Achselbereich, dem "hot spot" wenn man so will, dank Phasic SL nun spürbar schneller als noch bei der letzten Version. In der Praxis bedeutet das: Selbst bei deftigen Aufstiegen bleibt die Haut angenehm trocken, das Longsleeve fühlt sich nur an der Oberfläche etwas klamm an. Einmal in den Trockenraum (oder die Sonne) gehängt, gibt sich aber auch das rasch wieder, denn im direkten Vergleich zu anderen Funktionsmaterialien trocknet Phase erstaunlich zügig.
In Sachen Passform macht den Kanadiern eh niemand was vor. Das Shirt sitzt exakt so, wie Funktionswäsche sitzen sollte, nämlich hauteng, ohne jedoch einzuengen. Ein kleines Manko hat der Schnitt dennoch: Die Ärmel lassen sich nur äußerst schwer hochkrempeln. Beim ersten Versucht hat es prompt die Absteppung im Ärmelsaum (siehe Bild 3) "gesprengt".
Da bei Arc'teryx für gewöhnlich kein noch so kleines Detail dem Zufall überlassen wird, steckt eventuell folgende Überlegung dahinter: Das Baselayer-Shirt ist für Stop-and-go Aktivitäten bei kühlen bis kalten Temperaturen konzipiert, wird also in der Regel unter einer zweiten oder dritten Lage getragen werden. Und wer krempelt bei unter Null schon die Ärmel hoch? Da ist was dran.
Aber da gibt es ja beispielsweise noch die Hochtour in den sommerlichen Ostalpen. Man startet in aller Hergottsfrühe bei klirrender Kälte und stampft dann mittags bei sengender Hitze über Gletscher wieder zur Hütte. Spätestens dann, wenn einem die Sonne so richtig weich kocht, wünscht man sich zwei Dinge beim Phase AR: leicht hochzukrempelnde Ärmel und einen etwas längeren Frontreißverschluss (zur besseren Belüftung). Beides würde das eh schon breite Einsatzspektrum des Longsleeve noch erweitern.
Fazit
Auch in der neuen Version weiß das Phase AR Zip Neck LS (70,00 Euro) voll zu überzeugen. In puncto Funktion (Feuchtigkeitsmanagement, Wärmeregulierung, Trocknungszeit) und Passform können nur wenige Baselayer dem Arc'teryx-Model das Wasser reichen.
Ganz gleich, ob bei der Mountainbike-Tour im Herbst, auf Skitour im Winter, beim Klettern im Frühjahr oder der 4000er-Tour im Sommer, egal, ob als Teil des Lagensystems oder solo getragen - das Longsleeve ist ungemein vielseitig einsetzbar und trägt daher das Kürzel AR für "all around" völlig zu Recht.
Die Kritikpunkte halten sich in engen Grenzen: Der Frontzipper hätte nach unserem Geschmack ruhig noch ein paar Zentimeter länger ausfallen dürfen. Leichter hochzukrempelnde Ärmel wären auch schön. Aufgrund der Flachnähte wirkt das neue Phase AR optisch leider nicht mehr ganz so clean und edel wie noch der Vorgänger.
Weitere Informationen: Arc'teryx




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