Lawinenabgang in Tux

Hintertuxer Gletscher: Zwei Schwerverletzte nach Lawine auf gesperrter Skiroute

Am 22. Februar 2026 sind am Hintertuxer Gletscher zwei schwedische Skifahrer auf der gesperrten Skiroute "Unterm Eisbruch" von einer Lawine erfasst worden. Beide wurden teilverschüttet und schwer verletzt. Ein Großaufgebot von Bergrettung, Alpinpolizei und zwei Notarzthubschraubern stand im Einsatz, um mögliche weitere Verschüttete auszuschließen.

Gesperrte Routen sind kein "Geheimtipp".
© IMAGO / STEINSIEK.CH

Großeinsatz nach Lawinenabgang am Hintertuxer Gletscher

Laut einer Presseaussendung der Polizei Tirol wurde die Leitstelle Tirol am 22. Februar 2026 um 12:05 Uhr über einen Lawinenabgang mit Personenbeteiligung informiert. Der Unfall ereignete sich im Bereich der Skiroute zwei "Unterm Eisbruch" am Hintertuxer Gletscher. Ein Melder berichtete, er könne eine teilverschüttete Person im Lawinenkegel erkennen, die um Hilfe rufe.

Die Notarzthubschrauber "Alpin 5"und "Martin 7" wurden zur Erstabklärung entsandt. Parallel machten sich die Bergrettung Tux mit insgesamt 17 Einsatzkräften sowie zwei Alpinpolizisten auf den Weg ins Einsatzgebiet.

<p>Screenshot des Pistenplans des Hintertuxer Gletschers. Skiroute 2 "Unterm Eisbruch" durch unsere Redaktion farbig markiert.</p>

Screenshot des Pistenplans des Hintertuxer Gletschers. Skiroute 2 "Unterm Eisbruch" durch unsere Redaktion farbig markiert.

© hintertuxergletscher.at

Zwei Skifahrer teilverschüttet – unklarer Erstlagebericht

Die Crew des Notarzthubschraubers "Alpin 5" stellte fest, dass sich zwei Personen teilverschüttet im Lawinenkegel befanden und sich nicht selbst befreien konnten. Zunächst war unklar, ob weitere Wintersportler im Gefahrenbereich unterwegs gewesen waren. Unterschiedliche Wahrnehmungen von Zeugen führten laut Polizei zu einem unklaren Lagebild.

Drei Lawinenhundeführer der Bergrettung Tirol suchten den Lawinenkegel ab. Gleichzeitig wurde der Bereich mittels LVS-Suche und zwei Sondierketten systematisch kontrolliert. Erst nach umfassenden Umfelderhebungen und Befragungen konnte die Einsatzleitung ausschließen, dass weitere Personen verschüttet worden waren.

Unfallhergang: Vater und Sohn ohne Lawinenausrüstung

Nach Angaben der Polizei fuhr ein 55-jähriger schwedischer Urlauber als Erster in den Hang ein, gefolgt von seinem 17-jährigen Sohn. Der Jugendliche bemerkte den Lawinenabgang beim Einfahren und wurde rund 100 Meter mitgerissen. Sein Vater wurde ebenfalls verschüttet. Beide führten keine Lawinenausrüstung mit, was ihre Selbstrettung unmöglich machte. Die Skiroute war zum Unfallzeitpunkt nicht geöffnet, was durch eine Warntafel klar gekennzeichnet.

Schwere Verletzungen und Hubschrauberbergung

Die beiden teilverschütteten Skifahrer wurden schwer verletzt und per Helikopter ins Bezirkskrankenhaus Schwaz geflogen. Die Polizei ermittelt zum genauen Unfallhergang, geht jedoch von einem klassischen Szenario abseits geöffneter und gesicherter Pisten aus.

LVS-Suche: So geht's richtig
Die Lawinenverschüttetensuche in Bildern
LVS-Suche: So geht's richtig

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Text von Robert Scheitzeneder

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