Die Hersteller von Hardshell-Jacken stecken in einem Dilemma: Die Imprägnierung der Jacke ist für die Funktion enorm wichtig, die besten Mittel für die Imprägnierung sind aber verboten. Wie schlugen sich vor diesem Hintergrund die zehn Modelle im Test?

So haben wir getestet:

- Anzeige -

Alle Testjacken standen uns in den drei Größen Damen S, Herren M und L zur Verfügung. Jeweils ein Modell aller Hersteller (Größe L) wurde zu Beginn des Tests auf eine Leine gefädelt und für vier Wochen Wind, Regen und Sonne ausgesetzt, um sie zu "altern". Immer wieder wurden dabei die DWR überprüft, die Jacken gewaschen und mechanisch belastet. 

!!!ACHTUNG!!! Unseren aktuellen Test von Hardshell-Jacken findest Du hier!!!

Hardshell-Jacken Produkttest, Abrieb

Schon nach 20 Scheuerzyklen sind deutliche Spuren sichtbar: Die DWR ist an diesen Stellen nicht mehr vorhanden.

| © Birgit Gelder
- Anzeige -

Mit einem Rucksackträger haben wir (nur) 20 mechanische Scheuerzyklen auf die Jacke gegeben, um die DWR danach an dieser Stelle zu überprüfen. Nach dem Ablauf der vier Wochen wurden alle Modelle einer Gesamtbeurteilung unterzogen. Parallel dazu wurden die anderen Größen in der Praxis auf Wanderungen, Bike- und Bergtouren getragen und bewertet.

Alle Jacken haben wir in der Größe L auf einer geeichten Waage nachgewogen.

Fazit:

Bei Regen und Sonne hingen die Jacken vier Wochen im Freien. Dabei haben wir immer wieder die DWR getestet und die Ergebnisse festgehalten.

| © Birgit Gelder

Eine gute Hardshell-Jacke ist ein komplexes Gebilde. Die Konstruktion spielt neben dem Material eine wichtige Rolle. Die Norröna Falketind hat uns nach den vier Wochen Test am besten gefallen. Der Testsieg wäre schwieriger geworden, wenn die Arc’teryx Alpha AR ihre Originalfarbe behalten hätte.

Der Gewichts-Tipp geht an die leichte und robuste Vaude Croz. Eine Hardshell ohne viel Schnickschnack aber mit guter DWR. Ähnlich wie die Montane Further Faster Neo Jacket, die mit einer guten DWR glänzt, hochwertigem Material und einer einfachen Konstruktion: daher ist sie unser Preis-Tipp!

ALPIN-Tipp: Die richtige Pflege

Auch wenn man immer wieder etwas anderes hört: Hardshell-Jacken wäscht man lieber einmal zu viel als einmal zu wenig. Schmutze, Fette und Öle können im Extremfall die Membran schädigen, zumindest aber negativ beeinflussen. Zum Waschen nutzen Sie entweder extra Membran-Waschmittel oder aber normales, etwas geringer dosiertes Waschmittel. Bitte benutzen Sie aber auf keinen Fall Weichspüler!

Die Jacke sollte nach dem eigentlich Waschvorgang zweimal gespült werden. Ansonsten empfiehlt sich, immer die in der Jacke angegebene Waschanleitung zu beachten.

Nach den ersten zwei bis drei Wäschen die Jacke in den Trockner geben (ca. 60 Grad). Wer keinen Trockner hat, kann die Jacke auch vorsichtig (!) bei geringer Temperatur bügeln. Durch die Wärme wird die DWR wieder "aufgefrischt".

Spätestens nach der dritten oder vierten Wäsche heißt es aber Nachimprägnieren. Dazu ein Tex-Imprägniermittel (im Optimalfall komplett PFC-frei) verwenden, auf die maschinenfeuchte Jacke aufsprühen und gut trocknen lassen. Danach ca. ab jeder zweiten Wäsche die Jacke neu behandeln. Zumindest aber dann, wenn sich die ersten deutlich nassen Stellen am Außenstoff zeigen.

Waschhinweis Hardshell, Pflegetipps

links: Im Trockner das Schonprogramm verwenden. rechts: Maschinenwäsche nurbei 30 Grad!

| © alpin.de

Brauchst du noch eine Isolationsjacke zum Drunterziehen?

Text von Olaf Perwitzschky

- Anzeige -

0 Kommentare

Kommentar schreiben