Mit schweren Verletzungen geborgen

Stubaier Wildspitze: Bergsteiger am Südostgrat 170 Meter abgestürzt

Bei einer Skitour auf die Stubaier Wildspitze am 19. April 2026 ist ein Alpinist am Südostgrat abgestürzt. Der 36-Jährige wurde unter schwierigen Bedingungen per Hubschrauber geborgen.

Stubaier Gletscher und Stubaier Wildspitze (re.).
© IMAGO / Michael Kristen

Bei einem schweren Alpinunfall in den Stubaier Alpen ist am 19. April 2026 ein 36-jähriger Bergsteiger aus Österreich schwer verletzt worden. Der Mann war gemeinsam mit einem 21-jährigen Begleiter aus Italien auf einer Skitour zur Stubaier Wildspitze unterwegs. Die beiden Alpinisten starteten ihre Tour im Bereich der Stubaier Gletscherbahnen und nutzten teilweise Liftanlagen, um Höhe zu gewinnen.

Vom Skidepot aus setzten sie den weiteren Aufstieg zu Fuß fort. Ausgerüstet mit Steigeisen und Pickel stiegen sie über den ausgesetzten Südostgrat in Richtung Gipfel auf. Eine Seilsicherung wurde nicht verwendet. Auf etwa 3.275 Metern Höhe kam der 36-Jährige aus bislang ungeklärter Ursache zu Sturz. Er rutschte zunächst über eine steile Firnflanke ab und stürzte anschließend rund 170 Meter über felsdurchsetztes Gelände in die Tiefe. Der Bergsteiger blieb schwer verletzt im Schnee liegen.

Sein Begleiter setzte umgehend einen Notruf ab. Einsatzkräfte der Bergrettung Neustift sowie ein Alpinpolizist stiegen terrestrisch zur Unfallstelle auf und leiteten die Erstversorgung ein. Ein angeforderter Notarzthubschrauber musste den Einsatz witterungsbedingt abbrechen. Schließlich gelang die Bergung des Verletzten durch den Notarzthubschrauber "Christophorus 1" mittels Tau. Der Mann wurde nach notärztlicher Versorgung in die Universitätsklinik Innsbruck geflogen. Der unverletzte Begleiter wurde ebenfalls per Tau vom Grat geborgen und ins Tal ausgeflogen.

Der Südostgrat auf die Stubaier Wildspitze: Anspruchsvoll

  • Berg und Tour: Die Stubaier Wildspitze (3.341 m) ist ein beliebtes Ziel für Skitourengeher und Hochtouristen. Der Südostgrat gilt als klassische, aber ausgesetzte Route, die häufig als Kombination aus Skitour und anschließender Firn- bzw. Felskletterei begangen wird.

  • Schwierigkeit: Der Grat weist Schwierigkeiten im Bereich II bis III nach der UIAA-Skala auf. Neben Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind sichere Steigeisentechnik sowie Erfahrung im kombinierten Gelände erforderlich. Bei Verhältnissen mit Firn oder Eis erhöht sich das Risiko deutlich.

  • Gefahren im Frühjahr: Das Frühjahr gilt grundsätzlich als klassische Saison für Skitouren in den Stubaier Alpen. Allerdings können gerade im hochalpinen Gelände wechselhafte Wetterbedingungen, harte Firnflanken und vereiste Passagen zusätzliche Gefahren darstellen. Insbesondere ausgesetzte Grate verlangen stabile Verhältnisse und ggf. das Anpassen der Routenwahl.

<p>Skigebiet und Stubaier Wildspitze (im Hintergrund).</p>

Skigebiet und Stubaier Wildspitze (im Hintergrund).

© IMAGO / Michael Kristen

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